Von Zwischenscheibenräumen und frierenden Frauen!

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Würzburg erleben

31. Mai 2017

Gemeinsam für mehr Energieeffizienz im Gebäudebereich (v.l.): Ulrich Leber (Stadtwerke Bad Neustadt), Geschäftsführerin Åsa Petersson (Region Mainfranken GmbH), Ralf Simon (WAREMA Renkhoff SE), Prof. Dr. Klaus Peter Sedlbauer (Fraunhofer IBP), Dr. Michaela Reim (ZAE Bayern), Landrat Thomas Habermann, Dr. Frank Schneider (Okalux GmbH); Foto: Rudi Merkl
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Gemeinsam für mehr Energieeffizienz im Gebäudebereich (v.l.): Ulrich Leber (Stadtwerke Bad Neustadt), Geschäftsführerin Åsa Petersson (Region Mainfranken GmbH), Ralf Simon (WAREMA Renkhoff SE), Prof. Dr. Klaus Peter Sedlbauer (Fraunhofer IBP), Dr. Michaela Reim (ZAE Bayern), Landrat Thomas Habermann, Dr. Frank Schneider (Okalux GmbH); Foto: Rudi Merkl

7. EnergieDialog Mainfranken zu Gast bei WAREMA

Die Energiewende stellt uns alle vor große Herausforderungen und kann nur gelingen, wenn neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien und Maßnahmen zur Energieeinsparung auch die Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz intensiviert werden. Hier nimmt der Gebäudesektor eine Schlüsselrolle ein. Auf ihn entfallen nicht nur etwa 35 Prozent des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs, er birgt aufgrund der Altersstruktur des Gebäudebestands auch große Effizienzpotenziale in sich, die nur durch eine signifikante Erhöhung der Sanierungsrate und durch geeignete Maßnahmen bei Neubauten gehoben werden können.

Über 80 Teilnehmer

Dass Mainfranken insbesondere auf dem Gebiet der Tageslicht- und Verschattungssysteme viel zu bieten hat, zeigte der 7. EnergieDialog Mainfranken der Region Mainfranken GmbH am 30. Mai 2017 bei WAREMA in Marktheidenfeld, in dessen Rahmen den über 80 Teilnehmern ausgewählte regionale Leuchttürme aus Forschung und Anwendung präsentiert wurden.

Energiewende aus der Region heraus fördern

In seiner Einführung betonte Landrat Thomas Habermann, politischer Sprecher des Fachforums Erneuerbare Energien/Elektromobilität der Region Mainfranken GmbH, die Bedeutung des EnergieDialogs: „Die Energiewende können wir nur meistern, wenn alle Elemente des energetischen Dreisprungs – Energieverbrauch senken, Effizienz erhöhen und erneuerbare Energien ausbauen – reibungslos ineinandergreifen. Mit unserer Veranstaltungsreihe nehmen wir genau diese Bausteine unter die Lupe. Damit verbunden ist das Ziel, die in Mainfranken vorhandenen Kompetenzen zu kommunizieren und miteinander zu vernetzen, um dadurch die Energiewende aus der Region heraus weiter zu fördern.“

Schaffung eines optimalen Raumklimas

Zu Beginn des Vortragsprogramms präsentierte Prof. Dr. Klaus Peter Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP, Meilensteine energieeffizienten Bauens – vom Solarhaus der 1. Generation bis hin zum Plus-Energiehaus. „Effiziente Gebäude bedürfen neben einer klimagerechten Planung in Form einer energieoptimierten Hülle, energieeffizienter Anlagentechnik und Nutzung erneuerbarer Energien auch eines bedarfsgerechten und benutzerfreundlichen Betriebs“, so Professor Sedlbauer. Im Sinne der Nachhaltigkeit hätten Gebäude demnach nicht nur eine ökonomische und ökologische Komponente, sondern auch eine soziokulturelle. „Wir verbringen 90 Prozent der Zeit in Innenräumen. Für das persönliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit ist die Schaffung eines optimalen Raumklimas daher von besonderer Bedeutung. Das reicht vom Licht über die Akustik bis hin zur Raumtemperatur.“

Nutzerakzeptanz steigern

Wie es um die Nutzerakzeptanz innovativer Tageslicht- und Verschattungssysteme steht, verdeutlichte Dr. Michaela Reim vom ZAE Bayern anhand einer institutsinternen Studie am Energy Efficiency Center in Würzburg. So habe man auf Basis einer Mitarbeiterbefragung die Regelstrategie von Sonnenschutz und Kunstlicht verbessern und dadurch die Nutzerakzeptanz erhöhen können – etwa durch früheres Aufheizen am Wochenende oder Veränderungen beim Lamellenwinkel des Sonnenschutzes. „Dadurch ist es gelungen, die Nutzereingriffe in die Gebäudesteuerung zu reduzieren. Nebenbei sahen wir auch die These bestätigt, dass Frauen eher frieren als Männer.“

Design und Funktion verbinden

Über Energieeffiziente Funktionsgläser, deren Entwicklung und vielfältige Einsatzgebiete berichtete Dr. Frank Schneider, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Okalux GmbH aus Marktheidenfeld. „Durch die Nutzung des Zwischenscheibenraums über Kapillareinlagen, Aerogele, Lamellensysteme oder Metallgewebe gelingt es uns, die Funktion von Glas zu erweitern, das Tageslicht optimal zu nutzen und dadurch den Energiebedarf zu senken.“ Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer von Okalux-Lösungen, die nicht nur als richtungsselektive Tageslichtsysteme funktionieren, sondern auch als attraktives Gestaltungselement.

Intelligente Steuerung des Raumklimas

Bevor die Teilnehmer das Leistungsspektrum von WAREMA hautnah im Rahmen einer Betriebsführung erleben durften, gab Ralf Simon einen Einblick in die neusten Entwicklungen zur intelligenten Steuerung des Raumklimas. „Um die damit verbundenen Ziele einer Steigerung von Energieeffizienz, Lebensqualität und Gebäudewert zu erreichen, müssen die vielfältigen Aufgaben des Sonnenschutzes, die zum Teil schwer miteinander zu vereinbaren sind, in Einklang gebracht werden.“ So arbeite man beispielsweise mit selektiven Lamellenbeschichtungen, um einerseits optimalen Tageslichteinfall zu gewährleisten, andererseits aber ausreichend Hitzeschutz zu bieten.

Leuchtturmprojekte unterstützen

Für Åsa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH, spielt die Energiewende eine große Rolle für die Zukunftsfähigkeit Mainfrankens: „In ihrer Funktion als Regionalentwicklungsgesellschaft wird die Region Mainfranken GmbH daher auch weiterhin die Rahmenbedingungen für die positive Entwicklung unseres Wirtschaftsraums, vor allem auch im Energiebereich, verbessern und konkrete Projekte mit Leuchtturmcharakter unterstützen.“

Weitere Informationen zum EnergieDialog Mainfranken finden Sie unter: www.mainfranken.org/energiedialog

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