Messung von Passantenfrequenzen in der Innenstadt
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Würzburg erleben
20. Dezember 2017

Schweinfurter Rathaus und Marktplatz - Foto: Pascal Höfig
In einem Facebook-Posting hat die Stadt Schweinfurt am gestrigen Dienstag, den 19. Dezember, verkündet, dass erste Zahlen der Passantenfrequenzen-Messung im Umkreis des Rathauses vorhanden sind. Eingesetzt wird bei dieser Messung das sog. WLAN-Tracking. Die Auswertung der Zahlen findet stündlich statt, unter Berücksichtigung der Wetterdaten, so die Stadt Schweinfurt auf ihrer FB-Seite. Doch was hat es mit der Messung auf sich und was passiert mit den Daten? Wir haben bei der City-Managerin Svenja Melchert nachgefragt.
Warum WLAN-Tracking?
Laut Svenja Melchert hat das City-Management zunächst verschiedene Möglichkeiten, Varianten und Anbieter geprüft und sich schließlich für das WLAN-Tracking entschieden. Der Grund: Es sei kostengünstig und die Amberger haben bisher sehr gute Erfahrungen mit dem System gemacht. Zudem sei es erweiterbar und die Zahlen werden ständig aktuell erfasst und analysiert. Und wie funktioniert das Ganze? Im System findet eine Hochrechnung statt, wie viele Personen, auf Basis der empfangenen WLAN-Signale, tatsächlich im entsprechenden Umkreis vorhanden sind.
Ein Jahr Testphase
Der Vertrag wurde erstmal über ein Jahr abgeschlossen. Eine Verlängerung ist laut der City-Managerin aber unter der Voraussetzung valider Zahlen geplant. „Die analoge Passantenfrequenzzählung, wie sie dieses Jahr wieder an einem Samstag in einer Stunde an verschiedenen Standorten in der Innenstadt durchgeführt wurde, kann immer nur einen sehr geringen Ausschnitt darstellen und wird von vielen Faktoren, wie Wetter, ggf. Veranstaltungen vor Ort oder im Umland oder aktuellen Aktionen, beeinflusst“, führt Svenja Melchert aus.
Warum werden die Daten erhoben?
Doch für was werden die Ergebnisse eigentlich genutzt? Neben der Auswertung der Zahlen bei Veranstaltungen und Märkten seien die Zahlen insbesondere in Zusammenhang mit Immobilien- und Standortbewertung interessant. Expansionsabteilungen von Filialisten arbeiten hauptsächlich mit solchen Zahlen, so Melchert. „Ein weiterer Grund für die Erfassung ist der häufig beklagte Rückgang der Passantenfrequenzen, u.a. durch den zunehmenden Online-Handel. Um diese „gefühlten“ bzw. „vermuteten“ Rückgänge langfristig zu validieren bzw. zu falsifizieren werden daher ebenso diese Daten herangezogen“.

Rathaus-Innenhof in Schweinfurt. Foto: Dominik Ziegler
Abschließend sei auch die zunehmenden Forderung nach Erfolgskontrolle ein Argument für’s WLAN-Tracking. Die Stadt Schweinfurt sieht hiermit die beste Möglichkeit Erfolge zu messen. Befragungen bei den einzelnen Veranstaltungen sind zum einen zeit-, personal- und kostenaufwändig. Zum anderen benötigt man eine gewisse Fallzahl, um valide Ergebnisse zu erzielen – und auch das gehe wieder ins Geld.
Was passiert mit den Daten?
Aber wie schaut es eigentlich mit dem Datenschutz und der Verarbeitung der Daten aus? Auf unsere Nachfrage wurde uns erklärt, dass der Einsatz des Systems vom Datenschutzbeauftragten der Stadt Schweinfurt geprüft wurde. Zudem sollen keine personenbezogenen Daten erhoben und gespeichert werden. „Die MAC-Adressen werden erstens unmittelbar verschlüsselt und die Daten werden zweitens in der darauffolgenden Nacht vollständig gelöscht. Eine Nachverfolgung einzelner Personen ist daher nicht möglich“, erklärt Melchert.

