Kurvig, aber bitte straff, groß, sexy, perfekt: „Curvy Supermodel“
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Würzburg erleben
17. Juli 2017
Danke!
Endlich! Nach „Die Bachelorette“ hat es eine weitere Person aus Würzburg ins Fernsehen geschafft. Die Würzburger Studentin Diana möchte bei „Curvy Supermodel“ überzeugen. Die Wünsche der Redaktion wurden erhört! Endlich wieder etwas wichtiges, über das man berichten kann. Ein Thema am Puls der Zeit, wie es sich für Qualitätsjournalismus gehört. Zur Show: Wie „Germany’s Next Topmodel“ nur für sogenannte Übergrößen. Wie wär’s eigentlich mal mit „Healthy Supermodel“ ohne dünn, dick, klein, groß? Aber so funktioniert’s halt nicht. Also rein ins RTL2-Abendprogramm!
Sexy, sexy, sexy!
Die Sendung startet mit Einblenden von Frauen in knappen Outfits. Danach geht’s direkt zum Massencasting auf der Pferdebahn. Die ersten arroganten Zickereien gibt’s schon nach 5 Minuten Sendezeit. Ansage: „Und das wichtigste: Seid sexy!“ Ok cool. Eine 16-Jährige nimmt das besonders ernst. Sie kommt in Reizwäsche und Jurorin Jana Ina Zarrella feuert sie an. „Das ist Ehrgeiz!“
Hauptsache Showpotenzial
Peyman Amin veralbert eine Kandidatin und ist dann eingeschnappt, weil sie abweisend reagiert. Die 16-Jährige mit Showpotenzial kommt weiter nachdem sie sich noch weiter ausgezogen hat. „Ich habe mein Bestes gezeigt, indem ich mich ausgezogen habe.“ Traurig oder mutig?

Curvy Supermodel Jury um Angelina Kirsch. Foto: RTL II/Richard Hübner
RTL2 will’s emotional
Zweiter Tag – nächste Castingrunde mit 60 Kandidatinnen. Und das Motto: Sexy auf dem Laufsteg. Erstmal kommt die erste Vorstellung einer Kandidatin. Die 24-Jährige hat eine Schilddrüsenunterfunktion, war darum depressiv und hat aufgrund der Krankheit auch zugenommen. Schweres Schicksal und schön, dass sie sich mittlerweile wohlfühlt. Nur muss RTL2 als erstes diese Karte ausspielen?
Kurven, aber bitte nach Maß
Zum Choreograph in der Jury: Braucht jede dieser Sendungen so eine Klischee-Figur mit starkem Akzent? Peyman, der sich selbst als Motherfucker bezeichnet erklärt was ein curvy Supermodel ausmacht: Perfekte Proportionen, eine Sanduhrfigur mit schmaler Taille. Über 1,75m muss sie auch sein. Kurvig ja, aber bitte die richtigen Kurven! Achso und fest muss auch alles sein. Die Mädels müssen sich Sprüche anhören wie „Dein Auftritt war daneben. Das Ganze an Dir ist einfach wrooong.“ Aber die Juroren suchen Lebensfreude. Sicher.
Durch den Kakao
Was macht Sarah Lombardi eigentlich dort? Achso Begleitung für die Mädels. Hauptsache Alessio geht’s gut. Nächster Tag, nächste Casting-Etappe, gleiches Motto: Die Mädels als sexy Pralinen. Erste Gruppe und RTL2 freut sich: Die Mädels keifen sich an. Beim Shooting sind übrigens noch 15. Oder so. Ganz durchschaut man dieses System nicht. Kann daran liegen, dass man ständig wegsehen möchte. Nicht falsch verstehen! Die Frauen sehen toll aus. Als Zuschauer schämt man sich einfach wie sehr sie durch den Kakao und in den Sumpf des Trash TV gezogen werden. Man kann natürlich argumentieren: Jede müsste im Voraus wissen worauf sie sich einlässt.
Wo ist die Würzburgerin?
Nächste Woche geht das Ganze wohl nochmal von vorne los. Massencasting, Laufsteg und Shooting. Dann kommen nochmal 15 dazu und hoffentlich wird auch Diana aus Würzburg dabei sein. Wieso statt einer Runde mit allen Mädels, in zwei Folgen jeweils drei Runden gezeigt werden müssen – keine Ahnung. Vielleicht erhofft sich RTL2 von viel Platz für viele Mädels auch viel Zickenterror. Achso, außerdem in der nächsten Folge: Sexy Shooting mit Männern. Die haben übrigens ein Sixpack, weil bei Männern ist das ja was anderes.
Quoten gehen vor
Bei der Entscheidung die Frage an die Kandidatinnen: „Wer soll Eurer Meinung nach heim?“ Die Mädels springen drauf an. Hinter der Kamera vermutlich: „Oh das war einfach!“ Als Zuschauer möchte man sich irgendwie nur noch verkriechen. So lautet auch das Fazit zur Sendung. Man hat den Eindruck, dass einige der Mädels wirklich zeigen wollen und könnten, dass kurvige Models toll sind. Selbstbewusstsein! Positive Körpergefühle! Alles schön und gut. Doch geht es im Fernsehen eben vor allem um Quoten. Auch im Modebusiness ist es wichtig was vor der Kamera passiert und nicht wie gesund und zufrieden die Models tatsächlich sind.

