Was ist eigentlich Glück?
Anzeige
Würzburg erleben
30. Mai 2017
Franken auf Platz 2 des Deutschen Glücksatlas
Die Nachrichtenlage und die vielen Krisen in der Welt veranlassen nicht gerade zu Freudensprüngen, dennoch sind die Deutschen laut Glücksatlas, den die Deutsche Post regelmäßig herausgibt, so zufrieden, wie seit 15 Jahren nicht mehr. Doch jede Region hat auch ihre Eigenarten und ihr ganz individuelles Glücksempfinden. Der Norden führt mit Schleswig-Holstein das Glücksranking an, doch seit Jahren holt der Süden auf und die Franken belegen erstmals den zweiten Platz, dicht gefolgt von den Niedersachsen. Franken kann besonders in den Lebensbereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit punkten. Doch lassen sich nicht nur die regionalen Unterschiede untersuchen, sondern auch der Einfluss des Lebensalters.
Hoffnung und Pläne schmieden
Laut einer Glücksstudie aus den USA haben junge Menschen ein anderes Glücksempfinden als die Älteren unter uns. Die Quellen unseres Glücks ändern sich demnach im Laufe des Lebens. Besonders das Würzburger Stadtbild wird extrem von den vielen jungen Menschen und Studenten geprägt. Wenn man sich also nachts an der Juliuspromenade in das Käuzle „Uschi“ setzen würde und die Jugend nach ihren besonders glücklichen Momenten in ihrem Leben fragte, dann würde man Geschichten voll freudiger Aufregung, Ekstase, Anerkennung und Begeisterung hören: Sport, Hobbies, Musik, Partys, Reisen, Freunde, Liebe und Karriere gehören zum Glück dazu.
Glück in der Zukunft suchen
Junge Menschen leben optimistisch, einen Großteil ihres Glücks sehen sie in der Zukunft. Es geht um ungehemmte Tatkraft und darum, das Beste aus dem Leben rausholen zu wollen sowie Lebensziele und Etappen zu meistern, die noch vor einem liegen und auf die man sich freut – Abschluss, Karrieresprung, neue Wohnung, neue Liebe etc. Glücksgefühle kommen im jungen Alter vor allem von außen. Man ist glücklich, wenn man etwas erreicht hat, für das man sich anstrengen musste oder etwas Unerwartetes geschieht.
Im Alter kommt das Glück aus der Gelassenheit…
Student oder Rentner – in der „Uschi“ kommen alle zusammen und laut der Deutschen Post gehören besonders die Älteren in der Region zu den Lebenszufriedenen. Was würdest Du also auf die Frage antworten, was zum Glück dazu gehört? Im Gegensatz zu den 20-Jährigen, die erst glücklich sind, wenn der Kalender mit Terminen, Reisen und Freizeitaktivitäten gefüllt ist, wird eine lange To-do-Liste im Alter zum Stressfaktor. Je älter der Mensch wird, desto mehr sehnt er sich nach Ruhe und Gemütlichkeit. Faulenzen, Gartenarbeit, lesen, spazieren, gutes Essen sowie Zeit mit der Familie tragen im Alter zur Entspannung bei.
… und in der Gegenwart
Die Träume werden im Alter weniger, denn einiges konnte man sich schon erfüllen, anderes wurde bereits über Bord geworfen. Ältere Menschen beschreiben glückliche Momente eher als entspannt, ruhig und erleichternd. Sie haben aufgehört Energie in Bereiche zu investieren, die sie nicht zu ihren Stärken zählen, sie sehen das Glück in der Gegenwart. Das Glück wird aber auch bei den Älteren an äußeren Lebensumständen festgemacht und die Unzufriedenheit wächst, sobald sich materielle Wünsche nicht erfüllen lassen.
Rezept zum Glück – Das lernt man von jungen Menschen
Setzt man sich dann, nach einer langen Nacht, bei Sonnenaufgang an den Mainkai, kann man noch einmal reflektieren, was man sich von Jung und Alt abgucken möchte. Von den jungen Menschen könnte man lernen, seine Aufmerksamkeit auf die schönen Dinge zu lenken, neugierig zu bleiben, sich weniger über Materielles zu definieren und sich regelmäßig auszuprobieren. Beim Füße baumeln am „Alten Kranen“ wird einem bewusst, wie wichtig es ist, sich an seine Kindheitsträume zu erinnern und nicht aufzuhören, auf das ganz große Glück zu hoffen. Ein Flug ins Weltall, der nächste Bill Gates werden oder ein unerwarteter Lottogewinn. Einfach alles scheint in jungen Jahren noch möglich. Gleich kommt es einem in den Sinn die Lottozahlen zu checken.
Glück im Alter – Das lernt man von älteren Menschen
Von älteren Menschen lässt sich hingegen lernen, den Moment zu schätzen, seine Erwartungen herunterzuschrauben und sich auch in einer Leistungsgesellschaft nicht allzu sehr unter Druck setzen zu lassen. Denn ständig nur das Beste zu wollen, kann auch schiefgehen. Weniger Perfektionismus und mehr Ruhe sind angesagt. Menschen ab 50 haben verstanden, dass zum Glück innere Gelassenheit, Großzügigkeit und sozialer Zusammenhalt gehören.
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem externen Redakteur Michael Jahn.

