Mit dem Motorrad einmal um die Welt

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Katharina Kraus

23. November 2017

Thomas und sein Bike in Usbekistan. Foto: Thomas Kintzinger
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Thomas und sein Bike in Usbekistan. Foto: Thomas Kintzinger

Er ist jung, engagiert in Beruf – er ist ausgebildeter Erzieher – und derzeit Studium (Soziale Arbeit in Leipzig) und wohl auch etwas verrückt – im positiven Sinne! Thomas Kintzinger ist mit seinem Motorrad über ein Jahr um den Globus getourt, völlig auf sich alleine gestellt. Dabei hat er viel erlebt – sowohl schöne Dinge, als auch weniger Erfreuliches. Von diesen Abenteuern erzählt der Breisgauer am 24. November 2017 im Motorradhaus Eberth in Höchberg bei Würzburg. Wir haben ihm schon vorab ein paar Fragen gestellt.

Wie bist du zum Motorradfahren gekommen?

Mein Vater ist in der Generation „Easy Rider“ aufgewachsen und ist seitdem motorradbegeistert gewesen. Diese Begeisterung hat er mir wohl vererbt.

Seit wann betreibst du dieses Hobby und welches Motorrad fährst du?

Mit 15 habe ich die Fahrerlaubnis für Mofas gemacht und bin von da an viel mit verschiedenen Mofas unterwegs gewesen. Hier habe ich auch meine ersten Mechaniker Erfahrungen gemacht, weil die Dinger immer nicht richtig liefen.

Mit 18 durfte ich dann endlich große Maschinen fahren. Mein erstes Motorrad war eine Suzuki GS 400 von 1978. Nachdem ich dann offene Leistung fahren durfte, hatte ich mir erst eine Yamaha 750 Supertenere zugelegt. Die war mir aber zu schwer und so bin ich bei XT 600 gelandet. Momentan fahre ich eine Kawasaki GPZ 500. Ein Motorrad, was ich mir erst diese Woche für 500 € gekauft habe um wieder mobil zu sein.

Über den Wolken in Peru. Foto: Thomas Kintzinger

Über den Wolken in Peru. Foto: Thomas Kintzinger

Wie bist du auf die Idee gekommen, mit dem Motorrad um die Welt zu fahren?

Meine Schwester war als Teenie Fan von Ewan McGregor und wir haben im Fernsehen sine Motorradweltreise verfolgt (Long Way Round) – da war mir klar, das will ich auch erleben!

Wie lange warst du unterwegs?

„Einmal rund um den Globus“ – Das war mein Ziel. Als ich mit 21 Jahren in einem kleinen Dorf bei Freiburg losfuhr, wusste ich noch nicht dass daraus 1,5 Jahre und 75.000 Kilometer werden.

One night in California. Foto: Thomas Kintzinger

One night in California. Foto: Thomas Kintzinger

Wohin hat dich deine Tour überall geführt?

Über Stock und Stein, über achtspurige Highways, durch Flüsse und Täler und über 5.000 Meter Höhe. Es waren exakt 50 Länder. Grob kann man sagen: Europa, Asien, Südostasien, Nord- und Südamerika.

Was hast du auf deiner Tour alles erlebt?

Ich habe jede Menge erlebt! Die Geschichten sprengen meist jeden zeitlichen Rahmen. Am gefährlichsten waren aber bestimmt die Motorradunfälle in Russland und in Guatemala. Am schönsten waren sicherlich die Gastfreundschaft, das gute Essen, der warme Tee nach einer eiskalten Nacht und die atemberaubende Natur.

Achtung Kamele - Thomas im Iran. Foto: Thomas Kintzinger

Achtung Kamele – Thomas im Iran. Foto: Thomas Kintzinger

Hattest du Unfälle auf deiner Tour?

Ja, zwei Größere, bei denen ich sogar ins Krankenhaus musste und unzählige kleinere, die mal mehr und mal weniger schmerzhaft waren.

Welcher Ort war dein Lieblingsort?

Diese Frage kommt immer und es gibt keine wirkliche Antwort darauf, weil jeder Ort seine ganz bestimmten Vorzüge hat und es sehr stark auf die Menschen ankommt, die man auf seinem Weg kennen lernt. Dennoch waren für mich persönlich der Iran, Peru, Mexiko, Brasilien und Kolumbien Highlights der Reise. Das sind gleichzeitig auch die Länder, in denen ich am meisten Zeit verbracht habe. Vielleicht hängt das also auch damit zusammen.

Bolivien steht Kopf! Foto: Thomas Kintzinger

Bolivien steht Kopf! Foto: Thomas Kintzinger

Wie hast du die Tour finanziert?

Ich konnte während meiner Ausbildung zuhause wohnen bleiben und viel nebenher als Pizzalieferant und gleichzeitig als Medikamentenlieferant für eine Apotheke jobben. Im Anschluss habe ich 1,5 Jahre als Erzieher gearbeitet und gespart, was ich nur konnte. So kam das Budget zusammen.

Welche Verbindung hast du zu Würzburg?

Bisher noch keine. Der Vortrag im Motorradhaus Eberth ist mein erster Besuch in Würzburg.

Hast du eine Lieblingsstrecke – vielleicht sogar hier in der Region?

Mit Motorradstrecken kenne ich mich nur im Schwarzwald aus. Dort sind die Möglichkeiten aber grenzenlos für Motorradfahrer.

Was würdest du Tour-Anfängern raten?

Lesen, Lesen, Lesen! Die besten Infos bekommt man auf horizonsunlimited.com und auf caravanistan.com. Und bitte, macht die Visa bevor ihr Deutschland verlasst! Alles andere raubt nur Zeit, Geld und jede Menge Nerven!

Infos zum Vortrag

  • Wann: 24. November 2017 um 18.30 Uhr
  • Wo: Motorradhaus Eberth, Heisenbergstr. 3, 97204 Höchberg
  • Eintritt: 7 Euro, für Schüler und Studenten ermäßigt
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