Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit

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30. November 2016

Symbolbild Schweinfurt
Symbolbild Schweinfurt

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Bisher niedrigster Stand des Jahres

Im November sank die Arbeitslosigkeit in der Region Main-Rhön gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent und damit auf den bisher niedrigsten Stand des Jahres. Mit 8.018 Betroffenen waren 156 Menschen weniger arbeitslos als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr war die Arbeitslosenquote unverändert, in absoluten Zahlen gab es einen ganz leichten Rückgang. Vor einem Jahr wurden 48 arbeitslose Menschen mehr gezählt. Diese Entwicklung ist typisch für die Jahreszeit und entspricht der langjährigen Erfahrung. Nach dem Herbstaufschwung im September und Oktober ist der November in der Regel ein Monat mit sehr geringer Dynamik, ehe die Arbeitslosigkeit saisonbedingt im Dezember und Januar wieder steigt.

Gute Entwicklung fängt Flüchtlingszahl auf

„Nach wie vor haben wir in unserer Region einen stabilen Arbeitsmarkt auf gutem Niveau, ohne dass seit längerer Zeit nennenswerte Veränderungen zu beobachten gewesen wären“, kommentiert Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die aktuelle Situation. „Allerdings“, so Stelzer weiter „gab es seit dem Jahr 2011, als wir bei der Quote erstmals einen Jahresdurchschnitt von 3,7 Prozent erreicht hatten, auf den ersten Blick auch keine weitere dynamische Entwicklung, welche zu noch günstigeren Werten geführt hätte.“

Trotzdem kein Anstieg

Dabei dürfe man aber nicht vergessen, stellt der Leiter der Arbeitsagentur klar, dass Menschen mit Fluchthintergrund zunehmend auch als arbeitslos erfasst würden und die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen dennoch nicht angestiegen sei. „Immerhin wurden im November unter den 8.018 arbeitslosen Menschen fast 800, also rund zehn Prozent, als Personen mit Fluchthintergrund erfasst“, präzisiert Stelzer die Dimension dieses Effekts. „Auch wenn andererseits dadurch Stellen geschaffen wurden, beispielsweise für Sozialpädagogen, Lehrkräfte oder generell im öffentlichen Dienst ist doch festzuhalten, dass die Arbeitslosenquote ohne diese besondere Situation im laufenden Jahr sicher unter den Vorjahreswerten gelegen hätte“.

Immer wieder Fluktuation

Die geringen Änderungen bei den absoluten Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass der Arbeitsmarkt statisch ist. Im November gab es insgesamt 2.468 Neuzugänge in die Arbeitslosigkeit und 2.622 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit aus verschiedenen Gründen beenden, 803 davon durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Neben der Erwerbstätigkeit sind weitere Gründe für die Abmeldung der Beginn einer Ausbildung, der Eintritt in eine von der Arbeitsagentur geförderte Fortbildungsmaßnahme, längere Krankheiten, das Erreichen des Rentenalters oder auch der Wegfall von im Gesetz festgelegten Voraussetzungen wie beispielsweise die Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt.

Wenige witterungsbedingte Kündigungen

Bei den Arbeitslosmeldungen ist der Anteil aufgrund witterungsbedingter Kündigungen noch relativ gering. Häufig haben die Betroffenen auch bereits eine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr erhalten. In Anbetracht des sich verschärfenden Wettbewerbes um Fachkräfte, gerade auch in der Baubranche, sind die Betriebe allerdings zunehmend dran interessiert, ihre eingearbeiteten Fachkräfte zu halten und deshalb durchgehend zu beschäftigen. Das geringere Arbeitsvolumen im Winter kann dabei durch das Saison- Kurzarbeitergeld zumindest teilweise ausgeglichen werden.

