Ende für das Walther-Rathenau-Gymnasium?

Anzeige

Würzburg erleben

16. Juni 2016

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Symbolbild Schweinfurt

Keine neuen 5. Klassen ab 2018

Seit einigen Tagen findet in Schweinfurt eine größere Diskussion bezüglich der Walther-Rathenau-Schulen statt. Die Stadt Schweinfurt plane, das Gymnasium bis 2024 auslaufen zu lassen. Darüber wurden die Lehrkräfte des Walther-Rathenau-Gymnasiums und der Walther-Rathenau-Realschule vom Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt, Sebastian Remelé, informiert. Laut Informationen des Walther-Rathenau Gymnasiums soll es ab dem Schuljahr 2018/19 keine neuen 5. Klassen mehr am Gymnasium geben.

Entscheidung der Stadt Schweinfurt

Die aktuelle Berichterstattung über die Zukunft der Schullandschaft in Stadt und Landkreis Schweinfurt veranlasst Landrat Florian Töpper nun noch einmal Folgendes deutlich zu machen: Die geplante Auflösung des Walther-Rathenau-Gymnasiums sei einzig und alleine die Entscheidung der Stadt Schweinfurt. Ihr alleine obliege es daher auch zu entscheiden, wann, wen und wie sie über diese Pläne informiere. Der Landkreis sei für dieses Gymnasium nicht zuständig und dementsprechend sei auch die Informationspolitik dazu Aufgabe der Stadt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landrates.

Zusammenführung der Realschulen

Zudem soll die Walther-Rathenau-Realschule ab dem Schuljahr 2025/26 mit der Realschule Schonungen fusionieren. Bis Ende des Schuljahrs 2029/30 wird die Walther-Rathenau-Realschule also ebenfalls aufgelöst sein, heißt es auf der Homepage der Schule. Hier sei die Sachlage, was eine mögliche Zusammenführung der Rathenau-Realschule mit der Staatlichen Realschule Schonungen angeht, anders. Der Bestand der Staatlichen Realschule Schonungen mit ihrem vielfach ausgezeichneten pädagogischen Angebot stehe unter keinen Umständen in Frage. Zur eventuellen Disposition stehe unter bestimmten Voraussetzungen einzig und allein der Unterrichtsort. Was dies anbetrifft, habe die Verwaltung des Landratsamtes Schweinfurt und Landrat Florian Töpper die Gemeinde Schonungen in Person des 1. Bürgermeisters Stefan Rottmann zu einem möglichst frühen Zeitpunkt über die Gespräche mit der Stadt informiert. Desgleichen informiert wurde die Schulleitung der Realschule Schonungen sowie die Fraktionsvorsitzenden des Kreistags.

Noch Kein Beschluss gefasst

Zu dieser Thematik gebe es noch keinen einzigen Beschluss von Seiten des Landkreises. Im Gegenteil: Bei Landkreisverwaltung und den Fraktionen bestehe Einigkeit, dass aufgrund der hohen Sensibilität des Themas zunächst umfassend Entscheidungsgrundlagen zu ermitteln seien, um dann einen Entschluss der Kreisgremien wohlvorbereitet herbeizuführen. Ein Zeitpunkt, wann dies sein wird, steht noch nicht fest.

Ergebnisse des Schulentwicklungsplans

Den Erwägungen von Stadt und Landkreis liegen erste Ergebnisse des Schulentwicklungsplans zugrunde. Diesen habe der Kreisausschuss im Dezember 2014 einstimmig in Auftrag gegeben. Landrat Florian Töpper lege großen Wert auf die Feststellung, dass bei Beratung und Beschlussfassung hierüber auch Schonungens 1. Bürgermeister Stefan Rottmann in seiner Funktion als Kreisrat anwesend war. Dem Protokoll dieser Sitzung ist zu entnehmen, dass Zielsetzung des Schulentwicklungsplans insbesondere auch die künftige Gestaltung der Realschullandschaft in Stadt und Landkreis sein soll. Unter den Fraktionen bestand seinerzeit Einigkeit, dass die Bildungspolitik des Landkreises nach Möglichkeit über die Wahlperiode hinaus zu planen ist. „Diese Einigkeit sehe ich auch heute noch“, so Landrat Töpper.

Sinnvolle Lösung nötig

Der Landrat hege großes Verständnis dafür, dass die Gemeinde Schonungen über die Möglichkeit eines Abzugs der Schule nicht erfreut ist. In den bereits erfolgten Gesprächen mit Bürgermeister Rottmann wurde immer wieder betont, dass sich der Landkreis Schweinfurt als Gebäudeeigentümer verpflichtet sieht zusammen mit der Gemeinde Schonungen für jedes Szenario eine sinnvolle Lösung für das Schulgebäude zu erarbeiten.

Heftige Vorwürfe & falsche Aussagen

Betroffen zeigt sich Töpper allerdings einerseits von der Heftigkeit der Vorwürfe in Richtung des Landkreises und seiner Person, andererseits davon, dass die Gemeinde mit falschen Aussagen operiert. So heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde Schonungen vom 14.06.2016 wörtlich: „Der Kreistag hatte die Sanierung der Realschule für nach 2020 fest eingeplant.“ Ein solcher Beschluss des Kreistags existiere nicht. Vielmehr habe die Landkreisverwaltung auf Nachfragen der Gemeinde Schonungen stets pflichtgemäß geantwortet, dass eine dauerhafte Bestandszusage für die Realschule am gegenwärtigen Ort nicht gegeben werden kann, so das Landratsamt Schweinfurt.

Landrat Florian Töpper: „Ich fordere Herrn Bürgermeister Rottmann auf, in der Diskussion um den Realschulstandort Schonungen künftig Maß und Mitte zu wahren.“

Alle wichtigen News des Tages und Sportergebnisse direkt aufs Smartphone – Jetzt die neue SWity-App kostenfrei herunterladen: www.apps.SWity.de

Dieser Artikel beruht auf Informationen der Walther-Rathenau-Schulen sowie einer Pressemitteilung des Landratsamts Schweinfurt.

Banner2
Topmobile2