Nach Chemikalienfund im Keller: Mehrere Wohnhäuser evakuiert
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2. Juni 2016

Symbolbild Schweinfurt
2. Nachtrag 17:10 Uhr
BAD KISSINGEN. Bei den Räumungsarbeiten in dem betroffenen Kellerabteil in dem Anwesen in der Theresienstraße wurden unterschiedliche Kleinmengen an Chemikalien gefunden. Darunter mehrere nicht etikettierte Behältnisse sowie auch ein Fläschchen mit Pikrinsäure. Diese geringe Menge Säure wurde in einem ungefährlichen Aggregatszustand und in einem sicheren Behältnis aufgefunden.
Zum aktuellen Zeitpunkt (Stand: 16.45 Uhr) werden durch Spezialkräfte der Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Gefahrguttrupp der Verkehrspolizei die noch unbekannten Substanzen geprüft. Der Keller wird von einer Spezialfirma vollständig geräumt. Unterdessen pumpen die Einsatzkräfte das restliche im Keller stehende Wasser ab. Die Abfälle werden sicherheitshalber größtenteils als Sondermüll entsorgt. Das Trinkwassersystem wird regelmäßig durch das Landratsamt überprüft und überwacht. Die Werte liegen alle im Normbereich. Der Einsatz wird voraussichtlich noch mehrere Stunden andauern.
Nachtrag 14:10 Uhr
Da sich in dem betroffenen Keller noch giftige Chemikalien befinden bzw. aufgrund der Wassermengen entstanden sein könnten, werden ab 15:00 Uhr speziell geschulte Einsatzkräfte das Gebäude durchsuchen. Als Vorsichtsmaßnahme für diesen Einsatz werden die Bewohner der Hausnummern Theresienstraße 23 bis 25 evakuiert.
Feuerwehr wird auf Behälter aufmerksam
BAD KISSINGEN. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag stießen Einsatzkräfte der Feuerwehr in einem Wohnhaus in der Bad Kissinger Theresienstraße auf diverse Chemikalien. Aufgrund der von diesen Stoffen ausgehenden Gasentwicklung wurden neben dem betroffenen Haus auch die umliegenden Gebäude vorübergehend evakuiert.
In den späten Mittwochabendstunden wurde die Feuerwehr Bad Kissingen zum Auspumpen eines Kellers in der Theresienstraße alarmiert. Offenbar war es auf Grund der starken Regenfälle der letzten Tage zu einem Rückstau gekommen, der die ca. 100 m2 großen Räume unter Wasser setzte. Im Laufe der Abpumparbeiten wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr auf diverse Behältnisse in einem der Kellerräume aufmerksam, die mit Chemikalien gefüllt waren. Auffällig war auch eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration. Die Feuerwehr unterbrach darauf sofort die weiteren Abpumpmaßnahmen.
Gaskonzentration angestiegen
Da die Gaskonzentration im Einsatzverlauf weiter anstieg, wurden neben dem Wohnhaus auch die umliegenden Gebäude evakuiert. Hierzu kamen weitere Feuerwehren des Landkreises und Einsatzkräfte des Roten Kreuzes zum Einsatz. Gegen 05:00 Uhr konnten die Anwohner in ihre Häuser zurückkehren. Verletzt wurde niemand.
Nach dem aktuellen Sachstand handelt es sich um diverse Chemikalien aus dem Bestand eines ehemaligen medizinischen Labors, darunter auch Stoffe, die mit Wasser reagieren können. Sicherheitshalber wurde der Keller verschlossen.
Kanal- und das Trinkwassersystem überprüft
Die Abteilung Sicherheit und Ordnung des Landratsamts Bad Kissingen war bereits in der Nacht vor Ort und führt derzeit weitere erforderliche Maßnahmen durch. Es werden verschiedene Proben genommen und untersucht. Um Gefahren auszuschließen werden unter anderem vorsorglich das Kanal- und das Trinkwassersystem überprüft. Die zuständigen Fachbehörden sind vor Ort, um die Situation zu bewerten.
Im Laufe des heutigen Tages werden Spezialkräfte des Landeskriminalamtes in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und der örtlichen Feuerwehr nach der Ursache für die Kohlenmonoxidkonzentration suchen und die Gefahrstoffe beseitigen. Im Verlauf des Einsatzes kann es zu Verkehrsbehinderungen im direkten Umfeld kommen.
Quelle: Gemeinsamer Pressebericht des PP Unterfranken und des LRA Bad Kissingen.

