Tatort-Leaks: „Das Recht, sich zu sorgen“
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Katharina Kraus
21. Mai 2016

Symbolbild Würzburg
Franken -Tatort am 22. Mai
Morgen ist es endlich soweit: der zweite Franken-Tatort wird ausgestrahlt! Von allen Krimifans bereits sehnlichst und mit Spannung erwartet! Das Institut für Anatomie und Zellbiologie in der Koellikerstraße ist Tatort und Hauptspielort des neuen Films von Regisseurin Dr. Stephanie Heckner, der am 22. Mai 2016 um 20.15 Uhr deutschlandweit ausgestrahlt wird. Die aufwendigen Dreharbeiten unter Einbezug vieler Komparsen fanden im August 2015 unter sachkundiger Beratung von Prof. Süleyman Ergün und seinem Team statt.
Würzburger Anatomie Schauplatz
Gleich drei verschiedene Handlungsstränge sind im neuesten Fall zu verfolgen. Die beiden Hauptkommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) verschlägt es diesmal aus ihrem Nürnberger Kommissariat unter anderem auch nach Würzburg. Dort ist in der anatomischen Sammlung einem Medizinstudenten und Doktoranden aufgefallen, dass in einem Fall Schädel und Skelett eines Präparates nicht zusammengehören. „Der Kopf gehört nicht zum Rest des Körpers, so fühlt sich ein Kater an.“, kommentiert lapidar Paula Ringelhahn, die diesen Fall zunächst nicht ernst nimmt, beschäftigt sie doch zeitgleich auch der Mord an einer Wirtin in einem Landgasthof vor den Toren Nürnbergs.
Nicht viel Würzburg
Von der Stadt Würzburg ist, abseits des Institutes, leider auch in diesem Franken-Tatort wieder nur wenig zu sehen. Ein Blick auf den Main, in dem die junge Kommissarin Wanda Goldwasser (Elisabeth Wasserscheid) mit dem aufmerksamen Medizinstudenten verbotenerweise planscht, ein Blick von der Festung über die Stadt und einmal Würzburg bei Nacht. Der Rest geht in einem gewaltigen Regenschauer unter.
Einblicke in Anatomie
Dafür erhält man – gerade als Fachfremder – einen guten Einblick in das Fachgebiet der Anatomie, das Konservieren und Präparieren von für die Ausbildung von Medizinstudenten und für die Forschung gespendeten Körpern. Ein sensibles Thema, das für den Tatort schon bemerkenswert tiefgründig erscheint.
Natürlich werden in der Rolle der Institutsleiterin, die die herausragende Stellung der Anatomie in Würzburg und der Welt mehrfach betont, sowie des Medizinstudenten auch einige Klischees bedient bzw. karikiert. So verliert sich der Student, der zeitweise im Institut übernachtet, um intensiver an seiner Doktorarbeit zu werkeln, während seines Dates mit der aufgeschlossenen Kommissarin in Fachsprache. Das sei eben seine „deformación profesional“, seine Berufskrankheit.
Spannung bis zum Schluss
Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist insgesamt beachtlich, sie wirken sachkundig und authentisch. Es wird wieder „gefränggelt“, wo es nur möglich erscheint und auch die abwartende Gemütlichkeit der Franken wird – insbesondere in der Rolle des Leiters der Spurensicherung, Michael Schatz (Matthias Egersdörfer) – gut transportiert. Dabei sieht man auch einige Stadtansichten von Nürnberg, die dieses Mal aber eher Randerscheinungen zu sein scheinen.
Die Spannung des Tatortes ist, nicht zuletzt durch Musik und Wettermetaphorik sowie die parallelen Geschichten, bis zuletzt erhalten – wobei natürlich der erfahrene Tatort-Kenner schon gewisse Vorahnungen hat.
Ein nächster Franken-Tatort wird übrigens bereits schon diesen Sommer gedreht.

