Axt-Attentäter: Aus dem Nichts radikalisiert?
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Würzburg erleben
24. Juli 2016

Symbolbild Würzburg
Experten & Flüchtlinge im Interview
Nach den schrecklichen Ereignissen in Würzburg und München zeigte Spiegel TV nun einen Beitrag mit Hintergründen, Experten-Aussagen sowie Aussagen von Bekannten der Täter. Auch Riaz Khan Ahmadzai, der 17-Jährige Axt-Attentäter aus Ochsenfurt war Thema der Sendung. Zu Wort kamen unter anderem Freunde, Flüchtlingshelfer sowie Terrorismus-Experten.
Was hat Riaz dazu gebracht?
Am Montagabend (18. Juli 2016) ist der islamistische Terror auch in Deutschland angekommen. Um genau zu sein bei uns in Würzburg. Doch was hat den 17-Jährigen Riaz Khan Ahmadzai zu solch einer schrecklichen Tat gebracht? Wie wurde er in scheinbar rasender Geschwindigkeit zum Islamisten?
„Er hatte etwas aggressives an ich“
Auf Fotos hat der 17-Jährige eine sypmathische Ausstrahlung, er wirkt nicht auffällig. Bei Spiegel TV erzählen seine Freunde aus der Flüchtlingsunterkunft jedoch, dass er manchmal radikal und psychisch labil gewesen war. „Er hatte etwas aggressives an sich“. Einmal brachte er bei einem Streit ein Messer ins Spiel. Der Sachverhalt wurde bloß nie geklärt. Niemand habe vor der Polizei aussagen wollen. Was die jungen Flüchtlinge ebenfalls behaupten: Riaz käme gar nicht aus Aufghanistan. Wie die Ermittler bereits vermuteten, habe der Axt-Attentäter verraten Pakistani zu sein.
Seit zwei Wochen lebte der Täter in Gaukönigshofen bei einer Pflegefamilie. Seine Chancen für eine integrierte Zukunft in Deutschland waren hoch. Dem Oberbürgermeister von Gaukönigshofen ist er nie negativ aufgefallen, heißt es im Beitrag von Spiegel TV. „Plötzlich wird er zum Täter und wird erschossen“, ist er immer noch verwundert. Seit dem Ereignis am Montag stellen sich die Menschen in Ochsenfurt viele Fragen. Die Flüchtlinge sind ratlos, so Simone Barrientos (Flüchlingshelferin) Fernsehen.
Seine dunkle Seite blieb verborgen
Riaz‘ dunkle Seite blieb scheinbar bis zum Attentat verborgen. Laut Terrorismusexperten Guido Steinberg reagierte Riaz auf die Ereignisse in Frankreich. Der Attentäter habe über Monate hinweg über diese Themen nachgedacht bis er selbst zum „Soldaten des Kalifats“ wurde. Riaz hat sich also im Stillen radikalisiert. Er hatte (vermutlich) keine physische Verbindung zum IS, wurde dennoch zum Anhänger. Bei solch einer Radikalisierung spielen Propaganda Videos des IS eine große Rolle, weiß Terrorismusexpertin Julia Ebner, sie inspirieren und lassen trotz fehlender physischer Verbindung solche Attentate zu.
Alles rot – Wie im Schlachthof
Auch ein Würzburger wird im Beitrag gezeigt. Thomas, der in Heidingsfeld lebt, hörte am Abend des Attentats die Vollbremsung des Zuges in Würzburg-Heidingsfeld. Zuggäste kamen zu ihm und baten um Verbandsmaterial. „Es war alles Rot. Ich kenn‘ so etwas nur vom Schlachthof“, beschreibt er die Situation an diesem Abend. Vier der verletzten Opfer kommen aus Hongkong. Hongkong habe mittlerweile eine Reisewarnung für Deutschland ausgesprochen.

