Uni: Plakate nur noch für Geld

Anzeige

Würzburg erleben

7. Januar 2017

Symbolbild Uni Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Uni_Hubland_Symbolbild-9491

Symbolbild Uni Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Werbung kostet

Plakate, Aushänge sowie Flyer werden meist aufgehängt, um etwas wie ein Event anzukündigen. Das kann in vielen Farben, an vielen Orten in Würzburg geschehen. Auch das Unigelände war bisher von solchen Plakaten übersäht. Doch die Universität Würzburg stellt sich nun dagegen. Für Werbung soll nun gezahlt werden. Auch für Kultureinrichtungen soll dabei keine Ausnahme gemacht werden.

Angst um Zielgruppe

Laut Mainpost versteht Thomas Lazarus, Leiter der Theaterwerkstatt, die neue Regelung einerseits: Es wäre verständlich, dass die Uni Wildplakatierung und Unmengen an Handzetteln vermeiden möchte. Allerdings wären die Preise für nicht kommerzielle Anbieter zu hoch. Außerdem, meint er, Studenten als wichtige Zielgruppe könnten dadurch wegfallen. Er fordert eine Ausnahme für freie Kultureinrichtungen.

Bildungs- und Informationsauftrag

Eine Schande sei die neue Regelung laut des Theaters Chambinzky, heißt es in der Mainpost. Die Uni müsse kommerzielle und kulturell wertvolle Veranstaltungen trennen. Theaterleiter Rainer Binz meint, das widerspräche dem Bildungs- und Informationsauftrag einer Uni. Er befürchtet, die reine Mund-zu-Mund-Propaganda sei zu langsam.

Keine Verluste

Allerdings hätte das Cairo bisher keine Verluste bemerkt. „Gerade die letzten Wochen sind sehr gut gelaufen“, sagt Einrichtungsleiter Steffen Deeg laut Berichten der Mainpost. Trotzdem kritisiert auch das Cairo die Regelung. Studenten sei es auch möglich, im Jugendkulturhaus für ihre Events zu werben. „Wir können ebenfalls nachvollziehen, dass die Uni gegen das kommerzielle Wildplakatieren vorgehen will. Dass jedoch Angebote von Cairo oder Umsonst & Draußen-Festival nicht mehr angemessen beworben werden können, bedauern wir sehr.“

 100kg Papiermüll wöchentlich

Bisher wurde Wildplakatieren trotz fehlender Genehmigung laut Mainpost geduldet. Letztlich hätten Aushänge und Auslagen aller Art stark zugenommen. Daher musste laut Uni eine Regelung erlassen werden, heißt es in der Mainpost. Erhebliche Umweltbelastung, steigende Personalkosten für die Entsorgung sowie Brandrisiko bei gleichbleibendem Etat wären Gründe für die Regelung. Bis 100kg Papier wären wöchentlich pro Gebäude angefallen. Laut Uni wäre es Kultureinrichtungen weiterhin möglich, kostengünstig zu werben, so die Mainpost. Zum Beispiel seien die Mietgebühren für Plakatrahmen weitaus günstiger als bei anderen Unis.

Einigungsbereitschaft

1.300 Euro pro Jahr betrug die Jahresgebühr zuletzt. Laut Uni wurde mehrmals die Bereitschaft zum Gespräch mit Kultureinrichtungen signalisiert, heißt es in der Mainpost. Bisher seien nur zwei davon darauf eingegangen. Beide Male hätte man „eine Lösung gefunden“. „Unser Versuch, über den Kulturbeirat zu einem Runden Tisch einzuladen, blieb leider erfolglos,“ so Thorsten Stegh, ein Universitätsmitarbeiter, gegenüber der Mainpost.

„Sie ist ein Unding.“

Ralf Duggen ist Vorstand des Dachverbands freier Würzburger Kulturträger. Er hat sich für den Umsonst & Draußen-Verein mit der Uni zusammengesetzt. „Uns wurden 60 Euro pro Fläche für zwei Wochen angeboten“, so Ralf Duggen in Berichten der Mainpost. Das wäre auf keinen Fall „kostengünstig“. Er meint zur aktuellen Regelung: „Sie ist ein Unding.“ Außerdem ist er der Meinung, das grundsätzliche Werbeverbot widerspräche der ursprünglichen Regelung: „Da steht lediglich drin, dass kommerzielle Veranstalter zahlen müssen.“

Uni das Werben verbieten

Laut Mainpost teilt Duggen die Ansicht, dass die Uni sich verpflichtet fühlen müsste, über kulturelle Angebote zu informieren. Des Weiteren setze man die blauen Dreiecksständer, welche als Werbefläche in der Stadt dienen, auch für Teile der Uni ein. Duggen ist auch für Plakatierung in Würzburg verantwortlich. Am liebsten, so Duggen in der Mainpost, möchte er das Werben für Uni-Events auf diesen Dreiecksständern verhindern. Dies solle die Uni zum Einlenken bewegen.

Würzburg, was geht?

Partys, Konzerte, Festivals und jede Menge andere coole Events in und um Würzburg, findet man ab jetzt auf Würzburg, was geht?, unserer neuen Event-Plattform. Außerdem halten wir Würzburg-Fans auf der dazugehörigen Facebook-Seite Würzburg, was geht? über die besten Veranstaltungen auf dem Laufenden. Jetzt liken und informiert bleiben!

Banner2
Topmobile2