Mit Gebühren den „Beratungsklau“ im Einzelhandel stoppen?
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Würzburg erleben
14. Dezember 2017

Der Roßmarkt in Schweinfurt. Foto: Dominik Ziegler
Im Geschäft beraten lassen, um später online zu kaufen: Diese Methode wenden immer mehr Verbraucher an – auch in Schweinfurt. Während die Kunden mit dieser Taktik meist Geld sparen, legen die Einzelhändler drauf. Und einige wehren sich nun: Mit einer Beratungsgebühr möchte man dem „Beratungsklau“ an den Kragen. Wäre das vielleicht auch eine Idee, um die Schweinfurter Innenstadt wieder zu beleben?
Für Beratung bezahlen
Ein Fotohändler in Schwäbisch Hall verlangt laut Medienberichten der FAZ seit zwei Jahren eine Beratungsgebühr. Auch ein Brautkleidergeschäft im Schwabenland, ein Reisebüro im Breisgau und ein Kinderkaufhaus in Münster haben die Gebühren mittlerweile eingeführt. Bei einigen sind z.B. 25 Euro fällig, wenn nach der professionellen Beratung nichts gekauft wird. Wird das Produkt später im Laden mitgenommen, bekommt der Kunde das Geld zurück, so die FAZ.
Kunden bereit zu zahlen?
Während laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa acht von zehn Menschen dazu bereit wären, für eine professionelle Beratung zu bezahlen, ist der Handelsverband Deutschland (HDE) skeptisch, berichtet die FAZ. Neben dem Aspekt, dass derartige Gebühren nur sehr vereinzelt verlangt werden, finde der HDE eine Beratungsgebühr bei den meisten Geschäften (Spielzeug- oder Bekleidungsgeschäfte) überflüssig. In Ausnahmefällen sei eine Gebühr hingegen sinnvoll. Beispielsweise für Einzelhändler, die in der Regel sehr lange Beratungsgespräche führen (Brautmoden etc.).
Onlinegeschäft boomt
Immer mehr Leute nutzen das Internet für ihre Einkäufe. Gerade zur Weihnachtszeit sind Online-Händler beliebt, man hat schnell alle Geschenke im Warenkorb, egal ob für den Partner oder die Großmutter – und das in nur einem Shop. Gerade in kleineren Städten müssen die Läden daher ums Überleben kämpfen – auch in der Schweinfurter Innenstadt besteht seit geraumer Zeit eine Leerstandsproblematik und ein damit einhergehender Frequenzrückgang – was nicht zuletzt auch am boomenden Onlinegeschäft liegt.

