Fachleute nach Brückeneinsturz ratlos
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Würzburg erleben
17. Juni 2016

Symbolbild Schweinfurt
Ursache weiter unklar
WERNECK. Nachdem es am Dienstag zu einem tragischen Unglück an der Schraubenbach-Talbrücke an der A7 bei Werneck gekommen ist, ist die Ursache bislang weiter unklar.
„Lange erprobtes und bewährtes Bauverfahren“
Ein 40 Meter langes Stück der Autobahnbrücke krachte zu Boden, während 20 Bauarbeiter noch mit Arbeiten beschäftigt waren. Ein 38-Jähriger Kroate wurde bei dem tragischen Unfall tödlich verletzt, elf weitere zum Teil mit lebensbedrohlichen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.
Fachleute ratlos
Die Baufirma, das Unternehmen Max Bögl aus der Neumarkt in der Oberpfalz, teilte ihre Bestürzung über den Unfall in einer Stellungnahme mit und kann sich den Unfall bislang nicht erklären. Laut der Firma wurde ein „lange erprobtes und bewährtes Bauverfahren“ angewendet.
Von dem Unfall ist kein Mitarbeiter der Baufirma selbst betroffen. Bei dem verstorbenen Mann, sowie den Verletzten handelt es sich um Beschäftigte von beauftragten Subunternehmern.
Baustelle ist „Tatort“
Die Ermittlungen vor Ort laufen derzeit weiter. Die Baustelle selbst wird aktuell als Tatort behandelt und dementsprechend gesichert. Auch Sachverständige arbeiten weiter auf Hochtouren daran, die Ursache festzustellen.
„Dass sowas abstürzt ist völlig unerklärlich“
Wie verschiedene Medien berichten, sagte Staatssekretärie Gerhard Eck, im bayerischen Innen-, Bau- und Verkehrsministerium, dass die Polizei habe am Mittwochabend alles abgesichert und sichergestellt, „dass nichts beiseite geräumt werden kann“. Er warnte vor falschen Schlüssen und Panik – vor allem in Bezug auf Hunderte ähnliche Baustellen in Deutschland.
Weiter sagte er: „Wir sollten keine Unsicherheit verbreiten. Es muss sorgsam aufgearbeitet werden, was genau passiert ist.“ und „Wenn es denn dann Fehler waren, menschliche Fehler, technische Fehler, dann muss das einfach bis ins feinste Detail geklärt sein.“ Danach könne über weitere Konsequenzen gesprochen werden.
Am Mittwochnachmittag war ein frisch betoniertes Teil am Ersatzneubau der Talbrücke Schraudenbach für die viel befahrene Autobahn 7 bei Werneck abgestürzt und hatte ein Gerüst mitgerissen. Rettungshubschrauber und Hundestaffeln sowie mehr als 150 Helfer waren im Einsatz.
„Aufgelagertes Betoniersystem“
Sachverständige und Vertreter der Baufirma waren nach Ecks Angaben noch am Mittwochabend zur Unfallstelle gekommen. Bei der Baustelle handle es sich um ein sogenanntes aufgelagertes Betoniersystem, von unten aufgebaut mit Schalung. „Dass sowas abstürzt ist völlig unerklärlich“, sagte der gelernte Maurer und frühere Bauleiter Eck. „Und auch die Baufirma genießt einen einwandfreien Ruf“, betonte er. „Es stehen alle Fachleute hier und sind sprachlos.“

