Kickers-Gerüchteküche – Aufschnitt statt Culinaria

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Würzburg erleben

23. Juni 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Gravierende Einladung

„Gravierende personelle Veränderungen“ – dramatischer hätten die Würzburger Kickers zur  öffentlichen Pressekonferenz nicht einladen können.

Würzburg im WüShop

Damit wollten die Rothosen nicht nur möglichst viele Medienvertreter und Fans ins Traditions-Möbelhaus XXXL Neubert locken, sondern schürten zugleich den Ofen der Gerüchteküche im kulinarischen Fussballdeutschland.

Le grand menu

Ginge es nach den Fans, Internetforen und spekulierenden Medien, las man auf der Menükarte der Rothosen:

  • „Nach Weißwurst und Backfisch – Ivica Olic isst jetzt unterfränkische Wurstspezialitäten von Hollerbach“
  • „Trochowski – Ex-Nationalspieler tauscht Augsburger Zwetschgendatschi gegen Öpflblootz“
  • „Kevin Kuranyi – jetzt wird Sssssilvaner getrunken“
  • „Weltmeister Thomas Berthold wechselt vom VIP-Zelt auf die Trainerbank“
  •  „Rafael van der Vaart houdt nu Würzburg Spiesen“

Weniger beliebt war dahingegen folgendes Gericht:

  • „Nürnberg lockt Hollerbach mit blauen Zipfl!“

Voilà, le grand menu!

Maître de Cuisine Daniel Sauer und Chef de Partie Fabian Frühwirth hatten das Menü angerichtet und mit einer silbernen, säuberlich polierten Cloche verdeckt. Die Auswahl der Gerüchteküche war vorzüglich. Welches Gericht man wohl verspeisen dürfte? Gibt es womöglich gleich mehrere Gänge?

Auf roten(hosen) Stühlen sitzend, präsentierte man nun „le grand menu“ (das gravierende Menü):

  • „1095g Aufschnitt der Metzgerei Hollerbach“

Null Sterne

Die anwesenden Fa(ei)nschmecker schauten nicht schlecht aus der Küchenwäsche, vor allem, weil da eben kein weiterer Teller stand, einem auf dem vielleicht sogar schwedisches Godis Chokladkorkant (Geschmack Ibra) liegen sollte.  Noch heftiger waren die Reaktionen auf das Urteil der Restaurantkritiker (aka Medien). Enttäuschung macht sich breit und das unzufriedene unterfränkische Schlemmermaul fährt die schwerste Kritikerwaffe auf, die das Internet zu bieten hat: Rezessionssternchen. Wenige! Nein, keine!

Chefkoch Hollerbach

So sind sie die Würzburger! Man präsentiert ihnen über ein Kilogramm feinstes, in der Region, gezüchtetes Bestes vom Fleisch und es wird gemeckert (hier spielt Würzburg übrigens seit 1948 in der ersten Liga).

3×3

Dabei genoss man noch vor kurzem die Gerichte, die Chefkoch Hollerbach mit seinem Schnellkochtopf serviert hatte als wäre es brasilianisches mit Sansibar-Champagner abgeloschenes Rind. Drei Anläufe erbat sich die Küchenbrigade damals, um ein drittklassiges Menü zu zaubern. Hollerbach servierte nach nur einer Saison einen Gaumenschmaus saarländischer Art.

3×2

Die Küchenbrigade wollte mehr! Weitere drei Jahre sollten reichen, um die nächste kulinarische Liga des deutschen Fussballs zu erreichen. Hollerbach band sich die Schürze um und servierte kurze Zeit später „Das Wunder von Bernd“.

Danke Bernd

Vorzügliche Hausmannskost in kürzester Zeit zubereitet, das wollte man vor zwei Jahren in Fulham schon. Jetzt da man weiß, wie gut es schmeckt, mag es nicht verwundern, wenn auch andere Großküchen den Metzgersohn verpflichten möchten. Daher darf man den Würzburger Kickers für diesen Coup gratulieren und Bernd Hollerbach vielfach danken. Wer weiß, wohin die kulinarische Reise mit ihm noch gehen wird (3×1?) – jetzt erstmal bis zum 30. Juni 2019.

Eins noch: Vielleicht schreibt man bei der nächsten Einladung zum Festessen einfach das auf die Klatschpa…, Menükarte, was unter der Silberglocke liegt oder lässt das Silber gleich weg und trifft sich auf eine Stadionwurst, dann passt’s auch zu Würzburg.

Kroate beim Italiener

Übrigens bleibt die Gerüchteküche nicht kalt! Gestern wurde angeblich Ivica Olic bei einem Italiener in der Sanderau gesehen. Poliert das Silber, putzt die roten Stühle, bald wird wieder geschlemmt!

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