Was wurde eigentlich aus der Roßmarkt-Beschallung?
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Würzburg erleben
11. April 2017
Klassik gegen Kriminalität
Fast genau ein Jahr ist es her, dass die Stadt Schweinfurt ein spannendes Projekt ins Leben gerufen hat: Seit dem 1. Mai 2016 wird der überdachte Bereich des Roßmarkts zu den Betriebszeiten der Schweinfurter Stadtbusse mit klassischer Musik beschallt. Das Ziel der Aktion? Das subjektive Sicherheitsgefühl der Schweinfurter soll erhöht werden.
Positive Reaktionen
Die Beschallung mit ruhiger, klassischer Musik erfolgt tagsüber und soll unerwünschte Gestalten vom Roßmarkt fernhalten. Das Vorbild der Aktion war die Stadt München, in der ein ähnlicher Versuch sehr positiv aufgenommen wurde. Auch in Schweinfurt äußerten sich einige Bürger durchaus positiv darüber, so die Pressesprecherin der Stadt Anja Lippert.
Allerdings: Die Anwesenheit von Personen, die keine Fahrgäste der Stadtbusse sind und die die Sitzgelegenheiten am Roßmarkt als Aufenthaltsort wählen, ist nach Einschätzung der Stadtwerke Schweinfurt dennoch nicht weniger geworden.
Andere Personengruppen
„Allerdings halten sich im überdachten Bereich nun andere Personen auf. Jugendliche, die seither durch Lärmbelästigungen in den Abendstunden aufgefallen sind, scheinen sich einen anderen Treffpunkt gesucht zu haben“, so die Pressesprecherin. Wohnsitzlose, die dort schlafen wollen und Menscheln, die betteln bzw. die Müllbehälter durchsuchen, sind dafür mehr geworden. An den Haltestellen außerhalb der Überdachung ist keine Veränderung festzustellen.
Wie geht es weiter?
Als Fazit hat der Ordnungsreferent der Stadt Schweinfurt im Haupt- und Finanzausschuss am 14. März über den Fortgang des Projekts informiert. Die positiven Reaktionen auf die Beschallung des Roßmarktes reichen trotz allem nicht aus, um die Aktion weiterzuführen. Das Projekt, welches auf Antrag der Fraktion der Grünen im letzten Jahr gestartet wurde, wird nun der Stadt Schweinfurt zufolge mangels Erfolg „einschlafen“ gelassen.

