Hier steckt in Würzburg Julius Echter drin
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Würzburg erleben
17. Juli 2017

Das Julius-Echter-Denkmal - Foto: Pascal Höfig
Ausstellung zum 400. Todestag des Fürstbischofs
Julius Echter von Mespelbrunn, Fürstbischof von Würzburg – dieser Name sollte wohl jeder Würzburger schon einmal gehört haben. Besonders in diesem Jahr – dem 400. Todestag von Julius Echter – dreht sich vieles um den umstrittenen Bischof. Im Museum am Dom kann zu diesem Anlass noch bis zum 17. September eine Ausstellung über den Fürstbischof besichtigt werden. In seiner Amtszeit hat Echter übrigens Orte in unserer wunderschönen Mainmetropole nachhaltig geprägt. Aber wer weiß, welche Bauten der Fürstbischof in der Stadt massiv beeinflusst hat?
Kiliansdom
In seiner Amtszeit setzte sich Julius Echter massiv für die Renovierung des Würzburger Kiliansdoms ein. Zudem findet man hier auch seine Grabstätte. Der am 13. September 1617 verstorbene Fürstbischof wurde am 2. Oktober desselben Jahres in die Reihen der früheren Fürstbischöfe von Würzburg eingegliedert – ein Ort, der definitiv einen Besuch wert ist. Neben seinem Grabmal finden sich auch die Überreste seines jung verstorbenen Bruders Sebastian wieder. Beide Grabdenkmäler sind sehr aufwendig gestaltet und daher eindrucksvolle Stätten in der Historie Würzburgs.
Echter-Denkmal an der Juliuspromenade
Hier ist gleich zweimal Julius Echter drin – das Echter-Denkmal an der Juliuspromenade dürfte der bekannteste Ort in dieser Aufzählung sein. Kaum ein Würzburger oder Würzburg-Besucher kommt an diesem, mitten in der Stadt gelegenen Denkmal vorbei. König Ludwig dem I. von Bayern ist es zu verdanken, dass Würzburg dieses Denkmal von Julius Echter vorzuweisen hat. Denn die Statue wurde vom bayerischen König gestiftet und am 2. Januar 1847 feierlich enthüllt. Zuvor hatte er dem Fürstbischof bereits eine Büste in der Walhalla gewidmet.
Juliusspital mit Stiftungsrelief
Im Jahr 1576 zeigte sich Julius Echter von seiner wohltätigen Seite. Er sorgte sich um Kranke, Alte und Waisen und stiftete das Juliusspital als karitative Einrichtung, das die benachteiligten Menschen in Würzburg aufnehmen sollte. Um dieser Tat auch noch lange gedenken zu können, wurde er im Relief des Toreingangs als wohltätiger Stifter verewigt.
St. Gertraud in der Pleich
Ab dem Jahr 1611 veranlasste der Fürstbischof den Umbau der Pfarrkirche St. Gertraud. So entstand der heute so charakteristische Bau mit seiner typischen Turmspitze in der Pleich. Das Portal der Kirche trägt das Wappen Echters und bestätigt somit den Umbau unter seiner Führung. Auch sie wurde in der Bombennacht des 16. März, wie viele andere Gebäude in der Würzburger Innenstadt, zerstört und nach dem Krieg wieder aufgebaut.
Festung Marienberg
Auch das Wahrzeichen Würzburgs schlechthin ist von Echter durchdrungen. Nachdem Teile der damals noch sehr mittelalterlich anmutenden Festung einem Feuer zum Opfer gefallen waren, setzte sich Julius Echter beim Wiederaufbau für eine Umgestaltung zum Schloss im Renaissancestil ein. Das Wappen über dem Portal der erweiterten Marienkirche erinnern an Echters Beteiligung an der Neugestaltung der Festung Marienberg. Für alle, die es noch nicht wissen: die Festung diente dem Fürstbischof damals als Residenz, Landesfestung und Verwaltungszentrum.
Neubaukirche und alte Universität
Julius Echter ist außerdem die (Wieder-)Gründung der Würzburger Universität zu verdanken. Ihr habt’s erraten: der „Julius“ in der Julius-Maximilians-Universität gehört dem Fürstbischof. Aufgrund seines Wirkens begann 1582 die Errichtung der heutigen „Alten Universität“. Knapp zehn Jahre später wurde auch die Universitätskirche als eine der bedeutendsten Renaissancekirchen Deutschlands eingeweiht. Heute trägt das Bauwerk den Namen Neubaukirche.
Echter hat sich nicht nur im Baustil der beiden Bauten verewigt. Auf eigenen Wunsch hin, wurde auch sein Herz in der Universitätskirche beigesetzt. Bis heute ruht hier die Herzurne in einem modernen Sandsteinpfeiler.
Öffnungszeiten und Führungen
Julius Echter von Mespelbrunn war eine faszinierende Persönlichkeit in der Geschichte Würzburgs – im positiven und auch im negativen Sinn. Fest steht aber, kaum jemand hat unsere Stadt und ganz Mainfranken so geprägt wie der Fürstbischof, zu dessen 400. Todestag man sich die Ausstellung im Museum am Dom nicht entgehen lassen sollte.
Die Öffnungszeiten:
- Dienstag, Mittwoch und Freitag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr
- Donnerstag: 10 bis 20 Uhr
- Jeden Samstag und Sonntag: Öffentliche Führung für interessierte Einzelbesucher um 14.30 Uhr
- Am 29. Juli, 19. August und 16. September jeweils um 15 Uhr öffentliche Führung für Kinder ab sechs Jahren, Anmeldung erforderlich!
Führungen durch die Ausstellung können gebucht werden über Museum am Dom, Tel: 0931- 386 65 600


