„Internationaler Cannabis-Tag“ – gemeinsames Kiffen für die Legalisierung
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Würzburg erleben
20. April 2016

Symbolbild Schweinfurt
Code „4/20“ – ein Joint um 20 nach 4
Schon gewusst? Heute, am 20. April, ist „internationaler Cannabis-Tag“. Seinen Ursprung fand das im wahrsten Sinne berauschende Fest wohl, wie so vieles, in den USA. Vor allem an den amerikanischen Universitäten wird der Cannabis-Tag laut dem Kölner Stadt-Anzeiger zelebriert. Im englischen Sprachgebrauch wird er auch als der „420 Day“ bezeichnet. Als Stichwort lautet hier genau das: „4/20“ – am 20.04. um 16.20 Uhr zündet man sich gemeinschaftlich einen Joint an, um für die Legalisierung von Cannabis zu plädieren.
Was es mit dem Ursprung der Begrifflichkeit „4/20“ allerdings auf sich hat, das wüsste laut diversen Medienberichten heutzutage keiner mehr so genau. Theorien gibt es, so der Kölner Stadt-Anzeiger, jedoch einige. So sollen sich vor vielen Jahren fünf Freunde aus Kalifornien verabredet haben, um an einem verlassenen Küstengebiet nach einer Hanfplantage zu suchen. Während der Suche versorgten sie sich jedoch schon mal mit Joints und zwar unter dem Codewort „4/20“. In einer weiteren Geschichte hieße es laut dem Stadt-Anzeiger, früher wäre 420 der interne Polizei-Code für Drogen-Delikte im Zusammenhang mit Marihuana gewesen.
Keine Legalisierung in Sicht
Aber nicht mehr nur in den USA wird am „420 Day“ kollektiv gekifft, längst ist das Fest über die Grenzen hinaus bekannt. So etwa im Londoner Hyde Park, wo sich laut dem Kölner Stadt-Anzeiger jährlich tausende Kiffer treffen und sich für die Cannabis-Legalisierung einsetzen. Weltweit plädieren Befürworter an diesem Tag für Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabis – und das nicht ohne Erfolg. In einigen Bundesstaaten der USA wurde der Anbau und Verkauf in den letzten Jahren reguliert erlaubt.
In Schweinfurt oder generell in Deutschland sind wir von einer Legalisierung indes noch weit entfernt. Mit einem Volksbegehren und dem Entwurf eines Bayerischen Hanfgesetzes versuchte der Cannabis-Verband Bayern, ein Zeichen zu setzen. 27.000 Unterschriften haben die Initiatoren des Volksbegehrens „Ja zur Legalisierung von Cannabis in Bayern als Rohstoff, Medizin und Genussmittel“ gesammelt und dem Bayerischen Innenministerium vorgelegt. Am 21. Januar diesen Jahres verkündete der Bayerische Verfassungsgerichtshof jedoch, dass das Volksbegehren abgelehnt werde.
Rechtsanwälte in der Debatte um die Legalisierung
Die beiden Rechtsanwälte Martin Reitmaier und Peter Möckesch haben langjährige Erfahrung mit Klienten, die mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu ihnen kommen. Unsere Kollegen aus der Würzburger Redaktion haben mit Ihnen in einem dreiteiligen Interview über die Legalisierung von Cannabis gesprochen, zu sehen in der folgenden Youtube-Playlist:
Habt Ihr von Veranstaltungen zum „4/20 Day“ konkret in Schweinfurt gehört? Oder gibt es hier spezielle Initiativen, die sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen? Wir freuen uns über jede Art von Tipp an redaktion@swity.de.
Cannabis als Schmerzmittel
Immer wieder flammt auch die Diskussion auf, dass Cannabis als Schmerzmittel eingesetzt werden solle und dafür von den Patienten auch selbst angebaut darf. In der Nähe von Schweinfurt ist dazu sogar ein Fall bekannt: Am 22.07.2015 jährte sich das „Kölner Cannabisurteil“ vom Juli 2014 zum ersten Mal. Günter Weiglein bekam vom Kölner Verwaltungsgericht damals die Erlaubnis, Cannabis selbst anzupflanzen. Der Würzburger ist einer der wenigen Menschen, die in Deutschland Cannabis legal konsumieren dürfen. Nach einem Motorradunfall plagen ihn chronische Schmerzen, von denen er durch den Cannabis-Konsum zumindest zeitweise erlöst wird. Trotz des Gerichtsbeschlusses darf Weiglein übrigens immer noch kein eigenes Cannabis anbauen. Er und sein Anwalt Matthias Schillo kämpfen immer noch für die Elaubnis Cannabis anbauen zu dürfen.

