Umweltfreundlich und mehr: Elektroauto fahren
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Würzburg erleben
28. November 2016

Symbolbild Würzburg
Warum die Deutschen keine E-Autos wollen
Wer schon einmal ein Elektroauto fahren durfte, weiß sich für das Konzept zu begeistern: Aufgrund der fehlenden Motorengeräusche ist die Fahrt in einem E-Auto besonders komfortabel und gleichzeitig rasant. Anders als bei einem konventionellen Verbrennungsmotor liegt das Drehmoment über den gesamten Drehzahlbereich an, was bedeutet, dass die volle Leistung bereits vom ersten Meter an abgerufen werden kann.
Das eigentliche Argument für die Elektroautos ist allerdings der Schutz des Klimas. Im Unterschied zu Benzin und Diesel lässt sich Strom auch CO2-neutral erzeugen, außerdem werden lokal keine Emissionen ausgestoßen. Technische Einschränkungen und hohe Preise sorgen allerdings dafür, dass die E-Autos in Deutschland noch nicht so recht angenommen werden.
Kunden nehmen das Angebot nicht an
Die Autoindustrie gilt als wichtigstes Standbein unserer Wirtschaft: Zulieferbetriebe und Logistik mit eingerechnet, hängt jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland zumindest indirekt am Automobil. Entsprechend wichtig ist ein Überleben dieser Industrie auch in Zeiten der Digitalisierung. Mit dem Aufkommen der Elektroautos steht der gesamten Branche ein wichtiger Umbruch bevor, bei dem auch neue Akteure den Markt betreten – wer das nötige Kleingeld besitzt, entscheidet sich nicht mehr zwangsläufig für einen Oberklassewagen der hiesigen Premiumhersteller, sondern durchaus immer häufiger für einen Tesla. Viele deutsche Unternehmen begründen ihre Zurückhaltung auf dem Markt der Elektroautos damit, dass die Nachfrage durch die Käufer bisher gering ausfällt.
E-Autos in Würzburg: Carsharing nutzen
Fachleute kritisieren allerdings, dass die Reichweite von Elektroautos nur zu einem Problem wird, weil die Infrastruktur vielerorts noch nicht ausreichend ausgebaut ist. Für die Stadt Würzburg genießt das Thema allerdings Priorität: Bereits seit einigen Jahren sind fünf Elektroautos in Betrieb, die allein im Stadtgebiet auf 14 Ladestationen zurückgreifen können. Zudem können in Würzburg an neun Stationen 30 Elektroautos im Rahmen eines Carsharing-Angebots genutzt werden. Auf diese Weise werden allein hier etwa 10 t Kohlenstoffdioxid-Mission jährlich eingespart. Der Stadt geht es aber nicht nur darum, das Klima zu schonen, sondern das Elektroauto auch als echte Alternative zu etablieren.
Geringer Absatz in Deutschland
Um an der geringen Nachfrage etwas zu ändern, wurde im Frühjahr eine Prämie in Höhe von 4000 Euro für Elektroautos und 3000 Euro für Hybridfahrzeuge eingeführt, die durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gezahlt wird – dieselbe Behörde, die bereits vor einigen Jahren die sogenannte Umweltprämie ausgegeben hat. Bisher halten sich die Erfolge dieser Maßnahme allerdings in überschaubaren Grenzen: Derzeit beträgt der Anteil der reinen Elektroautos und so genannter Plug-in Hybride nur etwa 0,6 % der Neuzulassungen.
Besonders auffällig daran ist auch, dass sich der Marktanteil in den letzten beiden Jahren nur marginal erhöht hat. Anders sieht es in England und Frankreich aus: Hier liegt der Anteil an den Gesamtverkäufen bei 1,4 bzw. 1,5 %. In Schweden lassen sich sogar mehr als 3 % aller Neufahrzeuge an einer Steckdose aufladen. Deutschland unterbietet sogar den ohnehin schon geringen EU-Durchschnitt von 1,2 % deutlich.
Reichweite erhöht sich langsam
Begründet wird diese Käuferzurückhaltung vor allem durch die hohen Kosten der Fahrzeuge und den noch eingeschränkten Aktionsradius. Neue Modelle zeigen allerdings, dass sich daran allmählich etwas ändert. Volkswagen renoviert gerade den e-Golf und erhöht die Reichweite auf 300 km – die allerdings nach dem umstrittenen und wenig praxisgerechten „Neuen Europäischen Fahrzyklus“ (NEFZ) ermittelt wurde. Die Wolfsburger geben selbst zu, dass bei eingeschalteten Verbrauchern wie Beleuchtung oder Klimaanlage und durchschnittlicher Fahrweise eher 200 km realistisch erscheinen.
Gleichzeitig wurde auch die Leistung auf 100 kW (136 PS) angehoben, was den Kompaktwagen in weniger als 10 Sekunden auf Tempo 100 sprinten lässt. Nicht verändert hat sich hingegen der Preis: Mit etwa 35.000 Euro erscheint der elektrisch betriebene Golf auch hinsichtlich der Kosten durchaus konkurrenzfähig – die staatliche Förderung wurde nämlich noch nicht abgezogen.
Gut für den Geldbeutel
Bei der Kostenrechnung dürfen allerdings auch die Betriebs- und Finanzierungskosten nicht vernachlässigt werden. Durchschnittlich sollen 12,7 kWh auf 100 km verbraucht werden. Bei einem angenommenen Strompreis von 29 Cent je Kilowattstunde würden sich Kosten von gerade einmal 3,68 Euro auf 100 km ergeben. Auch bei der Finanzierung haben Autokäufer jetzt gute Karten: Die Zinsen für Autokredite fallen derzeit noch besonders gering aus, auch wenn Fachleute von einer baldigen Zinserholung auf dem Kapitalmarkt ausgehen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass ein umfangreicher Vergleich der Autokredite stattfindet. Durch ein günstiges Online-Angebot erscheint das Elektroauto tatsächlich wirtschaftlich – was einen erheblichen Nachteil des Konzepts ausmerzt.
Mit freundlicher Unterstützung von Smava.

