Macht die Euro 2016 wettsüchtig?
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Würzburg erleben
28. Juni 2016

Symbolbild Schweinfurt
Riskantes Spiel?
Die Euro 2016 ist in vollem Gange, Deutschland trifft im Viertelfinale auf Angstgegner Italien und die Schweinfurter fiebern mit Jogis Jungs beim großen Public Viewing am Volksfestplatz. Die EM-Zeit bedeutet aber nicht nur Hochkonjunktur für Public Viewing Locations und Kneipen, sondern auch für Sportwettenanbieter.
Viele haben schon mal anlässlich eines Fußball-Großereignisses getippt oder gewettet – sei es im Rahmen einer privaten Tipprunde unter Freunden oder über Wettportale wie z.B. Tipico. Bei geringen Wetteinsätzen stehen lediglich Spaß und Spannung im Vordergrund.
Große Suchtgefahr bei Live-Sportwetten
Kritisch sind, laut BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), allerdings Live-Sportwetten und hier insbesondere Ereignis-Wetten, bei denen noch während des laufenden Spiels hohe Geldeinsätze auf Geschehnisse abgegeben werden können: Welche Mannschaft schießt zum Beispiel das erste Tor oder welcher Spieler sieht als erster eine gelbe Karte?
Zufallsanteil wird ignoriert
Die Ereignis-Wette verleitet Spieler dazu, deutlich mehr Geld auf deutlich mehr Ereignisse zu setzen, als ursprünglich geplant. Live-Sportwetten bergen eine große Suchtgefahr. Wettende überschätzen ihre Kenntnisse und das persönliche Einschätzungsvermögen oft, was zu hohen Einsätzen mit entsprechenden Verlusten führen kann. Glücksspieler ignorieren dabei, dass im Sport der Spielausgang immer auch dem Zufall unterliegt.
Männer tippen häufiger
Eine aktuelle repräsentative Befragung der BZgA zeigt, dass in Deutschland Männer etwa sechsmal häufiger an Sportwetten teilnehmen als Frauen. Bei den Live-Wetten tippen Männer sogar achtmal häufiger als Frauen. Und: Junge Männer scheinen auch illegale Sportwetten interessant zu finden.
Die Teilnahme an illegalen Sportwetten ist unter jungen Männern im Alter von 18 bis 20 Jahren innerhalb von zwei Jahren von 5,7 Prozent (2013) auf 12,8 Prozent (2015) angestiegen. „Die Ergebnisse der BZgA belegen, dass 6,3 Prozent derjenigen Männer, die bei Sportwetten mitmachen, ein problematisches oder pathologisches Wettverhalten zeigen“, sagt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA.
Public Viewing in Schweinfurt
Am kommenden Samstag, den 2. Juli, kämpft die deutsche Nationalelf um den Einzug ins Halbfinale. Nachdem zusammen Daumen drücken viel mehr Spaß macht gibt es in unserer Public Viewing Map eine Übersicht mit Locations zum gemeinsamen Fußball schauen in Schweinfurt.

