Gastbeitrag: „Tiere gehören nicht in den Zirkus“
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Würzburg erleben
10. Oktober 2017

Circus Krone. Symbolfoto: Pascal Höfig
Ein Gastbeitrag von Sabina
In Käfigen von Stadt zu Stadt
Vom 11. bis 16. Oktober gastiert der Circus Krone in Schweinfurt auf dem Volksfestplatz. Neben Akrobaten und Superclown Fumagalli wird im Sinne des circensischen Dreiklangs auch mit 100 Tieren geworben. Gigantische Elefanten und prachtvolle Raubtiere sollen die Zuschauer begeistern. Aber muss man Tiere in engen Käfigen von Stadt zu Stadt fahren, damit sie ein paar schaulustige Besucher erfreuen? Ganz klar: nein!
Elefanten sind Herdentiere
„Circus Krone betreibt für das Wohlergehen seiner Tiere einen enormen personellen, materiellen, logistischen und finanziellen Aufwand“, heißt es auf der Homepage des Circus. Großzügige Freigehege sollen sicherstellen, dass es den Tieren gut geht. Elefanten sind aber beispielsweise Herdentiere, die meist in einer Gruppe von etwa 30 Tieren unterwegs sind. Dabei wandern sie rund 15 bis 30 Kilometer am Tag. Dies ist in Gefangenschaft nicht möglich. Dass es den Tieren hinter Gittern nicht gut geht, zeigen u.a. massive Verhaltensstörungen, die häufig bei Circus-Tieren zu beobachten sind.
Verhaltensstörungen und Schläge
Immer wieder kursieren Videos im Internet, in denen man sieht, dass die Tiere massive Verhaltensstörungen wie das „Weben“ aufzeigen. „Weben“ ist eine Stereotypie, die gerade bei Elefanten in Gefangenschaft häufig vorkommt. Hierbei bewegen sich die Tiere im gleichförmigen Muster und laufen beispielsweise vor und zurück oder wippen mit dem Kopf. Neben Enge und fehlendem Kontakt sind die Wildtiere häufig mit Gewalt konfrontiert. Immer wieder kommt die Peitsche bei den Tricks zum Einsatz. An dieser Stelle stellt sich die Frage: Warum ist eine derartige Haltung und Dressur von Wildtieren nicht längst verboten?
Legal
Trotz der anhaltenden Kritik ist es absolut legal, Wildtiere zu dressieren und mit ihnen in Käfigen durch das Land zu ziehen. Obwohl sich bereits mehrere Bundesländer und Tierschützer für ein Verbot von Wildtieren eingesetzt haben, gibt es in Deutschland kein bundesweites Verbot. Am 18. März 2016 hat der Bundesrat einen Beschluss zum Verbot der Haltung bestimmter wild lebender Tierarten im Zirkus gefasst. Ein Gesetz wurde nicht erlassen.
Nicht mehr an Wildtier-Circusse vermieten
Allerdings haben einige Städte und Gemeinden die politische Entscheidung getroffen, keine öffentlichen Flächen mehr an Circusbetriebe mit gewissen Wildtieren zu vermieten. Bundesweit haben bereits rund 85 Kommunen diese Circusse von kommunalen Flächen verbannt. Unter anderem auch aufgrund der gefährlichen Ausbrüche der Tiere, die jedes Jahr vermehrt vorkommen. In Schweinfurt brachen z.B. 2015 acht Kamele aus und irrten auf dem John-F.-Kennedy-Ring umher, als dort der Circus Carl Busch zu Besuch war. Schweinfurt ist übrigens nicht unter den Städten vertreten, die Aufführungen mit Wildtieren ablehnen, was sich schon durch das Gastspiel auf dem Volksfestplatz zeigt.
Anmerkung der Redaktion
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