Kulturspeicher: Kunst geht fremd

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Würzburg erleben

23. Juli 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Zwölf Museen tauschen

Auch in diesem Sommer gibt es in der unterfränkischen Kulturlandschaft wieder einen erfrischenden Perspektivwechsel: Zum sechsten Mal tauschen diesmal zwölf Museen untereinander ihre Kunst. Jeweils ein ausgewähltes Kunstwerk wird in ein anderes Haus ausgeliehen und begibt sich dadurch in einen neuen Kontext: Die Objekte präsentieren sich in fremdem und regionalem Umfeld, sie fügen sich in eine andere Ausstellungskomposition mit ein – oder irritieren dort ganz bewusst.

Lebendiges Netzwerk

Der Kulturspeicher lädt ein, mit dem Programm auf Wanderschaft zu gehen und den Verbindungen zu folgen, die diesen Sommer wieder quer durch die Lande geknüpft wurden. Der Tausch verläuft dabei nicht starr bilateral, sondern er spinnt seine musischen Fäden quer durch den Bezirk Unterfranken. Das gewährt nicht nur einen ganz neuen Blick auf Ausstellung und Kunst, sondern kreiert auch ein heterogenes, lebendiges Netzwerk, von dem Besucher und Kulturschaffende vor Ort profitieren. Wenn Kunst fremd geht, hat sie seit jeher auch ein Begleitprogramm im Gepäck. Darin vermitteln Experten in Führungen oder Vorträgen ihr Wissen über das „fremde“ Objekt.

Regeln der Ästhetik

Kunst ist nicht immer schön, aber sie folgt den Regeln der Ästhetik. Die Auseinandersetzung mit dieser Lehre von der Wahrnehmung sensibilisiert uns für visuelle Reize, die – richtig eingesetzt – schön machen können! Die Ästhetik war bis ins 19. Jahrhundert hinein die Lehre von der wahr- nehmbaren Schönheit, von den Gesetzmäßigkeiten und der Harmonie in der Natur und Kunst, was sie zum Sinnbild des Transzendentalen, Ewigen machte.

Suche nach Schönheit

Die Kunst folgte dabei sich wandelnden Idealen, abhängig von Kulturkreis und historischer Epoche, wobei den Künstlern meist eine verpflichtende Ästhetik als Gestaltungsmaxime an die Hand gegeben wurde. Wer die Schönheitsideale durch die Zeiten verfolgt, stellt fest, dass sie sich nicht nur unterscheiden, sondern geradezu gegensätzlich zueinander verhalten. Albrecht Dürer schrieb einst: „Doch was die Schönheit sei, das weiss ich nit.“ Auch heute ist das Geheimnis des Schönen nicht gelöst. Und in unserer Zeit ist Kunst nicht immer schön nach landläufigem Maßstab. Doch was heute als hässlich und ungestalt empfunden wird, kann morgen schon als schön gelten. In der diesjährigen Aktion „Kunst geht fremd“ geht man gezielt nach Schönem auf die Suche.

Schönheitspflege

Und so wechselt das Bildnis einer Dame im Ankleidezimmer seinen Standort ebenso wie die Keramik einer Frisierstube, findet sich eine Buchillustration mit zwei Frauen, die ihre Schönheit zu käuflichen Zwecken zur Schau stellen, wie die Replik einer ägyptischen Schminkpalette, eine Grabbeigabe mit einer Fibel aus einer Wehranlage oder ein Nonnenspiegel, der auch geistlichen Damen Schönheitspflege erlaubt.

Macht Kunst schön?

Es finden sich eine der „schönen“ Rhöner Masken und ein schöner Buddha, das Gemälde eines drallen Aktes und Entwürfe für die Verschönerung der Wand durch Bemalung. Das Kostüm eines schönen Faschingsprinzen ist ebenso dabei wie die Darstellung eines schönen Minnesängers. Macht Kunst schön? Manche der ausgestellten Objekte dienen in direkter
Weise dazu. Andere haben das Streben nach Schönheit und ihre Zurschaustellung zum Thema. Die unterschiedlichsten Objekte, die der Kulturspeicher „fremd“ gehen lässt, zeigen die Sehnsucht nach dem Schönen in vielfältigen Medien und Ausdrucksformen.

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung des Kulturspeichers.

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