32. IHK-Ausbildertag: Flüchtlinge kommen an

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Würzburg erleben

8. November 2016

Symbolbild Schweinfurt
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Mitten im Beruf, mitten im Leben

Wie gelingt die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit? Welche Erfahrungen haben Betriebe bisher gesammelt und was berichten Flüchtlinge, die gerade eine Ausbildung absolvieren? Welche Unterstützung erhalten Betriebe und Flüchtlinge? Rund 100 Unternehmer, Ausbilder sowie Lehrer allgemeinbildender und beruflicher Schulen diskutierten diese Fragen am 7. November beim 32. Mainfränkischen Ausbildertag in der IHK-Geschäftsstelle in Schweinfurt.

Integration fällt nicht leicht

Die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit zählt derzeit zu den größten Herausforderungen der mainfränkischen Wirtschaft. IHK-Präsident Otto Kirchner würdigte in seiner Eröffnungsrede die Leistungen, die die Partner des bayerischen Integrationspaktes bereits erbracht haben. Diesen hatten vergangenes Jahr Staatsregierung, die bayerischen IHKs, das Handwerk sowie die Agentur für Arbeit geschlossen.

„Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist Bayern bundesweit Vorreiter. Seit dem Abschluss unserer gemeinsamen Initiative konnten knapp 40.000 Flüchtlinge in Praktika, Ausbildung und Arbeit vermittelt werden. Damit haben wir das für 2016 angestrebte Ziel von 20.000 Flüchtlingen deutlich übertroffen.“, so Kirchner.

Verbesserungen nötig

Es bleibe aber noch viel zu tun. „Fehlende Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikation sowie Bürokratie erschweren die schnelle Integration in den Arbeitsmarkt. Dennoch muss es uns gelingen, die Flüchtlinge gezielt zu qualifizieren, dann kann Mainfranken auch von ihrer Integration profitieren. Denn eines ist klar – wir brauchen beruflich qualifizierte Fachkräfte mehr denn je und es wird immer schwerer für unsere Betriebe, Azubis zu gewinnen.“, erklärte Kirchner. Dafür bräuchten die Betriebe vor allem Rechtssicherheit und weniger Bürokratie, so Kirchner.

Kulturelle Besonderheiten

Neben diesen harten Faktoren, gäbe es bei der Integration von Flüchtlingen auch weiche Faktoren zu beachten. Hier setzte Burak Celebi, Inhaber von interkultiConsult aus Hamburg an. Er berät seit 2008 Unternehmen und Organisationen im interkulturellen Management. Celebi stellte dar, wie Unternehmen mit kulturellen Unterschieden im Betrieb umgehen sollten und welche Faktoren für die gelungene Integration von Menschen ausländischer Herkunft erforderlich seien.

Einblicke in die Praxis sind nötig

Einblicke in die Praxis der Integration von Flüchtlingen in die Schule und in den Betrieb gewährten Studiendirektor Ralf Geisler, Mitarbeiter der Schulleitung der Franz-Oberthür-Schule, Würzburg, Patricia Gottschalk-Zeißner, Ausbildungsleiterin bei der Firma Ebert + Jacobi GmbH & Co. KG, Würzburg sowie Rainer Ziegler, Ausbildungsleiter der MIWE Michael Wenz GmbH, Arnstein. Sie zeigten, dass Flüchtlinge eine Bereicherung für die mainfränkischen Betriebe sein können. Der Schlüssel zum Erfolg sei dabei die deutsche Sprache. Um diese zu fördern, erhalten Flüchtlinge in Ausbildung ab sofort zusätzlichen, berufsbezogenen Sprachunterricht.

Auszubildende kommen zu Wort

Mit Hamse Abdikadir Ali und David Seubert, Auszubildende der IHK Würzburg-Schweinfurt, sowie Theresa Schneider, Auszubildende der MIWE Michael Wenz GmbH, Arnstein, kamen auch die Auszubildenden selbst zu Wort. Die Auszubildenden ausländischer Herkunft und ihre „Paten-Azubis“ standen in einer Talkrunde Rede und Antwort.

Weitreichende Integrationsmaßnahmen

Carolin Tschapka und Johannes Röder, IHK-Ausbildungsakquisiteure (für Flüchtlinge), stellten die Unterstützungsangebote der IHK bei der Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungsmarkt vor. Sie unterstützen Betriebe, die Flüchtlinge beschäftigen oder ausbilden möchten, sowie Flüchtlinge, die einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz suchen. Die Integrationsmaßnahmen der mainfränkischen IHK reichen von berufsbegleitender Sprachförderung über die Qualifizierung von Ausbildungs- und Personalverantwortlichen bis zur gezielten Qualifikation von Flüchtlingen.

Ein langer Weg

„Die Integration von Flüchtlingen ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf. Wir haben heute Beispiele dafür gesehen, wie dieser Marathon bewältigt werden kann. Wir haben schon viel geschafft, aber der Großteil des Weges liegt noch vor uns. Auf diesem Weg steht die IHK den mainfränkischen Firmen gerne bei.“, fasste Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender IHK Hauptgeschäftsführer, die Kernaussagen des Ausbildertages zusammen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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