Nach Tötung auf Haseltalbrücke: Ermittlungen abgeschlossen
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Würzburg erleben
23. August 2017

Im Fahrzeug konnte eine weibliche tote Person aufgefunden werden. Foto: Pascal Höfig
Tötungsdelikt auf der Haseltalbrücke
MARKTHEIDENFELD, LKR. MAIN-SPESSART. Nach dem Tötungsdelikt zum Nachteil einer 26-Jährigen im April und dem anschließenden Suizid des Tatverdächtigen liefen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Würzburg auf Hochtouren. Hierbei konnte der wahrscheinliche Tatablauf rekonstruiert werden.

Im Fahrzeug konnte eine weibliche tote Person aufgefunden werden. Foto: Pascal Höfig
Wie bereits berichtet verständigten Zeugen am 09.04.2017 die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken und teilten ein vermeintliches Unfallfahrzeug auf der Haseltalbrücke, Autobahn A3, mit. Der 31-jährige Fahrer des Pkws stieg hierbei aus und stürzte sich nach einem kurzen Wortgefecht mit den Zeugen von der Brücke in den Tod.
Leiche im Fahrzeug aufgefunden
Im Fahrzeug selbst konnte durch die Zeugen und die mittlerweile eingetroffenen Kräfte der Verkehrspolizei eine leblose weibliche Person aufgefunden werden, welche durch äußere Gewalteinwirkung zu Tode gekommen war.
Die in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Würzburg geführten Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg konnten nun abgeschlossen werden.
Fahrer wollte Brücke mit Pkw durchbrechen
Auf Grundlage der Ermittlungsergebnisse wird folgender Geschehensablauf als am wahrscheinlichsten angesehen:
Es liegt nahe und kann davon ausgegangen werden, dass der 31-jährige Tatverdächtige bereits gezielt mit seinem Fahrzeug zur Haseltalbrücke gefahren ist, um dort das Brückengeländer mit dem Pkw zu durchbrechen und sich mit seiner Beifahrerin in den Tod zu stürzen.
In die Tiefe gesprungen
Nachdem dies offensichtlich gescheitert war, fügte er seiner 26-jährigen Ex-Lebensgefährtin im Fahrzeug tödliche Stichverletzungen zu. Anschließend brachte er sich selbst – in suizidaler Absicht – Messerschnitte bei. Während der Erstversorgung durch Ersthelfer stürzte er sich dann, wie beschrieben, von der Brücke in die Tiefe.
Die genauen Tatumstände des Fahrtantritts konnten nicht mehr ermittelt werden.
Das Tatmotiv liegt vermutlich in der wenige Wochen vor der Tat erfolgten Trennung der Geschädigten vom Tatverdächtigen. Die Ermittlungen haben zudem keine Hinweise darauf erbracht, dass sich die Tat für Dritte nach außen erkennbar angedeutet hätte.
Im Hinblick auf dieses Ergebnis hat auch die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren zwischenzeitlich eingestellt.
Anmerkung der Redaktion:
Um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben berichtet Blaulicht Würzburg in der Regel nicht über Selbsttötungen, – außer, die besonderen Umstände machen es erforderlich.
Depressiv? Hier bekommst du umgehend Hilfe
Solltest du selbst depressiv sein oder Selbstmord-Gedanken haben, wende dich bitte umgehend an die Telefonseelsorge.
Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhält man Hilfe und Unterstützung von geschulten Beratern, die Auswege aus schwerwiegenden Lebenssituationen aufzeigen.
Dieser Artikel beruht auf einer gemeinsamen Presseerklärung des Polizeipräsidium Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Würzburg.

