8-Punkte-Programm soll Innenstadt beleben
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Würzburg erleben
10. August 2017

Die Schweinfurter Innenstadt. Foto: SWity
Neuer Schwung in der Stadt?
Seit geraumer Zeit hat die Innenstadt u.a. mit zahlreichen Leerständen zu kämpfen – die Maßnahme: eine City-Managerin soll der Innenstadt wieder Leben einhauchen. Seit März ist Svenja Melchert nun am Start und mit ihrem Stellenantritt sind bereits einige Veränderungen in der Stadt zu beobachten. Beispielsweise möchte man mit der Aktion „Chill in the City“ für frisches Image sorgen oder mit den neuen mobilen Sitzmöbel die Aufenthaltsqualität verbessern – doch das soll längst nicht alles sein.
8 Schritte zur Innenstadtbelebung
Das Handlungsprogramm von Melchert ist vielfältig und setzt an den unterschiedlichsten Punkten an. Neben einem umfassenden Leerstandsmanagement sind beispielsweise Online-Workshops für Einzelhändler geplant. Zudem sollen einheitliche Öffnungszeiten am Samstag, ein digitales Fußgängerleitsystem und ein Tourismuskonzept wieder mehr Leute in die Stadt locken. Ebenfalls vielversprechend: mit einem Gründerkaufhaus möchte man Start-ups bei der Existenzgründung helfen und den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern.
Hier gibt’s den Entwurf der City-Managerin im Detail. Das 8 Punkte Programm muss allerdings noch im Stadtrat, am 26. September, beschlossen werden und wurde zunächst nur intern im Arbeitskreis Innenstadt vorgestellt, so Svenja Melchert.
1. Flächen- und Leerstandsmanagement
- Übersicht über Ladenleerstände
- Eigentümerkontakte, -gespräche und Besichtigungen von Leerständen
- Ansprechpartner für Ansiedlungsinteressenten
- Optisch ansprechende Gestaltung der Leerstände und einheitlich gestaltete Hinweise auf Ansprechpartner, Größe, ggf. Konditionen, etc.
- Anstehende Eröffnungen bereits frühzeitig vor Ort bewerben (Bsp.: Soul & Bowl, Café Mozart, Fleischerei)
- Nachfrage nach Wohnungen in der Innenstadt kommunizieren, Umnutzung OGs von Lager-/Ladenfläche zu Wohnen, trägt zur Belebung bei.
2. Gründer(kauf)haus
- Kreativer Ort mit individuellen Angeboten.
- Shop-in-Shop System für Existenzgründer aus den Bereichen Handel und Dienstleistungen und Co-Working-Büroarbeitsplätze.
- Anmietung der Fläche durch die Stadt zunächst für fünf Jahre mit Option auf Verlängerung.
- Regelmäßige Veranstaltungen, Workshops und Netzwerktreffen zur Beförderung der Gründungsszene in Schweinfurt.
- Objekt Rückertstraße 8 in Prüfung
- Mögliche Partner: Wirtschaftsjunioren Schweinfurt, Sparkasse Schweinfurt, GRIBS, Rechtsanwaltskanzlei, Steuerberater.
3. Digitale Einkaufsstadt Schweinfurt
- Ziel: 100 % online (Google-My-Business, Verzeichnisse, (mobil optimierte) Website, Facebook, Online-Shop)
- Workshops und Seminare für Händler, Gastronomen und Dienstleister
- Bewerbung WLAN-Hotspots
4. Service-Offensive
- Einheitliche Öffnungszeiten samstags bis 17.00 Uhr
- Evopark – Einfach clever parken, Parkplatzauslastung über App abfragbar, Parkgebührenrückerstattung über Gutscheine der Partner, Navigation
- On-Street-Parken – Service-Gewinn über App und ggf. 15 Minuten frei parken
5. Imageförderung
- Bewerbung Schweinfurts als Einkaufsstadt mit hohem Qualitätsniveau und kurzen Wegen über Schweinfurt erleben e.V..
- Events, wie „Schweinfurter Fashion Day“ mit Modenschau, Shopping-Rundgängen und Shopping Wettbewerb.
- Junge Modekonzepte über Shopping-Rundgänge bewerben.
- Frisches Image weiter ausbauen, z.B. durch Aktionen wie „Chill in the City“.
6. Schaffung von Ambiente und Aufenthaltsqualität
- Fassadengestaltungssatzung mit Gestaltungsanspruch
- Ausweitung bestehender Sitzmöblierung (aktuell in Umsetzung)
- Weihnachtsbeleuchtung
- Sommerbepflanzung
7. Ausschilderung
- Digitales Fußgängerleit- und Informationssystem durch Stelen.
- Analoge Ausschilderung der Innenstadt an wichtigen Punkten (Bahnhof Mitte, Stadtgalerie, Chateaudunpark, Maxbrücke, etc.).
8. Hebung touristischer Potentiale
- Tourismuskonzept, um Strategien zu entwickeln.
- Wachsende Zahlen bei Wohnmobilisten, Radtouristen und Schiffstouristen.
- Thema Industrie und Kunst erlebbar machen.
- Kombiticket und Programmpakete aus Museum Georg-Schäfer, Kunsthalle und Weinverkostung, inkl. ÖPNV entwickeln und u.a. gezielt bei Reedereien bewerben.
- Öffnungszeiten Museen an Geschäftstouristen (80 %) anpassen (Di-Do verlängerte Öffnungszeiten).
- Ausbau des E-Bike-Verleihs.
- Schnittstelle mit Citymanagement aufbauen.

