Zwei Rimparer Wölfe über lustige Vögel und Lieblingsplätze
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Katharina Kraus
8. September 2016

Symbolbild Würzburg
Emotion und Teamgeist
Benedikt Brielmeier und Stefan Schmitt, zwei Handballer mit Leib und Seele. Beide spielen seit Jahren bei den Rimparer Wölfen und verausgaben sich jedes Wochenende in den Hallen der Republik.
Mit viel Emotion und Teamgeist hat es die Mannschaft bis in die 2. Handball Bundesliga geschafft. Wir haben die Beiden vor Beginn der neuen Saison zu einem Video-Tabu-Interview getroffen.
Wie „geht“ eigentlich Handball?
Handball ist gar nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick vielleicht aussieht: Eine Mannschaft, die aus sechs Feldspielern und einem Torwart besteht, versucht mehr Tore zu erzielen als der Gegner. Der Ball darf dabei nur mit der Hand gespielt werden. Hat ein Spieler den Ball in der Hand, darf er damit nur drei Schritte gehen, bevor er den Ball abspielen, prellen oder auf das Tor werfen muss. Auf dem 40 x 20 m großen Spielfeld sind vor den Toren zwei Torräume mit einem Radius von sechs Metern markiert. Diese Torräume dürfen ausschließlich von den Tormännern betreten werden.
Warum sollte man unbedingt mal zu einem Heimspiel der Rimparer Wölfe gehen?
Weil euch actiongeladene, temporeiche 60 Minuten körperlicher Sport erwarten, in denen es nie langweilig wird und ihr eine Mannschaft seht, die sich mit vielen Emotionen und Herzblut auf dem Spielfeld zerreißt.
Vor ca. 8 Jahren wart ihr noch in der Bayernliga. Wie hat sich das Ganze bisher entwickelt (auch das Umfeld)?
Natürlich ist seit dieser Zeit alles um zwei bis drei Nummern gewachsen. Sowohl sportlich als auch im Umfeld gab es eine wahnsinnige Entwicklung. Mittlerweile spielen wir in einer Liga, die zu den fünf besten in Europa zu zählen ist, füllen statt unserer Rimparer Halle mit 700 Zuschauerplätzen, die s.Oliver-Arena mit fast 3.000 und schaffen es trotzdem, unseren Wurzeln treu zu bleiben.
Der enorme organisatorische Aufwand wird noch immer mit ehrenamtlichen Helfern der ersten Stunde gestemmt und auch der Kern unserer Fans, der uns schon in Landesligazeiten zu Auswärtsspielen begleitet hat, steht nach wie vor treu an unserer Seite – was uns natürlich unheimlich stolz macht!
Eigentlich kommt der Verein aus Rimpar. Ihr seid irgendwann nach Würzburg gezogen. Welche Unterschiede merkt man? Wie ist dort die Halle, wie hier?
Beide Hallen haben ihren Charme! Rimpar war sehr eng, es herrschte immer eine sehr hitzige Stimmung. Diese half uns oft bzw. war bei den Gegnern gefürchtet. Außerdem haben wir dort unsere bisher größten Erfolge gefeiert, weshalb wir die Halle immer in unserem Herzen tragen und nicht vergessen werden. Der Umzug nach Würzburg war die logische Folge unserer Erfolgsgeschichte. Wenn man sieht, dass wir mittlerweile einen Schnitt von rund 2.000 Zuschauern haben, kann man auch sagen, dass es der richtige Schritt war. Und wenn dich dann in wichtigen Spielen über 3.000 Fans nach vorne peitschen, ist das einfach ein wahnsinniges Gefühl!
Aber nicht nur die Größe der Halle, sondern auch die Aufgaben unserer ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund sind natürlich enorm gewachsen. Es ist kaum zu glauben, dass wir es mit unglaublich viel Manpower aus dem eigenen Verein schaffen, Woche für Woche Bundesligahandball auf hohem Niveau hier in Würzburg möglich zu machen. Das ist in Deutschland in dieser Art auch sicherlich einmalig!!!
Das Wolfsrudel zieht immer mehr in die Stadt. Gibt’s etwas Besonderes diese Saison, das ihr in Würzburg erwartet?
