Kopftuch-Debatte: Studentin nimmt Entschuldigung an

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Katharina Kraus

29. Oktober 2017

Bibliothek der Universität am Hubland. Foto: Dominik Ziegler
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Bibliothek der Universität am Hubland. Foto: Dominik Ziegler

Wie berichtet, wurde eine Studierende während einer Politikwissenschaftsvorlesung in der Uni Würzburg von einer Professorin verbal angegriffen, da sie mit Kopftuch in der Vorlesung saß. Daraufhin entbrannte eine Diskussion zum Thema. Universität, Professorin Müller-Brandeck-Bocquet und die Fachschaftsinitiative Political and Social Studies meldeten sich zu Wort. Jetzt hat die Fachschaftsinitiative Political and Social Studies (PSS) Würzburg eine weitere Pressemitteilung zum Kopftuch-Vorfall herausgegeben. Diese wurde zusammen mit der betroffenen Studentin verfasst. Die Betroffene nimmt darin zur Entschuldigung durch Professorin Müller-Brandeck-Bocquet Stellung.

Ungekürzte Stellungnahme

„Am 27. Oktober 2017 erreichte die betroffene Kommilitonin und die Fachschaftsinitiative PSS ein persönliches Schreiben der Professorin Müller-Brandeck-Bocquet. Darin entschuldigt sich die Professorin für ihr Verhalten gegenüber unserer Kommilitonin und kündigte zudem an, in der nächsten Vorlesung am 8. November 2017 das Entschuldigungsschreiben öffentlich „vorzutragen“.

Alles zur Kopftuch-Debatte

Unsere Kommilitonin hat sich entschlossen die Entschuldigung der Professorin anzunehmen. „Obwohl ich manche Punkte in der Entschuldigung der Professorin Müller-Brandeck-Bocquet als unglücklich formuliert empfinde, nehme ich ihre Entschuldigung an“, äußerte sich die Betroffene und gab zudem ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Angelegenheit damit beigelegt werden kann. Die Fachschaftsinitiative PSS begrüßt, dass die Professorin unserer Forderung nach einer Entschuldigung nachgekommen ist.

Richtigstellung

Eine persönliche Aufforderung an die betroffene Studentin ihre Kopfbedeckung abzulegen hat definitiv stattgefunden. Anstoß genommen haben wir an der persönlichen Diskriminierung und Stigmatisierung einer einzelnen Kommilitonin in einer großen Vorlesung. Dies ging auch aus unserer öffentlichen Stellungnahme vom 26. Oktober 2017 hervor.

Die Fachschaftsinitiative möchte betonen, dass die Professorin die Studentin nicht des Hörsaals verwiesen hat, um mögliche Missverständnisse auszuräumen. Wir halten außerdem fest, dass die Universitätsleitung nur Auskunft über die Rechtslage gegeben hat, sich aber nicht vom persönlichen Fehlverhalten der Professorin distanziert hat.

Debatte an Universität inhaltlich weiterführen

Einer inhaltlich geführten Debatte über das Selbstverständnis unserer Universität und der für sie geltenden Gesetze stehen wir offen gegenüber.“

Im Namen der Fachschaftsinitiative PSS Würzburg: Die VerfasserInnen: Louis Pienkowski (Sprecher Fachschaftsvertretung der Fakultät für Humanwissenschaften), Julia Boving, Jaakob Hansen und die betroffene Kommilitonin

Außerdem: Minenur Safak, Lennart Tiller, Celia Hartung, Niklas Heißwolf, Lukas Kerkhoff, Janosch Tölkes-Annen, Johanna von Andrian-Werburg, Michael Krah, Teresa Schütz, Lena Bidinger, Janis Müller-Späth, Valerie Schmidt, Luisa Sarro, Robert Patzer, Dilara Yazicioglu, Kolja Knodel

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