Stellenbestand weiter angestiegen

Typisch für den Spätherbst ist der leichte Rückgang bei den neu gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Mit 819 Stellen nahmen die Vermittlungsfachkräfte des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 11,7 Prozent (in absoluten Zahlen 108) weniger neue Arbeitsangebote entgegen als im Oktober. Im Vorjahresvergleich ergab sich eine leichte Steigerung. 30 neue Stellen mehr als vor einem Jahr wurden im Berichtsmonat gemeldet, ein Plus von 3,8 Prozent. Der Bestand lag mit 4.073 offenen Stellen geringfügig, nämlich 1,5 Prozent, über dem des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr allerdings war die Steigerung erheblich: Der Agentur für Arbeit Schweinfurt waren im November 2016 1.073 Stellenangebote mehr gemeldet als vor Jahresfrist, ein Plus von 35,8 Prozent.

Angebot und Nachfrage

Dabei verteilt sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage seit einigen Jahren ähnlich unterschiedlich auf die Branchen. Der Hotel- und Gaststättenbereich bleibt einer der Berufsbereiche mit erheblichen Problemen bei der zeitnahen Besetzung von Arbeitsstellen mit ausgebildeten Fachkräften. Auch wenn in den Saisonbetrieben derzeit weniger Servicekräfte benötigt werden, ausgebildete Köche beispielsweise werden dringend gesucht. Ebenfalls problematisch ist schon seit geraumer Zeit die Situation bei den Gesundheits- und Pflegeberufen und in vielen Bereichen des Handwerks. Es fehlen geeignete Bewerber oder Bewerberinnen nicht nur in den Bauberufen, sondern beispielsweise auch bei Bäckern, Fleischern und Friseuren

Fachkräftemangel

Auch Stellen für höher qualifizierte Spezialisten sind in der Region nur schwer zu besetzen, zum Beispiel Ingenieure, in der Informationstechnologie und im Bereich Soziales und Gesundheitswesen. „Dies bedeutet nicht, dass es keine Kräfte mit diesem Qualifikationsniveau auf dem Markt gibt beziehungsweise solche nicht bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend gemeldet sind“, stellt der Agenturleiter klar. „Aber je höher das Niveau, desto höher ist meist auch die Spezialisierung und die Erwartung bestimmter Kenntnisse, wodurch die passgenaue Vermittlung natürlich erschwert wird“.

Schlechte Chancen für Ungelernte

Aus Sicht der Arbeitsuchenden sind die Aussichten in den Büroberufen und im Handel eher ungünstig, auch wenn im letztgenannten Bereich das erwartete Weihnachtsgeschäft vorübergehend für erhöhte Nachfrage nach befristeten Kräften sorgt. Schwierig gestaltet sich die Vermittlung auch bei Arbeitnehmern mit gesundheitlichen Einschränkungen, oft in Kombination mit einem höheren Lebensalter. Und ungelernte Kräfte ohne berufliche Ausbildung werden es sicher auf Dauer schwer haben, eine Beschäftigung zu finden. Dieser Bereich ist bisher überwiegend derjenige, in dem auch Asylbewerber vermittelt werden können, beispielsweise im Handwerk, der Gastronomie und vereinzelt bei Zeitarbeitsfirmen.

Anmeldungen von Kurzarbeit angestiegen

Die Zahl der Betriebe, die für alle oder einen Teil ihrer Arbeitnehmer vorsorglich Kurzarbeit angemeldet haben, blieb im Vergleich zum Vormonat mit 30 fast unverändert, die Zahl der Arbeitnehmer erhöhte sich allerdings von 789 auf 1.396. Ursächlich dafür sind die Meldungen aus zwei größeren Betrieben mit einer dreistelligen Zahl an Betroffenen, während im Vormonat keine größeren Betriebe Kurzarbeit angemeldet hatten.

Entwicklung auch von der Witterung abhängig

Aus konjunktureller Sicht sieht der Leiter der Schweinfurter Arbeitsagentur für den letzten Monat des Jahres und den Jahresbeginn keinen Anlass zur Sorge. „In den kommenden Wintermonaten wird die Witterung einen deutlichen Einfluss auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit haben. Auch wenn die winterlichen Saisonausschläge nicht mehr so stark ausfallen wie in früheren Jahren, ein heftiger Wintereinbruch würde sich nach wie vor deutlich auf die Beschäftigungssituation bei den Außenberufen auswirken.“

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit.

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