Musikbeschallung am Roßmarkt – wie geht es weiter?
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3. Mai 2016

Symbolbild Schweinfurt
Geteilte Meinungen zum Roßmarkt-Projekt
Vor knapp zwei Wochen startete ein sechswöchiges Projekt am Roßmarkt: Durch eine Hintergrundbeschallung mit klassischer Musik soll dort für mehr Sicherheit gesorgt werden. Nach unserer Ankündigung auf Facebook war die Resonanz groß: zum Teil wurde das Projekt befürwortet, zum Teil spöttisch und sarkastisch kommentiert. Facebook-Userin Jean-Catrin schreibt beispielsweise: „Echt ein Witz zu glauben, man könne so das Problem am Roßmarkt lösen“. Jessica kommentiert wiederum: „Find ich super. Ob das für mehr Sicherheit sorgt sei mal so dahin gestellt, aber an sich ne coole Idee.“
Wir sind dem Projekt mal näher auf dem Grund gegangen und haben die Stadt Schweinfurt zu ihren erhaltenen Rückmeldungen, zum Ziel und dem weiteren Vorgehen nach der sechswöchigen Testphase befragt.
Einpegeln der Lautstärke anspruchsvoll
Auch die Stadt Schweinfurt hat bislang unterschiedlichste Rückmeldungen bekommen: „Einige fanden es gut, andere störend, weitere überflüssig“, äußert die Pressestelle der Stadt Schweinfurt. Ob sich das Ziel erreichen lässt, könne die Stadt heute noch nicht sagen: „Nachdem das in München gut funktioniert und die Münchener Verkehrsbetriebe zufrieden sind, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich das Modell auch in Schweinfurt durchsetzt. Anders als in München haben wir allerdings mit lauterem Verkehr zu tun, so dass das Einpegeln der richtigen Lautstärke recht anspruchsvoll ist“, erklärt Kristina Dietz von der Pressestelle der Stadt auf unser Nachfrage.
Wie wird das Projekt ausgewertet?
Eine Erhebung soll laut Aussage der Stadt am Ende nicht durchgeführt werden, da dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein relativ breites Meinungsspektrum ergeben würde. „Auch ist ja objektiv der Roßmarkt kein Bereich, der durch viele Straftaten auffällt“, erklärt uns Frau Dietz. Viel mehr ginge es um das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste und um Störungen. Dies lasse sich laut der Pressestelle der Stadt Schweinfurt nicht empirisch ermitteln, sondern nur durch subjektive Eindrücke bewerten.
Rückmeldungen erwünscht
„Dabei spielen die Erfahrungen der Fahrgäste, die wir in hoffentlich zahlreichen Rückmeldungen erhalten, eine wichtige Rolle“, äußert Frau Dietz. Zudem sind die Beobachtungen des Personals im Fahrscheinkiosk oder der Busfahrer gefragt. Schließlich fließen auch Feststellungen des kommunalen Ordnungsdienstes, der Polizei, sowie der Sicherheitswacht, inwiefern der Missbrauch des Roßmarktes als Aufenthaltsort zum Zwecke des Alkoholkonsums zurückgeht, mit ein.
Meinung der Schweinfurter
Wie bereits erwähnt teilen sich die Meinungen der Schweinfurter Bevölkerung zu diesem Projekt. Vermehrt äußerten sich die Facebook-User allerdings negativ und spöttisch. Die Wahl des Musikgenres wurde beispielweise häufig belächelt: „Da würd ich aggressiv drauf werden, Gott sei Dank fahr ich keinen Bus“, erklärt zum Beispiel Userin Claudia. Facebookuser Karl rät ironisch zu Schlager, bzw. Volksmusik: „Helene Fischer oder Florian Silbereisen wären besser. Da ist der Abschreckungsfaktor vieeeel höher.“
Des Weiteren wird statt der Musik ein erhöhtes Polizeiaufkommen oder eine mobile Wache gefordert. Facebook-Userin Katharina äußert: „Musik soll Sicherheit garantieren, dass ich nicht lache.. Wie wäre es mit mehr Polizeipräsenz“.
Auch wenn die negativen Stimmen überwiegen, es gab auch positive Resonanz: „Na die Idee an sich finde ich recht kreativ und originell – jemand der kein Klassik mag, wird sicher nicht freiwillig stundenlang am Roßmarkt rumhängen und sich davon beschallen lassen“, schreibt User Matthias.

