Nach Kritik: Stellungnahme von Friedenspreisträger Burkhard Hose

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Würzburg erleben

25. Februar 2017

Antifa Hose Rosenthal

Bannerträger für die "antifaschistische Aktion": Hochschulpfarrer Burkard Hose und der ehemalige Würzburger OB Georg Rosenthal. Foto: Würzburg erleben

Diskussion auf Facebook

„Was haltet Ihr eigentlich davon, …dass der Würzburger OB Christian Schuchardt, Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal und Friedenspreisträger Burkhard Hose mit Linksextremisten der Antifa demonstrieren?“ – Diese Frage stellten wir kürzlich unseren Fans und lösten eine heftige Diskussion aus. Nach einer Stellungnahme des Oberbürgermeisters Christian Schuchardt und des Landtagsabegeordneten Georg Rosenthal folgt nun das Statement von Burkhard Hose.

Zentrale Aussage

Burkhard Hose: „Unsere Frage lautet daher weniger: Wer ist da mit wem auf Fotos von der Gegendemonstration zu sehen? Unsere Frage lautet: Wo sind diejenigen, die nicht auf dem Bild von der Demonstration zu sehen sind? Wir befürchten, dass ihr Schweigen und ihre Abwesenheit an einem solchen Tag von Rechtsradikalen als Zustimmung missverstanden werden könnte.“

Statement von Burkhard Hose

„Oberbürgermeister Christian Schuchardt, MdL Georg Rosenthal und ich wurden von „Würzburg erleben“ zu einer Stellungnahme aufgefordert. Die beiden Statements der angesprochenen Politiker unterstütze ich ausdrücklich. Beim Friedensgebet in der Marienkapelle und bei der anschließenden Demonstration habe ich gemeinsam mit anderen das Würzburger Bündnis für Zivilcourage vertreten.

Wir haben sehr wohl wahrgenommen, wer mit uns gemeinsam auf der Straße unterwegs war, um gegen die nationalsozialistische Ideologie der Partei der „III. Weg“ zu demonstrieren. Als Bündnis haben wir nach dem Friedensgebet sehr bewusst mit zu der Demonstration von „Würzburg lebt Respekt“ eingeladen. Dass es gelungen ist, mit über 2.000 Menschen unterschiedlicher Prägung einen friedlichen Demonstrationszug zu veranstalten, ist ein Erfolg der Organisatoren.

Der anonyme Autor des Artikels auf „Würzburg erleben“ befasst sich ausschließlich und kritisch mit den Menschen, die am 18. Februar auf der Straße als Gegendemonstrant/innen unterwegs waren. Uns als Bündnis treibt dagegen um, dass am 18. Februar eine rechtsextreme Gruppierung in unserer Stadt aufmarschierte, die sich ganz klar und unzweifelhaft in die Tradition des Nationalsozialismus stellt.

Viel mehr als die Menschen, die mit uns demonstriert haben, besorgt uns, wer an diesem Tag nicht gemeinsam mit uns auf der Straße war. Wir sind in diesen Zeiten, in denen Rechtspopulismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit immer weiter um sich greifen, darauf angewiesen, dass an einem solchen Tag möglichst viele Menschen mitgehen – ganz gleich, welcher Partei oder Gruppe sie sich im demokratischen Spektrum zuordnen.

Unsere Frage lautet daher weniger: Wer ist da mit wem auf Fotos von der Gegendemonstration zu sehen? Unsere Frage lautet: Wo sind diejenigen, die nicht auf dem Bild von der Demonstration zu sehen sind? Wir befürchten, dass ihr Schweigen und ihre Abwesenheit an einem solchen Tag von Rechtsradikalen als Zustimmung missverstanden werden könnte. Die Kritiker der Demonstration fragen wir deshalb: Wo wart Ihr am 18.02.? Es geht darum, unsere Demokratie zu bewahren! Wir brauchen jede und jeden, um gemeinsam für Demokratie und gegen menschenverachtende völkische Ideologien einzutreten – auch auf der Straße!“

Zu den Statements von Christian Schuchardt und Georg Rosenthal.

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