Interview mit OB Schuchardt zum Kickersaufstieg
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Katharina Kraus
28. Mai 2016

Symbolbild Würzburg
Großes Fan-Event
Am Mittwoch wurden der Aufstieg in die 2. Liga und die Kickers in der Eichhornstraße von den Fans gefeiert. In den letzten 30 Jahren ist das der größte Erfolg einer Würzburger Sportmannschaft, die zudem Würzburg überregional u.a. durch die Live-Übertragung in der ARD als Sportmetropole bekannt gemacht hat. Leider war das Oberhaupt der Stadt nicht vertreten. Genauso wenig, wie bei den Relgationsspielen selbst.
Verwunderung und Verärgerung
Viele unserer Fans haben in den letzten Tagen verwundert und auch verärgert auf die Abwesenheit des OB und auf die in der Mainpost veröffentlichte Aussage von ihm – „Fußball ist das Theater des kleinen Mannes“ – reagiert. Für viele Würzburger ist nicht nachvollziehbar, weshalb bei einer schon lange im Voraus planbaren Sache wie der Relegationsspiele der Oberbürgermeister nicht dabei ist. Daher haben wir direkt bei OB Christian Schuchardt nachgefragt:
Wie ist das „Theater“-Zitat zu verstehen?
OB: Der Satz war ja in einem durchweg positiven Kontext gedacht. Mit diesem Satz wollte ich zeigen, dass Fußball einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat, eben nicht nur die sogenannte Hochkultur. Ich wurde von den Medien nach der Wertigkeit von Theater und Fußball im Vergleich gefragt. Dieses Zitat vom großen Fußballer und 54er Weltmeistertrainer Sepp Herberger steht für mich viel mehr dafür, dass es eben einen Zusammenhang gibt – zwischen einem Theater auf der einen Seite und Fußballspielen auf der anderen. Aber eben nicht einen eins zu eins übertragbaren. Es sind verschiedene Dinge mit verschiedenen Voraussetzungen.
Was sagen Sie den Menschen, die sich von dieser Klassifizierung ihrer Interessen herabgesetzt fühlen?
OB: Das war weder von Sepp Herberger noch von mir so gemeint oder beabsichtigt. Fußball ist ein Sport in dem alle, vom Arbeiter bis zum Firmenboss, vom Gewerkschafter bis zum Politiker mitspielen, mitmachen und mitfiebern – auch Akademiker gehen gerne in ein Fußballstadion, wie ich ja auch. Die Gemeinschaftsfunktion hat man auch bei den Kickers
gesehen. Fußball verbindet, macht Spaß und ist einfach toll. Fußball ist unser Sport Nummer 1 – das kann man gar nicht hoch genug schätzen.
Was bedeutet der Aufstieg der Kickers für die Stadt und Sie persönlich?
OB: Dies ist eines der schönsten Kapitel in der Geschichte der Sportstadt Würzburg. Nicht nur für die Kickers sondern für die gesamte Stadt. Bei uns spielen künftig Vereine wie beispielsweise der 1. FC Nürnberg, die Fans sehen und erleben Würzburg… Wenn ich allein die Fernsehübertragungen sehe, in denen Würzburg deutschlandweit wahrgenommen wird, dann gibt das ungeheuer positive Standortwerbung.
Wo haben Sie vom Sieg der Kickers gestern erfahren?
OB: Ich habe leider nur den Spielstand verfolgen können – zum Glück kann man ja bei wichtigen Dingen überall auf der Welt live dabei sein. Und so konnte ich auch live mitfiebern.
Wären Sie gerne bei der Aufstiegsfeier dabei gewesen?
OB: Natürlich wäre ich sehr gerne beim Fest in der Eichhornstraße dabei gewesen. Aber das Feiern haben wir ja beim städtischen Empfang nachgeholt.

