Kinderarmut in Bayern: Schweinfurt am häufigsten betroffen

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13. September 2016

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

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Kinderarmut nimmt zu

Heute hat die Schule begonnen, doch nicht jedes Kind kann sich die Ausrüstung für den Schulstart leisten. Viele Kinder sind von der Armut ihrer Eltern betroffen. Ein eigenes Zimmer oder gar ein Urlaub rücken dann in weite Ferne. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung stieg in den letzten fünf Jahren sogar der Anteil der Kinder, deren Familien auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind.

Beste Quoten in Bayern

In Deutschland ist das Risiko in Armut aufwachsen zu müssen sehr unterschiedlich. Im bundesweiten Vergleich gibt es in Bayern, laut der Untersuchung, die wenigsten Minderjährigen, die unter der Armut ihrer Eltern leiden. Derzeit sind rund 140.000 Minderjährige im Freistaat betroffen. Doch auch wenn Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländer die besten Quoten aufweist, gibt es auch hier Regionen, mit bedenklich hohen Zahlen – allen voran Schweinfurt.

Schweinfurt bayernweit höchste Quote

Die in Bayern am häufigsten von Armut betroffenen Minderjährigen findet man in Schweinfurt. 21,9 Prozent unter 18 Jahren leben in Familien mit SGB-II-Bezug. Dies macht insgesamt 1.712 Kinder und Jugendliche aus. Besonders betroffen scheinen die jüngeren Kids zu sein. Während in der Altersgruppe 15 bis 18 Jahren 13,3 Prozent der Familien staatliche Grundsicherung bekommen, sind es bereits 25,1 Prozent bei den Kindern unter drei Jahren. Der bayerische Schnitt liegt übrigens bei 6,8 Prozent.

Ebenso auffällig: Der nördliche Teil Bayerns ist häufiger von Kinderarmut betroffen als der Süden. Direkt hinter Schweinfurt befinden sich Hof mit 21,5 Prozent und Nürnberg mit 20,3 Prozent. Am besten schaut es übrigens in Eichstätt (1,9 Prozent) und in Pfaffenhofen an der Ilm (2,2 Prozent) aus.

Deutschlandweiter Vergleich

Knapp zwei Millionen Kinder leben in Deutschland derzeit in Familien, die auf Hartz-IV angewiesen sind – das macht einen Anteil von 14,7 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 waren es 14,3 Prozent. Die größte Problematik besteht in Städten wie Berlin, Bremerhaven oder Gelsenkirchen. Von allen betroffenen Minderjährigen lebt rund die Hälfte bei alleinerziehenden Elternteilen. Weitere 36 Prozent wachsen in Familien mit mindestens drei Kindern auf.

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