Nosferatu: Eine Symphonie des Grauens
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16. Februar 2017

Der Stummfilm-Klassiker "Nosferatu" feiert bald seinen 100-jährigen Geburtstag - Archiv: Deutsche Kinemathek, Berlin
Stummfilmklassiker in München
Wenn Jazz auf Kino und Improvisation auf einen bald hundertjährigen Filmklassiker trifft, wird es interessant: Der Ausnahmepianist Michael Wollny improvisiert am 24. Februar um 19:30 Uhr in München mit Eric Schaefer am Schlagzeug und dem ältesten Orchester Norwegens, dem Norske Blåseensemble, zu Murnaus »Nosferatu«.
Mit der eindrucksvollen Inszenierung seiner gespenstischen Hauptfigur gehört »Nosferatu« von Friedrich Wilhelm Murnau zu den wichtigsten Werken des Kinos der Weimarer Republik.
Der Stummfilmklassiker ist eine unautorisierte Adaption von Bram Stokers Roman »Dracula« und erzählt von der Reise eines jungen Maklers nach Transsylvanien im Jahr 1838: Thomas Hutter macht sich auf den Weg, um dem lichtscheuen Grafen Orlok ein Haus in seiner Heimatstadt zu verkaufen. Als der Graf ein Bild von Hutters Frau entdeckt, ist er wie gebannt von ihrer Schönheit und macht sich umgehend auf den Weg zu ihr…
Zeitgenössische Improvisation
Mit dem Filmkonzert der Versicherungskammer Kulturstiftung wird Murnaus Meisterwerk durch eine zeitgenössische Improvisation in München neu zum Leben erweckt: Michael Wollny, Eric Schaefer und das Norske Blåseensemble treten in einen spontanen Dialog mit den expressionistischen Bildern.
»Mich hat schon als Jugendlicher alles fasziniert, was irgendwie seltsam war«, sagt Wollny, der sich auf seinem Album »Nachtfahrten« bereits dem Schattenreich des Unheimlichen und Unterbewussten gewidmet hat. Zusammen mit Eric Schaefer am Schlagzeug und dem norwegischen Bläserensemble erkundet der »vollkommene Klaviermeister« (FAZ) nun Murnaus »Symphonie des Grauens«.
Widmung an F.W. Murnau
Das Filmkonzert ist eine Veranstaltung der Versicherungskammer Kulturstiftung in Kooperation mit dem Lenbachhaus in München. Noch bis zum 26. Februar 2017 widmet das Lenbachhaus F.W. Murnau eine Ausstellung, die sich als Hommage an seine innovative Filmsprache und die einzigartige globale Wirkung der frühen Filmkunst versteht.
Informationen
Konzerteinführung Prof. Gerd Baumann, Leiter des Studiengangs Komposition für Film und Medien, Hochschule für Musik und Theater München. Nosferatu ̶ Eine Symphonie des Grauens (1921): Restaurierte und viragierte Fassung.
- Länge: 64 Min.
- Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
- Drehbuch: Henrik Galeen
- Autor: Bram Stoker
- Kamera: Fritz Arno Wagner
- Bauten: Albin Grau
- Restaurierung: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
- Live Improvisation Michael Wollny (piano) & Eric Schaefer (drums) feat. Det Norske Blåseensemble
- Wann: 24. Februar um 19:30 Uhr
- Wo: Foyer der Versicherungskammer Bayern, Warngauer Str. 30, in München
Michael Wollny
Die FAZ nennt ihn einen »vollkommenen Klaviermeister«: Michael Wollny, geboren 1978, ist international erfolgreicher Jazz-Pianist, Musik-Erfinder, Querdenker. Die Suche nach dem bisher Ungehörten zeichnet ihn aus, der Mut, sich dem Moment hinzugeben und das Unvorhergesehene selbstverständlich klingen zu lassen.
»Er bringt alles mit, was man von einem perfekten Jazzpianisten verlangen kann: virtuose Technik, überschäumende Fantasie, Disziplin und die Fähigkeit zum kreativen Chaos«, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Michael Wollny lebt in Leipzig, wo er als Professor an der Hochschule für Musik und Theater tätig ist. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem ECHO Jazz, dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Bayerischen Staatspreis für Musik.
Eric Schaefer
Eric Schaefer ist eines »der heimlichen Zentralgestirne in der […] deutschen Jazzszene«, schreibt DIE ZEIT. Geboren 1976 in Frankfurt, ausgebildet in Köln und Berlin, wurde er bereits mehrfach mit dem ECHO Jazz als bester Schlagzeuger ausgezeichnet – unter anderem 2015 für das Album »Weltentraum« mit dem Michael Wollny Trio.
Eric Schaefer lehrt an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und arbeitet international mit verschiedenen Ensembles. »Musiker wie […] Eric Schaefer […] führen die Improvisation als Rückgrat ihrer Musik mit kompromissloser Vitalität in völlig verschiedene Richtungen«, so die Neue Züricher Zeitung über den ebenso vielschichtigen wie tiefgründigen Schlagzeuger und Komponisten. Die Palette seiner musikalischen Ausdrucksformen reicht von Jazz und Neuer Musik bis zu Post-Rock und Noise.
Det Norske Blåseensemble
Die bewegte Geschichte des »Norske Blåseensemble« reicht zurück bis ins Jahr 1734, zur »Kapelle der Ersten Brigade« der Festung Fredriksten in Halden. Es ist das älteste Orchester und gleichzeitig die älteste noch bestehende kulturelle Institution Norwegens. Sitz des Ensembles, das jährlich etwa 120 Konzerte im In- und Ausland spielt, ist die Grenzstadt Halden südlich von Oslo.
Auf der Basis einer großen musikalischen Bandbreite hat sich das Orchester in Zusammenarbeit mit Professor Geir Lysne in den letzten Jahren verstärkt der zeitgenössischen klassischen Musik sowie der Improvisation gewidmet. In diesem Kontext steht auch die seit 2015 bestehende Zusammenarbeit mit Michael Wollny und Eric Schaefer.
Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Versicherungskammer Kulturstiftung.

