Handys an Schulen – verbieten oder nutzen?
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Katharina Kraus
18. April 2016

Symbolbild Würzburg
Kontrovers diskutiert
Das Handy in der Schule ist wohl eines der am meisten und am kontroversesten diskutierten Themen an deutschen Schulen. Die einen sind für ein striktes Verbot, weil die Nutzung eines Smartphones die Schüler nur vom Unterricht ablenkt, die anderen halten überhaupt nichts davon, da Handys und insbesondere Smartphones heutzutage einfach zum Alltag dazugehören. Doch was sagt eigentlich das Schulgesetz dazu?
Verbot im Schulgesetz
Bayern ist das einzige Bundesland in Deutschland, dass ein im Schulgesetz verankertes Verbot von Handys im Unterricht hat. Im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (Art. 56) ist geregelt, dass u. a. Mobiltelefone im Schulgebäude und auf dem Schulgelände auszuschalten sind. Das heißt aber, sie dürfen auf dem Schulweg mitgeführt und genutzt werden, nicht aber mehr nach Betreten des Schulgeländes.
Laut Schulgesetz müssen Mobilfunktelefone und auch andere digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken dienen, während der Schulstunde ausgeschaltet werden. Allerdings kann es auch Ausnahmen geben, zum Beispiel dann, wenn die Eltern über Änderungen im Tagesablauf ihrer Kinder informiert werden müssen. Wenn ein Schüler gegen die Regeln verstößt, darf die Lehrkraft das Handy vorübergehend abnehmen. Wie lange das Handy weggenommen wird, entscheidet der Lehrer.
Situation in Würzburg
Wenn es nach dem Schulgesetz geht, dürfen auch in Würzburgs Schulen keine Handys im Unterricht genutzt werden. Doch nicht alle Schüler haben dieses Verbot immer auf dem Schirm. Der Schulleiter des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, Dr. Martin Sachse-Weinert, erzählt beispielsweise, dass ihm bei Antritt seiner Stelle im letzten August aufgefallen sei, dass die Schülerinnen und Schüler das Gesetz gänzlich missachten. Außerdem wurden Zuwiderhandlungen von den Lehrkäften dementsprechend nicht geahndet.
Beschwerden der Eltern
Da es auch immer wieder von Seiten der Eltern Beschwerden über eine exzessive Nutzung der Handys gab, wurde von Schulleiter Dr. Martin Sachse-Weinert daraufhin im Schulforum – dem Schüler, Eltern und Lehrer angehören – beschlossen, das bereits bestehende Verbot wieder in Erinnerung zu rufen. Schließlich hat sich von den Schülerinnen und Schülern niemand mehr an die Vorschrift gehalten. Vor Ostern wurde dann ein Schreiben veröffentlicht, in dem die Schülerinnen und Schüler auf die bestehende Gesetzeslage hingewiesen wurden. Laut Sachse-Weinert gab es dazu bisher am Matthias-Grünewald-Gymnasium durchweg positive Reaktionen. Zwar gibt es Stimmen, die sich hier gegängelt fühlen aber das ändert nichts an der Gesetzeslage.

