Brückenschoppen-Hymne: SZ spottet über Würzburg
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Würzburg erleben
30. Juni 2017

Gunther Schunk, Peter Auffermann und Klaus Wolf haben den Brückensong ins Leben gerufen.
„Ein Video, das wehtut“
„Eine Würzburg-Hymne, von der einem schlecht werden muss“ – mit dieser Schlagzeile beginnt ein Artikel der Süddeutschen Zeitung, der einen Song über unseren Brückenschoppen spöttisch auf’s Korn nimmt. Das Video zum Brücken-Lied, das die Würzburger Gunther Schunk, Peter Auffermann und Klaus Wolf ins Leben gerufen haben, tue auf verstörende Weise weh, schreibt die Münchner Zeitung.
Zu viel heile Welt für München
Der zynische Artikel der SZ beschäftigt sich mit der Uraufführung des Lobliedes beim Sommerfest auf dem Bürgerbräu-Gelände, bei der die Würzburger die Liebe zum Schöppeln am Main besingen. Dass während des Auftrittes der Rhythmus auf einem Bocksbeutel mit geklopft wird oder sich die Sänger teilweise an die Schulter fassen, wird ebenfalls als heilewelthaltig und nicht erträglich kritisiert. Auch von „Provinz auf Weltniveau“ wird gesprochen.
Aber was soll man auch anderes erwarten? Egal, ob einem das Lied gefällt oder nicht – davon, dass „Münchner Großkopferte“ die fränkische Weinseele nicht verstehen, ist auszugehen. Im Münchner Raum muss scheinbar alles hochklassig und hipp sein – da kann man mit unserem traditionellen Brückenschoppen nicht viel anfangen.
Würzburg humorlos?
Neben dem Brückenschoppen-Song wird übrigens auch der Humor unserer Domstadt kritisiert. Dieser solle daran Schuld sein, dass unser Städtchen notorisch unterschätzt werde. Aber was heißt da überhaupt notorisch unterschätzt? Erst im vergangenen Jahr verzeichnete Würzburg erneut ein Rekordergebnis im Städtetourismus.
Mit rund 916.000 Gästeübernachtungen kann man wahrlich nicht behaupten, Würzburg finde keine Aufmerksamkeit. Ganz im Gegenteil: Unsere Mainstadt wird immer beliebter und liegt bei der Bettenauslastung nur noch knapp hinter München. Ist aber auch verständlich, wenn man sich unser schönes Städtchen mit seiner Residenz, Festung – und natürlich der Alten Mainbrücke betrachtet, oder?
Statement der Song-Macher
Gunter Schunk, Spiritus Rector des Songs, nimmt den Beitrag mit (nicht existierenden) Humor: „Ich freue mich über die Beachtung durch die Süddeutsche Zeitung. Genauso freue ich mich über die aufgezählten Vorteile Würzburgs („wird unterschätzt“) und ich wundere mich nicht, dass man sich außerhalb des Raums Würzburg und des Meefränggischen mit der Interpretation schwer tut. So wie sich auch mir manche Münchner Rituale der Klärung entziehen. Aber genau das macht ja regionale Vielfalt – auch oder gerade in Bayern – aus. Kurzum: Unsere frischgebackene „Regiopole“ Würzburg bleibt etwas sehr Besonderes. Darüber sollten wir uns freuen und es genießen! Und zum Glück gefällt das Lied nicht jedem. Das wäre sonst ja unheimlich!“
Der Ursprung
Entstanden ist die Idee zu dem Lied vor eineinhalb Jahren auf dem Improtheaterfestival in Würzburg. Danach wurde Text und Musik entwickelt. Alles in allem kann man von dem Song halten was man möchte, aber tut er wirklich weh? Was haltet Ihr von dem Würzburger Brückenschoppen-Song?
Die CD mit dem Brückenschoppen-Song gibt es in den beiden Buchläden Knodt und Dreizehneinhalb sowie den Gaststätten Alte Mainmühle, Brückenbäck, Maulaffenbäck und 87bar in Würzburg.

