Erfahrungsbericht: Crossfit oder lieber doch nit?

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Würzburg erleben

5. August 2016

Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Symbolbild Würzburg

Was ist Crossfit?

In den letzten Jahren hört man vermehrt von Crossfit. Mittlerweile ist diese Sportart in Deutschland angekommen und hat sich etabliert. Doch was ist das überhaupt? Crossfit ist eine Mischung aus Kraft und Ausdauer. Mit funktionellen Übungen wird der gesamte Körper beansprucht. Dabei liegt der Fokus auf Dingen wie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Genauigkeit, Gleichgewicht und Koordination. Gemischt wird das Ganze mit permanenter Abwechslung und hoher Intensität.

Einfach mal versuchen

Ich bin Studentin, 22 Jahre alt, arbeite nebenbei. Den Gedanken, Crossfit zu testen, hatte ich schon einige Zeit. Doch irgendwie habe ich mich nie rangetraut. Meine Fitness und Kraft waren nach einigen Jahren (Kraft-)Training bereits auf einem gewissen Level. Und trotzdem: „Kann ich das?“ oder „Das ist doch voll die eingeschworene Truppe.“ Solche Phrasen schwirrten in meinem Kopf herum. Aber dann war es irgendwann so weit: Ich wollte es einfach mal versuchen! Die Neugierde überwog die Zweifel. Zu verlieren hatte ich ja nichts.

Die heiligen Hallen

Ausgesucht habe ich mir Crossfit Würzburg, Europas größte Box. Als Entscheidungshilfe dienten unter anderem Empfehlungen und die „Recherche“ über Instagram und Co. Nachdem ich mich online für einen Kurs der Kategorie Einsteiger angemeldet hatte, gab es kein Zurück mehr. Nervös betrat ich die heiligen (Post)Hallen. „Was jetzt? Wo stelle ich mein Zeug hin? Wie begrüße ich die anderen?“ Diese Fragen erledigten sich schnell. Ich wurde sofort begrüßt. Das macht man hier übrigens mit einem „Fist bump“, einer „Ghettofaust“. Irgendwie passt das perfekt dazu – rau, aber freundlich. So lässt sich Crossfit Würzburg beschreiben. Wer Hochglanz und Ringelreih erwartet, ist hier falsch. Hier wird geschwitzt und angepackt, aber auch zusammen gehalten und geholfen.

Erstes Training

Das erste Training war der Kurs „Crossfit Fitness“. In der Gruppe von acht Leuten waren mit mir sechs Frauen und zwei Männer. Darunter waren neben mir noch zwei andere Frischlinge. Zuerst erklärte Trainerin Nina was geplant war. Für jedes Mal werden nämlich andere Übungen zusammengewürfelt. Nach dem Aufwärmen mit zum Beispiel Liegestützen und Hyper Extensions ging es ans eigentliche Training. Das setzte sich aus Übungen wie Box Jumps, Wall Balls und Klimmzügen zusammen. Ich hasse Wall Balls: Ein Medizinball wird möglichst hoch an die Wand geworfen und im Kniebeugen gefangen.

Hilfe!

Das Training war hart, aber machbar. Wer keine Klimmzüge schafft, macht eben einen Sprung statt sich nur hochzuziehen. Jeder gibt was er kann und möglichst ein wenig mehr! Neue Übungen bekam ich sofort erklärt. Was mich jedoch am meisten überzeugte war der Zusammenhalt. Keinen der 8 Trainierenden und auch nicht die Trainerin kannte ich und doch fühlte ich mich sofort wie in einem Team. Für mich stand fest: Hilfe, ich will duschen! Und: Das war nicht das letzte Mal!

Im Crossfit Fieber

Da hatte ich mir was eingebrockt. Neben Uni, Arbeit und Fitnessstudio jetzt also auch noch Crossfit. Aber ich konnte mir nicht helfen, das Fieber hatte mich erwischt. Zunächst blieb ich bei Crossfit Fitness. An die Königsdisziplin WOD traute ich mich noch nicht. WOD bedeutet „workout of the day“. Täglich gibt es einen neuen Plan, der während des Open Gyms auf eigene Faust oder zu den WOD-Kurszeiten mit Trainer und in der Gruppe absolviert werden kann.

Böse Überraschung

Als ich eines Sonntags bei Crossfit Würzburg hereinspazierte, erwartete mich eine böse Überraschung. Angemeldet hatte ich mich wieder einmal für Crossfit Fitness. Allerdings wurde nach kurzer Absprache mein Kurs mit dem WOD zusammengelegt – aus Mangel an Teilnehmern. Der Schreck war groß, die Panik machte sich in mir breit. Alle Aufregung war jedoch umsonst. Das WOD war super, herausfordernd, anstrengend. Wie zuvor: alles Neue wird erklärt, es wird gemeinsam alles gegeben und keiner wird allein gelassen.

Bisheriges Fazit

Alle Sorgen waren unbegründet. Keiner wird belächelt. Ich kann nicht für andere Boxen (Crossfit Studios) sprechen, aber bei Crossfit Würzburg ist es egal, ob neu dabei, fit oder eher nicht, dick, dünn, alt, jung, Student, Kassierer, Mama oder Ingenieur. Jeder wird herzlich aufgenommen, jeder kann nach seinen Fähigkeiten alles geben.

Preis-Leistung

Natürlich hat das Ganze seinen Preis. Der liegt vergleichsweise allerdings unter dem Durchschnitt. Die 10er Karte bekommt man ab 50 €, Flatrates je nach Umfang zwischen 50 und 225 € und die Jahresflat ermäßigt für 500, normal für 700 €. Dafür gibt es allerdings auch rundum ausgestattetes, abwechslungsreiches Training, schnelle Fortschritte, kleine Gruppen, Teamgeist, fähige und motivierte Betreuung und besonders eins: Das Gefühl, sich selbst geschafft zu haben. Ich bleibe auf jeden Fall dabei und kann jedem nur empfehlen, es einfach mal zu versuchen!

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