Gastbeitrag: Das stresst mich in Würzburg!

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Würzburg erleben

22. März 2017

Ein anonymer Gastbeitrag.

Niemals zufrieden

In jeder Stadt gibt es etwas, was einen besonders stört. Teilweise sind es Dinge, die unvermeidbar oder in jeder Stadt üblich sind, was einen aber dennoch nicht davon abhält, sich manchmal trotzdem darüber zu ärgern. Würzburg ist eine schöne und oft gut strukturierte Stadt, weshalb ich hier auf wirklich hohem Niveau zu meckern beginne. Aber an manchen Tagen geht es einfach nicht anders und man ist nur noch tierisch gestresst, wenn es zum Beispiel um das Thema „Parken“ geht.

Wohin mit dem Auto?

Klar, an Parkhäusern sollte es in Würzburg nicht mangeln, zumindest im näherliegenden Umkreis der Innenstadt ist hier einiges geboten. Leider sind diese oft preislich sehr gehoben oder (vor allem am Wochenende) schon besetzt. Zumal man sagen muss, dass es als ungeübter Autofahrer eine echte Herausforderung sein kann, in den teils sehr beengten Tiefgaragen zu fahren.

Wer einen freien Parkplatz in der Stadt sucht, oder hofft, in irgendeiner Seitengasse noch ein Plätzchen zu ergattern, geht in Würzburg höchstwahrscheinlich leer aus. Wer pünktlich zu einem Termin muss, sollte manchmal minimum eine halbe Stunde einplanen, um einen geeigneten Platz für sein Auto finden zu können.

Never ending story

Tja, die vielen Baustellen in Würzburg kommen und gehen und kommen wieder. Entweder bleiben sie für Monate an einem Platz oder wandern von einem Ort zum anderen. Hier wird sich ein Beispiel an Hornbach’s Werbeslogan „Es gibt immer was zu tun“ genommen.

Klar, die Stadt zu verschönern und erneuern ist eine gute Sache und sollte ja uns letztendlich zugute kommen, dennoch ist es nervig, als Autofahrer über etliche Umleitungen und auf verengten Straßen fahren zu müssen. Als Fußgänger kommt man zurzeit zum Beispiel in der Kaiserstraße kaum voran. Zuvor musste man sich in der Eichhornstraße durch ein Labyrinth von Baustellen-Brücken und Absperrungen kämpfen.

Glückssache

Der Wohnungsmarkt ist in Würzburg ein sehr komplexes Thema. Es macht schon Sinn, wir leben in einer Studentenstadt, die vor jungen Menschen nur so strotzt. Auswärtige und auch Einheimische liefern sich täglich einen Kampf um die letzte, noch verfügbare Wohnung.

Dass durch die hohe Nachfrage die Preise nicht gerade in den Keller wandern, ist klar, dennoch sind manche Preisanforderungen in Würzburg schon fast ein bisschen unverschämt. Mit ein bisschen Glück kommt man zu einer preislich fairen Wohnung, ansonsten kann man aber auch schnell einmal von Vermietern in seiner Notlage ausgenutzt werden.

Eingepfercht

Wer kennt es nicht? Man kommt gut gelaunt aus dem Büro oder der Uni, bereit für den wohlverdienten Feierabend. Dank Bus und Straßenbahn ist der Weg nach Hause und zum Sofa auch nicht mehr weit. Doch kaum an der Haltestelle angelangt, steht dort bereits eine Menschentraube, die, wie soll es auch anders sein, auf genau den selben Bus wartet, mit dem man schnell nach Hause möchte.

Der Bus kommt angefahren und schon von Weitem lässt sich erkennen, dass das Gefährt bereits mehr als überfüllt ist. Hat man es erst mal geschafft, sich mit Händen, Füßen und Ellbogen in den Wagen zu quetschen, darf man die restliche Fahrt die Achselhaare, Tattoos und Pickel der Fahrgäste aus der Nähe begutachten und wird dabei auch noch mit Schweiß-, Parfüm-, und anderen beißenden Gerüchen beglückt.

Berufsverkehr

Wer keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, kennt diese Szenarien wahrscheinlich zu gut: Ausgerechnet dann, wenn man sowieso schon zu spät dran ist und unbedingt pünktlich erscheinen muss, steht man oft im Stau. Würzburger können mittlerweile ein Lied davon singen, da sich quasi jeden Tag zu den Hochzeiten die Autos stauen. Greinbergknoten oder Stadtring – Autos über Autos! Wer pünktlich morgens um halb acht auf die Arbeit oder zu einem Termin möchte, sollte immer mindestens zwanzig Minuten mehr mit einrechnen.

Das Radio kann den Begriff „zähflüssiger Verkehr“ zu solchen Zeiten gar nicht oft genug in den Raum werfen. All die Berufstätigen möchten nach der Arbeit natürlich auch so schnell wie möglich wieder nach Hause, so liegt es nahe, dass ab ca. 17:00 bis 19:00 Uhr die Straßen ebenfalls an Werktagen wieder überfüllt sind.

Überlaufen

An einem Samstag in die Innenstadt zu gehen, sollte man sich in Würzburg wirklich zwei mal überlegen. Wer eine Phobie gegen Menschenmassen, Gedränge und Hektik hegt, könnte versuchen, lieber werktags seine Einkäufe zu erledigen. Besonders schlimm wird es, wenn, so wie jetzt zu Beginn des Frühlings, nach einer langen Kälteperiode die ersten Sonnenstrahlen in Würzburg zu sehen sind.

Wie Tiere aus ihrem Winterschlaf kommen die Bewohner dann an den Main, in die Cafés und auf die Straßen gekrochen. Auch die Alte Mainbrücke ist bei gutem Wetter eher mit einem Ameisenhaufen gleich zu setzen, durch den man sich mühsam einen Weg bahnen muss. Zudem muss mit langen Wartezeiten an der Kasse, vollen Straßenbahnen und überlaufenen Straßen definitiv gerechnet werden.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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