Eher im Gegenteil! Wir erwarten nichts von unseren Zuschauern oder von „Würzburg“. Vielmehr wollen wir „Würzburg“ begeistern und unsere Heimspiele sexy machen. Wir freuen uns sehr auf die kommende Saison und hoffen natürlich weiterhin auf große Unterstützung unserer Fans!
Wie ist denn so das Teamgefüge? Habt ihr auch ein paar lustige Vögel? Welche Charaktere gibt es bei euch im Team?
Wir sind quasi alle lustige Vögel! Und durch die Bank gutaussehend! Welcher Charakter sich dann wirklich hinter jedem von uns versteckt, lässt sich einfach herausfinden. Am Besten quatscht man uns dazu einfach mal nach unseren Spielen im Foyer an – lohnt sich!
Wie schaut die Zeit bis zum Saisonbeginn aus? Wie trainiert ihr, wann trainiert ihr?
Die Saison beginnt jetzt am Wochenende (03.09.). Erstes Heimspiel ist dann am 13.09. gegen die TSG Ludwigshafen/Friesenheim. Die Vorbereitung war ganz schön hart, wir hatten sieben bis neun Trainingseinheiten pro Woche plus Spiel.
Was sind eure Lieblingsplätze in Würzburg?
Da gibt es echt viele! Die Klassiker am Main und auf der Festung gehören natürlich dazu. Aber auch die s.Oliver-Arena ist bei unseren Heimspielen ein echter Geheimtipp.
Stimmung in der s.Oliver Arena: Was erwartet einen dort?
Wie schon gesagt, erwartet einen actiongeladener, temporeicher, körperlicher Sport, bei dem es nie langweilig wird und ihr eine Mannschaft seht, die sich mit vielen Emotionen und Herzblut auf dem Spielfeld zerreißt.
Wenn ich Handball noch nie gesehen habe, verstehe ich dann die Regeln?
Einzelne Kleinigkeiten könnten am Anfang etwas verwirrend sein. Es geht alles ziemlich schnell und mit viel Körperkontakt. Aber das Spiel wird einen schnell fesseln.
Was ist beim Handball erlaubt? Was zählt als Foul?
Handball ist sehr körperbetont und erinnert manchmal etwas an American Football. Einen Gegenspieler mit Ball der sich vor einem befindet, darf man schon ordentlich bearbeiten. Das Gesicht sowie der Wurfarm sind allerdings tabu, ebenso wie Angriffe auf den Gegner von hinten.
Bei Fußballspielen ärgert man sich oft, wenn es unentschieden ausgeht. Passiert so etwas auch bei einem Handballspiel oder hat man beim Handball nie Langeweile?
Unentschieden gibt es schon auch, aber das sind dann meistens die spannendsten Spiele. Bei durchschnittlich 50 Toren pro Partie, wird es bei uns nie langweilig. Gerade in unserer Liga, die sehr ausgeglichen ist, sind die Spiele immer sehr eng und umkämpft. Die Entscheidung fällt meistens in einer hitzigen Schlussphase. Ein langweiliges 0:0 gab´s zumindest noch nie!
Was ist das höchste Ergebnis, an das ihr euch erinnern könnt?
In der Bayernliga haben wir mal ein Spiel 42:16 gewonnen.
Was macht ihr denn neben dem Handball noch?
Student und Marketing in der Wölfe Geschäftsstelle (Bene) & Lehrer (Stefan)
Ist das die Regel, dass man neben dem Training noch einen „richtigen“ Job hat?
NEIN! Das ist in unserer Liga mit vielen Profimannschaften nicht unbedingt normal. In der Hinsicht sind wir in der 2. Bundesliga sicherlich einzigartig.
Was gibt es noch für „Arbeitsgruppen“ bei euch im Team?
Eine ganze Menge: Studenten, Auszubildende, Lehrer, Industriemechaniker, Akkustiker, Informatiker, Steuerfachangestellte
Wo gibt’s Tickets?
Tickets für die Heimspiele sind online erhältlich. Die nächsten Heimspiele der DJK Rimpar Wölfe stehen bereits fest:

