Was macht euer Vierbeiner eigentlich im Winter?

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Katharina Kraus

9. Januar 2017

Besonders im Sommer muss man auf die Bedürfnisse seines Haustiers achten. Foto: Pascal Höfig
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Besonders im Sommer muss man auf die Bedürfnisse seines Haustiers achten. Foto: Pascal Höfig

Tiere im Winter

Würzburg zeigt sich frostig kalt und während wir uns überlegen müssen, ob es bei einem nicht verschiebbaren Ausflug nach draußen zwei oder drei Paar Socken sein sollen und ob Pulli, Fleecejacke, Ski-Anorak, Mütze und zwei Schals ausreichen, können unsere liebsten Begleiter das nicht. Den Fellnasen muss das Winterfell reichen und andere Haus- und Hoftiere sind darauf angewiesen, dass gut genug für ihre Wärme Versorgung gesorgt ist. Aber was muss es dafür alles sein und wie fühlen sich die Heimtiere auch im Winter wohl? Wir haben nachgeforscht und stellen fest, bei richtiger Vorbereitung ist die Natur doch recht gnädig.

Haarige Angelegenheit: Das Winterfell

Die kuscheligsten der Haustiere sind behaart – ganz klar. Fellknäule wie Hunde und Katzen haben also ein Winterfell, das sie vor Kälte schützt. Aber reicht das aus, auch wenn das Thermometer -10°C zeigt? Das kommt drauf an, denn jede Rasse hat eigene Gene und natürliche Schutzmechanismen vor der Kälte. Wer kann was?

Von Ponys und Vollblütern: Das Pferd

Das Pferd ist ein Sonderfall in dieser Aufzählung, denn natürlich kommen die wenigsten von ihnen mit ins Haus. Und besonders der andauernde Aufenthalt im Freien oder zumindest im kalten Stall macht sie anfällig für den Winter. Alle? Naja, es kommt ganz darauf an, welche Art von Pferd es sein soll. Pferd ist nicht gleich Pferd – nach ihrer Herkunft und ihren Eigenschaften werden sie nämlich in Vollblut, Halbblut, Warmblut und Kaltblut eingeteilt. Diese Bezeichnung bringt auch gewisse Eigenschaften für den Winter mit sich:

  • Vollblut: stammt von arabischen Pferderassen ab, ist schnell, ausdauernd und sehr leicht gebaut. Durch ihre sehr warme Herkunft, verfügen Vollblutrassen über gar kein bis sehr wenig Winterfell und sind entsprechend wenig robust – wärmende Fleece Decken und die Unterbringung im Stall für den Winter sind also Pflicht.
  • Halbblut: ist eine Kreuzung aus Voll- und Warmblut und ist entsprechend leichter gebaut als ein klassisches Warmblut. Wie sich das Winterfell dann verhält, kommt auf die genaue Kreuzung an.
  • Warmblut: kommen häufig aus unseren Längen- und Breitengraden und sollten Kälte damit vertragen können. Wird jedoch festgestellt, dass das Pferd sich bei Kälte verspannt und unwohl fühlt, kann eine Decke nicht schaden.
  • Kaltblut: sehr robustes Tier mit stämmigem Körperbau und daher sehr unempfindlich. Auch sie sollten der Kälte trotzen können.

Nicht jedes gleich

All das ist natürlich nicht generell auf jedes einzelne Pferd übertragbar. Oft hilft jedoch ein Nachforschen über die Herkunft des Tieres. Ein Andalusier beispielsweise ist keinen harten Winter gewöhnt, während ein Islandpony die Kälte des hohen Nordens gewohnt ist und sich in kaltem Klima durchaus wohl fühlt. Gewöhnung und eine Haltung im Offenstall das ganze Jahr über hilft außerdem bei der Abhärtung.

Von Fellnasen und Pfoten-Pflege: Der Hund

„Der Hund ist des Menschen bester Freund“ heißt es so oft und tatsächlich schlendern viele Würzburger tagtäglich mit ihren Wuffis durch den Ringgarten oder lassen sie auf einer der Hundefreilauf-Flächen herumtoben. Dass sie ganz automatisch über ein dichtes Winterfell verfügen, merken Hundebesitzer spätestens im Frühjahr, wenn das Fell wieder ausgeht und sich damit gleichmäßig in der Wohnung verteilt. So nervig das auch sein mag, so effektiv schützt es den Hund auch vor Kälte im Winter.

Hund nicht gleich Hund

Aber auch hier gilt: Hund ist nicht gleich Hund, denn je nach Herkunft und Rasse gibt es verschiedene Felldichten und Unterwolle. Da der Hund die meiste Zeit in der warmen Stube ist und vor allem in Begleitung mit Herrchen oder Frauchen die Wohnung verlässt, ist hier recht leicht festzustellen, wann genau es zu kalt für Fifi ist.

Wichtig: Pfotenpflege

Dann, wenn es wirklich nötig wird, können Mäntelchen Abhilfe schaffen – das ist aber erst ab starken Minusgraden nötig. Viel wichtiger: Die Pfotenpflege. Die empfindlichen Ballen von Hunden haben meist ganz kleine Risse, durch die Schmutz eindringt. Das ist grundsätzlich zwar nicht schlimm, wenn aber Salzkristalle und Split auf den Straßen liegt, um diese vor Eisglätte zu schützen, kann das zu schmerzhaften Entzündungen an den Pfoten führen.

Deswegen im Winter regelmäßig mit Melkfett oder speziellen Pfotencremes aushelfen. Übrigens: Auch wenn Hunde mit Kälte wesentlich besser zurechtkommen als mit Hitze, sollten sie auch im Winter nicht zu lange im Auto bleiben müssen.

ABC, die Katze lief im Schnee

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. 11,5 Millionen Exemplare sind in deutschen Haushalten vertreten. Auch wenn es hier ebenfalls sehr viele und sehr unterschiedliche Rassen gibt, kommen Katzen doch am besten von allen genannten Haustieren zurecht: Da sie entweder reine Wohnungskatzen oder Freigänger sind, können sie selbst wählen, ob sie nach draußen gehen oder nicht. Dieser Wahl entsprechend bilden sie auch ein Winterfell aus. Verzichten sie lieber auf Spaziergänge in Schnee und Eis, so stellt das für sie keine Nachteile dar: Ein Katzenklo befindet sich in der Wohnung und auch ihr Futter müssen sie in den seltensten Fällen „erjagen“.

Achtung: Trockene Luft!

Vor allem dann, wenn die Katze ihr Domizil im Winter nach drinnen verlegt hat, ist es so, dass sie trotzdem ein wenig Aufmerksamkeit des Menschen braucht. Denn hochgedrehte Heizkörper und die verminderte Frischluftzufuhr von draußen führen dazu, dass die Luft im Innern deutlich trockener wird. Da Katzen ihre Lieblingsplätze oft in Heizungsnähe finden, leiden auch sie unter diesen trockeneren Luftbedingungen.

Diese trocknen die Schleimhäute aus und können auch bei den vierbeinigen Freunden zu Bindehautentzündungen oder ähnlichen Infekten führen. Deshalb sollte im Winter eine Schale täglich erneuertes Wasser in die Nähe der Heizung gestellt werden, die durch verdunstendes Wasser die Luftfeuchtigkeit erhöht und damit gesündere Bedingungen für Mensch und Tier schafft.

Warmer Bau statt Winterschlaf: Kleintiere

Ob Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Hasen: Bei Kleintieren kommt es auf die Haltungsart an, die sie gewohnt sind. Besonders Kaninchen sind nämlich in der Lage, dichtes Winterfell auszubilden und können sich so ohne Probleme in kalten Temperaturen warmhalten. Auch Meerschweinchen bilden Winterfell aus, wenn auch nicht so viel wie Kaninchen, da sie aus den Anden kommen.

Entgegen landläufiger Meinung halten sie allerdings keinen Winterschlaf, auch wenn längere Schlafzeiten im Winter dazu gehören – aber das kennt der Mensch ja auch von sich selbst. Hamster, die in freier Wildbahn ihre Höhlen und Gänge abdichten und einen Winterschlaf von drei bis sechs Monaten einschieben, machen das in Heimtierhaltung nicht – sie können allerdings in Winterstarre verfallen, wenn die Temperaturen im Hamsterzimmer auf unter 10°C verfallen – das ist allerdings nicht gesund, weswegen auf eine konstante Temperatur zu achten ist.

Genug Heu und Stroh

Grundsätzlich sollte bei allen Kleintieren darauf geachtet werden, dass immer genug Stroh, Heu oder Streu vorhanden ist, in das sie sich einmummeln können. Außerdem horten die Nager im Winter mehr Futter als sonst – das ist ebenfalls völlig normal und oft auch bei Menschen zu beobachten, die mit Schokolade und Weihnachtsplätzchen auf der Couch verschwinden. Wenn die Tiere ganzjährig draußen gehalten werden, ist es wichtig, eingefrorenes Wasser täglich gegen neues, lauwarmes Wasser auszutauschen. Bei allzu harschen Temperaturen können Decken über dem Käfig für eine angenehme Innentemperatur sorgen. So gut versorgt, überleben sie dann auch kalte Winter und freuen sich garantiert auf den Frühling.

Kein Fell – und jetzt?

Nicht jedes Heimtier in deutschen Wohnzimmern verfügt über Fell, manche sind auch gefiedert oder geschuppt. Aber was machen Vögel eigentlich, wenn sie nicht mit den heimischen Artgenossen in den Süden ziehen? Und was machen wechselwarme Exemplare?

Winterfedern und Freiflug: Ziervögel

Knapp 3,4 Millionen Ziervögel leben in deutschen Wohnzimmern. Und während der Garten oft mit Vogelhäuschen und Maisenknödeln versehen wird, um die daheimgebliebenen Vögelchen zu versorgen, würden die gefiederten Lieblinge natürlich nicht nach draußen an die kalte Luft geschickt werden. Es sei denn sie leben ganzjährig draußen, denn auch einige Vögel wie beispielsweise Sittiche können niedrigere Temperaturen aushalten – auch wenn sie kein spezielles Gefieder ausbilden.

Leben sie in einer Außenvoliere, können entweder beheizbare Module hinzugefügt werden, die von unten oder der Seite her wärmen, oder einfach für gute Isolierung gesorgt werden. Diese kann durch Holzplatten an zwei bis drei Seiten und Plexiglas an den offenen, bedrahteten Seiten erreicht werden. Dämmung ist dann besonders am Dach nötig – dort entweicht die meiste Wärme. Ein Thermometer sorgt für Klarheit über die Temperatur, das Wasser sollte überdies immer auf einer angenehmen Temperatur gehalten werden.

Angenehme Luftfeuchte wichtig

Leben die Vögel hingegen ganzjährig drinnen, muss auch dort für angenehme Temperatur gesorgt werden, die durch den Menschen jedoch ohnehin herrscht. Genau wie Katzen freuen sich auch Vögel über eine angenehme Luftfeuchte. Wer dafür auf vermehrtes Lüften setzt, sollte jedoch darauf Acht geben, wo die Vögel stehen: Ein Vogelkäfig in der Zugluft kühlt viel schneller aus, als wenn der Raum drum herum abkühlt. Dementsprechend immer erst den Vogel aus der Zugluft nehmen und dann stoßweise lüften.

Schuppige Schwimmer: Fische im Teich

Ein Gartenteich als Biotop im Garten ist ein toller Anblick rund ums Jahr – auch dann wenn er eingeschneit und zugefroren ist. Huch – Fische im Eis? Nun, das sollte vermieden werden, weswegen akribisch darauf zu achten ist, dass der Teich tief genug ist und nicht durchfriert. Die Pumpen sind dabei oft wenig Hilfe. Wenn diese nicht frostfest sind, müssen sie bis zum Frühjahr leer und warm gelagert werden. Die Tiefen des Teichs von 0,8 bis 1,20 m bleiben meistens frostfrei, weswegen die Fische auch im Winter im Teich bleiben können.

Da jedoch sollte bereits im Herbst der Faulschlamm entfernt werden, da dieser sonst im Winter Schwefel freisetzen kann und dieser das Wasser nach und nach vergiftet, wenn es nicht über die Oberfläche entweichen kann.

Rechtzeitig Eis bekämpfen

Rechtzeitig kann auch ein Eisfreihalter – eine einfache schwimmende Styropor-Vorrichtung mit Abdeckhaube – eingesetzt werden, der dafür sorgt, dass die Oberfläche nicht komplett zufriert und weiterhin ein Luftaustausch stattfinden kann. Wichtig: Friert der Teich dennoch komplett zu, sollte kein Loch in die Oberfläche gehackt werden, da die Schallwellen die Fische stören und aus der Winterstarre wecken. Besser: heißes Wasser oder Fönluft.

Winterstarre oder Terrarium: Wechselwarme Reptilien

Reptilien wie Schlangen, Bartagamen oder Schildkröten sind grundsätzlich wechselwarm. Somit verfallen sie bei kalten Temperaturen in eine Winterruhe, bis hin zur Winterstarre. Während dieser Zeit sind die lebenswichtigen Aktivitäten auf ein Minimum zurückgefahren, die Atmung und der Herzschlag extrem verlangsamt. Wie die Tiere zu überwintern sind hängt dabei stark von der Art und Herkunft des Tieres ab.

Tiere aus Gebieten mit Winter sollten beispielsweise mit Hilfe von Steuerung des Tag- und Wärmerhythmus auf die Winterruhe vorbereitet werden, die sie dann für ca. zwei Monate halten. Tiere aus tropischen Gebieten hingegen behalten ihren regulären Rhythmus bei und sollten deswegen gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Europäische Landschildkröten hingegen fallen in eine so feste Winterstarre, dass sie am besten in einem Kühlschrank überwintert werden. Dieser muss regelmäßig gelüftet werden, bevor dann schließlich die Temperatur schrittweise erhöht wird, wenn es aufs Frühjahr zugeht.

Fit durch den Winter!

Artgerecht gehalten und versorgt kommen so all eure Lieblinge fit durch den Winter und können im Frühling wieder voller Spaß am Leben im Freien teilnehmen, wenn auch das restliche Würzburg aus dem Winterschlaf erwacht. Wir freuen uns schon drauf!

Der Artikel wurde von der externen Redakteurin Frauke Hellwig verfasst.

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