Sexy PETA-Protest für tierleidfreies Studium

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Katharina Kraus

24. Mai 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Protest gegen Tiermissbrauch

Für eine ethische Lehre: Im Bikini und mit Mausohren kostümiert, hat sich heute Vormittag eine Aktivistin von PETA am auf einem Seziertisch an der Uni Würzburg von einem „Forscher“ quälen lassen. Mit der Aktion protestierte die Tierrechtsorganisation gegen den Missbrauch von Tieren in der Ausbildung von Studierenden an der Hochschule.

Für tierleidfreie Methoden

Tausende Tiere leiden und sterben dort jährlich in Übungen und Seminaren. Angesichts vieler tierleidfreier Methoden appelliert PETA an die Universität, Experimente an Mäusen, Ratten und anderen empfindsamen Lebewesen aus dem Lehrplan zu streichen und stattdessen eine zukunftsweisende Lehre zu praktizieren. Auf dem Weg zu einem tierfreien Studienangebot bietet PETA der Universität Unterstützung an. Daneben fordert die Organisation von der Forschungseinrichtung mehr Transparenz hinsichtlich der angewandten Lehrverfahren, damit Studierende und Studieninteressierte sich für ein Studium entscheiden können, in dem keine Tiere eingesetzt werden.

Nicht über Leichen gehen

„Studierende sollten für einen Universitätsabschluss nicht über Leichen gehen müssen“, so Alena Thielert, Aktionskoordinatorin bei PETA. „Zahlreiche tierfreie Lehrmethoden verbinden gute Wissenschaft mit Ethik.“ Tierversuche sind unwissenschaftlich: Da sich ihre Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen lassen, haben Experimente mit und an Tieren im Studium keinen Mehrwert – im Gegenteil, sie vermitteln sogar falsche Lerninhalte. Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Etablierung einer fortschrittlichen und tierfreien Lehre wie Computersimulationen, 3-D-Modelle und andere Methoden – kein Tier muss für Ausbildungszwecke leiden und sterben.

Über 50.000 Tiere

Dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge wurden im Jahr 2014 über 50.000 Tiere – darunter Affen, Ratten, Mäuse, Hunde, Schweine, Katzen, Pferde und Esel – in universitären Ausbildungsübungen verwendet. Diese hohe Zahl umfasst allerdings nicht alle Tiere, die getötet wurden, um ihre Körper oder Teile davon (zum Beispiel die Augen) zu sezieren. Sie schließt auch alle Tiere aus, die gezüchtet und dann weggeworfen wurden, weil sie die Bedingungen für die Forschung und Lehre nicht erfüllten. Auch Kleinstlebewesen wie Schnecken oder Insekten (Heuschrecken etwa) werden nicht von dieser Statistik erfasst.

Experimente an Hochschulen

In einigen Hochschulen werden Schweine auf Laufbänder gezwungen, wo sie so lange rennen müssen, bis sie völlig erschöpft sind. Die Studierenden sollen währenddessen die Reaktion der Tiere auf Stress und Überhitzung analysieren. Rindern werden Fisteln (eine von außen zugängliche, mit einem Stöpsel wiederverschließbare Öffnung im Magen der Tiere) transplantiert, damit die Studierenden direkt in den Verdauungstrakt der Tiere sehen und sogar Proben entnehmen können. Heuschrecken werden geköpft; anschließend werden am Körper der Tiere stundenlange Experimente zur Muskelphysiologie durchgeführt. Auch Tests an Mäusen, bei denen regelmäßig künstlich Herzinfarkte hervorgerufen werden, sind üblich.

Wenig Auskunft

PETA hat über 100 deutsche Hochschulen angeschrieben, erhielt jedoch nur von wenigen Auskunft über ihre Verwendung von Tieren. Die meisten weigern sich, Informationen herauszugeben und die Regierung fordert keine vollständige Berichterstattung. Selbst die Studierenden wissen nicht im Detail, was mit den Tieren an ihrer eigenen Universität geschieht.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung von PETA.

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