Deutsches Bunkermuseum jetzt in Schweinfurt

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Würzburg erleben

30. November 2016

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

Symbolbild Schweinfurt

Museum im Hochbunker

Seit 2014 ist im Fichtel-und-Sachs-Bunker das 1. Schweinfurter Bunker-Museum beheimatet. Zahlreiche Besucher haben bereits die Ausstellungen besucht, die sich mit den Themen Luft- und Zivilschutz während des Zweiten Weltkriegs, bzw. im Kalten Krieg beschäftigen. Doch in der Ernst-Sachs-Straße hat sich vergangene Woche etwas geändert – und zwar namentlich. Das Museum im Hochbunker A8 trägt ab sofort den stolzen Titel „Deutsches Bunkermuseum“.

Bundesweite Besucher

Zum Hintergrund: In Schweinfurt treffen zunehmend Busse mit Besuchergruppen aus ganz Deutschland ein. Auch wenn es bundesweit mehrere Bunkermuseen gibt, ist das hiesige das größte und in der geführten Form einzigartig – und laut den Betreibern selbstverständlich das schönste. „Um unserem Museum mehr überregionales Gewicht zu verleihen, haben wir die Namensänderung gemacht“, erklärt uns Nils Brennecke auf Nachfrage. Somit steht ab sofort das „Deutsche Bunkermuseum“ in Schweinfurt.

Multimedial vertreten

Fliegerbombe, Pferdegasmaske, Kriegsschrott – im Deutschen Bunkermuseum erwartet die Besucher eine beeindruckende Ausstellung. Für die Eigentümer Petra und Nils Brennecke ist es selbstverständlich, das Museum zeitgemäß und multimedial zu vermarkten. So hat der Bunker neben dem existierenden Dokumentarfilm u.a. eine eigene Homepage, ein eigenes Magazin, ein eigenes Bier („Bunker Blond Pils“) und rund 1.100 Fans auf Facebook sowie auf YouTube.

Ein Stück Geschichte erleben

Anfang 2014 haben die Eigentümer den Koloss, der auf sechs Etagen bis zu 1.800 Menschen Schutz vor dem sicheren Tod bot, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gekauft. In den letzten drei Jahren haben so viele Menschen den Bunker besucht, wie in den 71 Jahren nach Kriegsende nicht.

Erlebnisführung für Gruppen

Nils Brennecke hat das Bunkerwesen in Deutschland gründlich studiert, Hochbunker im ganzen Land besucht und sämtliche Literatur über diese Schutzbauwerke gelesen, die verfügbar ist. Schnell stand fest: das muss überliefert und allen Interessierten und nachrückenden Generationen erhalten werden. Die spannende Erlebnisführung durch den Bunker, für die man sich online anmelden kann, dauert rund anderthalb Stunden.

Jede Menge Fakten und Anekdoten sind garantiert. „Die Besucher sind jedes Mal überrascht und begeistert“, sagt Petra Brennecke. Klar, kennt sich doch niemand in der Region zu diesem Thema so gut aus wie sie. Permanent kaufen die Brenneckes Original-Exponate und erweitern damit die Sammlung. „Geld kann damit allerdings nicht verdient werden“, sagt Nils Brennecke, „das ist ein reines Hobby und erfahrungsgemäß kostet das Geld.“

Gegen das Vergessen

Daher haben die Museumsbetreiber, die schon einen Preis für ihr Engagement gegen das Vergessen gewonnen haben, einen Aufruf gestartet: „Wer im Keller oder auf dem Dachboden irgendetwas zum Thema Luftschutz findet, kann damit das Museum bereichern. Dringend wird z.B. ein altes Fahrrad aus den 30er oder 40er Jahren gesucht.“

Sprachlose Besucher

Eine 250 Kg Sprengbombe der Amerikaner, eine britische Phosphorbombe sowie die Abteilung zum Gasschutz mit Gasjäckchen und Gasbettchen für Kleinkinder sind Zeugen des düstersten Kapitels Deutschlands. Die Pferdegasmaske lässt die Besucher immer wieder kurzzeitig sprachlos werden.
Gruppenführungen sind ab zehn Personen möglich. Firmengruppen, Vereine und Familien kommen das ganze Jahr über.

Bundes-, Landes und Kommunalpolitiker sind zu Besuch im Deutschen Bunkermuseum im „Fichtel-und-Sachs-Bunker“. Sponsoren unterstützen inzwischen das Projekt großzügig, haben sie doch den Mehrwert für sich entdeckt. Gegen Sachleistungen oder Bares winkt ein Firmenlogo im Bilderrahmen an der Sponsorenwand. „Das sieht jeder gleich am Eingang“, sagt Nils Brennecke, Geschäftsführer einer 20-köpfigen Werbeagentur.

Zehn öffentliche Schutzbauten in der Stadt

„Die zehn noch in Schweinfurt verbliebenen Bunker sind positive Orte der Stadt. Lediglich knapp über eintausend Tote gab es unter der Zivilbevölkerung während der verheerenden Luftangriffe – dank der vielen Bunker und Luftschutzkeller.“ Trotz allen Respekts hat sich Nils Brennecke für einen lockeren Zungenschlag während der Führungen entschieden, es darf gelacht werden.

Schließlich gäbe es viele Schweinfurterinnen und Schweinfurter nicht, hätte es nicht seinen Bunker gegeben. Besucht haben die Ausstellung auch schon Zeitzeugen, die im Bunker während des Bombenhagels zur Welt kamen. Der Hochbunker wurde 1983 vom Bund übrigens atombombensicher gemacht. Als einziger weit und breit. Mehrere Millionen D-Mark wurden seinerzeit in die Wiedernutzbarmachung gepumpt. Weitere Infos gibt es auf der Homepage zum Deutschen Bunkermuseum in Schweinfurt (inklusive Film)  auf www.deutsches-bunkermuseum.de und auf der dazugehörigen Facebookseite.

Artikel beruht u.a. auf einer Pressemitteilung des Deutschen Bunkermuseums. 

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