Kardinal-Faulhaber-Platz: Das will das Aktionsbündnis
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Katharina Kraus
30. Mai 2017

Visualisierung des Aktionsbündnisses. Foto: Hr. Schlagbauer
„Grüner Platz am Theater“
Ein „Grüner Platz am Theater“ soll es sein, das möchte das Aktionsbündnis, ein Zusammenschluss aus 13 verschiedenen Gruppen, unter anderem dem Bund Naturschutz, am Kardinal-Faulhaber-Platz. In der letzten Woche hat die Stadt Würzburg ihre Pläne für den Platz gegenüber des Theaters vorgestellt, heute gab es in einem Pressegespräch nun Details zum Bürgerentscheid 2.
„Keine Tiefgarage“
Jörg Töppner, Sprecher des Aktionsbündnisses, betonte zu Beginn des Gespräches ganz klar, dass ein „ökologischer grüner Anker“ und keine Tiefgarage gefordert wird. In Anbetracht der Menge an Parkplätzen, die es in der Würzburger Altstadt gebe, sei eine Tiefgarage schlicht überflüssig, so Töppner, „Ich möchte aber auch betonen, dass wir keine Autohasser sind!“ Doch Würzburg ist im Vergleich mit anderen vergleichbaren Städten, Spitzenreiter in Sachen Parkraum, was das Parkraumtarifkonzept von 2013 belegt.
19 Tiefgaragen, Parkhäuser und Parkplätze gebe es in der Altstadt, das seien etwa 9.000 bewirtschaftete Stellplätze, so heißt es in der Pressekonferenz. Somit seien die circa 70 wegfallenden Stellplätze am Kardinal-Faulhaber-Platz weniger als 1 % von 9.000 Stellplätzen in der Altstadt, führte Töppner weiter aus. Lieber sollten P+R Plätze außerhalb der Innenstadt errichtet und die Pläne zur Strabalinie 6 mit Haltepunkt am Kardinal-Faulhaber-Platz weiter verfolgt werden, heißt es auf Seiten des Aktionsbündnisses.
Hohe Feinstaubbelastung
Auch sei Würzburg bayerischer Spitzenreiter in Sachen Feinstaub. Gerade um den Kardinal-Faulhaber-Platz herrscht laut Feinstaubuntersuchung von 2014 eine hohe Belastung. Eine neue Tiefgarage würde laut Aktionsbündnis mehr Verkehr erzeugen und der Verkehr schließlich mehr Schadstoffe auf Kosten der Gesundheit von 18.000 Bewohnern der Altstadt in Würzburgs Kessellage. Natürlich wären die Schadstoffe gleichermaßen schädlich für Bewohner sowie für Besucher. Deshalb stehe für das Aktionsbündnis „Grüner Platz am Theater“ ganz klar die Gesundheit des Menschen im Zentrum der stadtplanerischen Entscheidungen. „Wir sind gegen noch mehr Autos in der Innenstadt“, so Töppner.
„Mogelpackung“
Im Bürgerentscheid 2 soll es deshalb ganz klar kein „Disneyland-Grün“geben, wie es Christa Grötsch, Kreisvorsitzende der Grünen, im Pressegespräch bezeichnete. Gemeint damit ist die in den Plänen der Stadt vorkommende Begrünung auf der Tiefgarage. Hier würden nur, wie es im Pressegespräch der Stadt erklärt wurde, eine Bodentiefe von 1,20 Meter für mögliche Baumpflanzungen zur Verfügung stehen. Das Aktionsbündnis möchte im Hinblick auf den Klimawandel aber größere und vor allem tiefwurzelnde Bäume am Kardinal-Faulhaber-Platz sehen, die auch die nötige Verdunstungsrate aufbringen könnten. Die Kosten für die Neugestaltung seien allerdings, wie auch schon bei den Plänen der Stadt, noch nicht zu beziffern, so Töppner.
Irreführend sieht das Aktionsbündnis auch die Einzeichnung der vier großen Platanen vor dem Theater auf den Visualisierungen der Stadt. Denn genau diese Bäume würden nach aktuellen Planungen dem Erweiterungsbau des Theaters zum Opfer fallen. Und auch die eingezeichneten grünen Rasengleise lägen noch in weiter Ferne, so das Aktionsbündnis. „Wir sehen den Vorschlag der Stadt ganz klar als eine Mogelpackung und den Versuch, Verwirrung zu stiften“, so Jörg Töppner.
Informationen nötig
„Der Bürgerentscheid 2 „Grüner Platz am Theater“ steht für eine moderne, realitätsgerechte und ökologische Ausrichtung. Ein grüner Park, eine mit Großbäumen bestandene Oase im Herzen der Stadt“, heißt es in den Ausführungen des Aktionsbündnisses. Doch wie begegnet das Bündnis den den ihren sehr ähnlichen Visualisierungen der Stadt? Auch diese Frage kam beim Pressegespräch auf. „Das ist natürlich für uns nicht einfach aber wir möchten mit Infoständen und Faltblättern, die demnächst verteilt werden, die Bürger bestmöglich informieren und sind optimistisch, auch viele von unseren Plänen zu überzeugen!“, so Töppner.

