Nach Verfolgungsjagd: Haftbefehl wegen versuchten Totschlag an Beifahrerin

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Würzburg erleben

21. April 2017

Symbolbild - Foto: Pascal Höfig
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Symbolbild - Foto: Pascal Höfig

Versuch Beifahrerin aus fahrenden aus Pkw zu stoßen

MESPELBRUNN OT HESSENTHAL, LKR. ASCHAFFENBURG. Ein Schlangenlinienfahrer auf der A3 war in der Nacht zum Mittwoch Auslöser für eine Verfolgungsfahrt, die in Hessenthal mit der Festnahme des 26-jährigen Fahrers endete. Weil der Mann versucht haben soll, seine Beifahrerin während der Fahrt aus dem Pkw zu stoßen, wird nun auch wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.

In Schlangenlinien auf A3

Kurz vor Mitternacht waren bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken Mitteilungen über einen Pkw eingegangen, der in Schlangenlinien auf der A3 in Richtung Würzburg unterwegs war. Uniformierte Streifenbesatzungen der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach machten sich sofort auf den Weg.

Zwischen den Anschlussstellen Rohrbrunn und Weibersbrunn stellten die Beamten den weißen Fiat fest, der in Schlangenlinien fuhr und dabei alle vorhandenen Fahrspuren benutzte.

Ohne Licht als Falschfahrer geflohen

Als der Fiat-Fahrer die Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht bemerkte, versuchte er zu flüchten und verließ die Autobahn an der Anschlussstelle Weibersbrunn. Nach der Ausfahrt fuhr der Fiat in entgegengesetzte Richtung in den Kreisverkehr und setzte seine Flucht auf der Staatsstraße in Richtung Hessenthal fort.

Von Fahrbahn abgekommen

In der Folge schaltete der Fahrer die Fahrzeugbeleuchtung aus und geriet mehrfach auf die Gegenfahrbahn. Vor dem Ortseingang Hessenthal kam der Pkw schließlich von der Fahrbahn ab und prallte gegen das Ortsschild, zwei Leitpfosten und eine Kurvenwarntafel. Anschließend steuerte das Fahrzeug quer über die Fahrbahn hinweg und prallte gegen den Randstein.

Der Pkw kam zum Stillstand und der Fahrer wurde von den uniformierten Beamten und einer zivilen Streifenbesatzung vorläufig festgenommen.

Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 26-jährigen Mann, der in Österreich wohnhaft ist. Aufgrund seiner offenbar schlechten gesundheitlichen Verfassung wurde der Mann vorsorglich in ein nahgelegenes Krankenhaus gebracht. Auf dem Beifahrersitz im Fiat saß eine vier Jahre jüngere Frau, die angab, mit dem 26-Jährigen befreundet zu sein.

Nachdem die Beifahrerin am Mittwochnachmittag richterlich vernommen wurde, hat inzwischen die Kriminalpolizei Aschaffenburg die weiteren Ermittlungen übernommen, die in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft geführt werden.

Mehrfach mit dem Tod bedroht

Nach dem aktuellen Sachstand gehen die Beamten davon aus, dass der 26-Jährige versuchte, die Frau während der Fahrt aus dem Fahrzeug zu stoßen. Bei hoher Geschwindigkeit soll er die 22-Jährige abgeschnallt und zeitgleich versucht haben, mit der anderen Hand die Beifahrertür aufzudrücken. Er soll die junge Frau während der Fahrt auch mehrfach mit dem Tod bedroht haben.

Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch völlig unklar. Jedoch ergaben sich im Zuge der ersten Ermittlungen Hinweise darauf, dass der 26-Jährige möglicherweise unter dem Einfluss von Rauschgift stand. Ob Drogenkonsum zu seinem auffälligen Verhalten geführt haben könnte, ist noch Gegenstand der andauernden Ermittlungen.

Haftbefehl wegen versuchten Totschlags

Am Donnerstagmorgen konnte der Tatverdächtige aus dem Krankenhaus entlassen werden. Er wurde noch am selben Tag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht vorgeführt. Dieser erließ gegen den 26-Jährigen Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Totschlags.

Nach der Eröffnung des Haftbefehls wurde der dringend Tatverdächtige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Dieser Artikel beruht auf einer gemeinsamen Presseerklärung des Polizeipräsidium Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg.

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