Paket vor „Shalom Europa“: Kein böser Vorsatz

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Würzburg erleben

20. Dezember 2017

Der Entschärfer der Technischen Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes traf gegen 21.30 Uhr am Einsatzort ein. Foto: Pascal Höfig
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Der Entschärfer der Technischen Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes traf gegen 21.30 Uhr am Einsatzort ein. Foto: Pascal Höfig

WÜRZBURG. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg rund um den verdächtigen Gegenstand, welcher am Freitag für einen größeren Polizeieinsatz im Umfeld des Kulturzentrums „Shalom Europa“ gesorgt hatte, führten nun zur Aufklärung des Falls. Der Karton wurde offenbar achtlos abgestellt, nicht gezielt dort platziert.

Dieses gelbe Paket sorgte für den Einsatz. Foto: Pascal Höfig

Dieses gelbe Paket sorgte für den Einsatz. Foto: Pascal Höfig

Spezialkräfte des Bayerischen LKA im Einsatz

Wie bereits berichtet, löste am Freitagabend ein verdächtiger Gegenstand einen größeren Polizeieinsatz in der Würzburger Innenstadt aus. Einem Passanten fiel gegen 18:00 Uhr ein in der Nähe des Kulturzentrums „Shalom Europa“ liegendes Paket auf.

Mehrere Streifen der Würzburger Polizei sperrten den Bereich weiträumig ab und forderte betroffene Anwohner sicherheitshalber auf, ihre Wohnungen zu verlassen. Die im Gefahrenbereich liegende Bundesstraße 19 sowie die Bahnstrecke mussten ebenfalls gesperrt werden.

Der Entschärfer der Technischen Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes traf gegen 21.30 Uhr am Einsatzort ein. Foto: Pascal Höfig

Der Entschärfer der Technischen Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamtes traf gegen 21.30 Uhr am Einsatzort ein. Foto: Pascal Höfig

Spezialisten der Technischen Sondergruppe des Bayerischen Landeskriminalamtes untersuchten und öffneten das letztlich leere Paket. Gleich im Anschluss konnten sämtliche Verkehrssperren aufgehoben werden und die Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren.

Videoaufzeichnungen ausgewertet

Die Kriminalpolizei Würzburg übernahm in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg die Ermittlungen und arbeitete mit Hochdruck an der Aufklärung der Hintergründe des Falles. Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras wurden gesichert und gesichtet, Zeugen befragt und kriminaltechnische Untersuchungen an dem Paket getätigt. Schließlich gelang den Kriminalbeamten der Durchbruch. Ein 18-jähriger Afghane konnte als Verantwortlicher identifiziert werden.

Großeinsatz am Kulturzentrum Shalom Europa in der Valentin-Becker-Straße. Foto: Pascal Höfig

Großeinsatz am Kulturzentrum Shalom Europa in der Valentin-Becker-Straße. Foto: Pascal Höfig

Gedankenlos abgestellt

Für Klarheit sorgte dessen Vernehmung. Der Heranwachsende, der im Jahr 2015 als Flüchtling nach Deutschland kam, holte sich ein Päckchen bei der sich in der Nähe befindlichen Postfiliale ab und öffnete dieses. Den Inhalt, Nüsse und Früchte, steckte der junge Mann in seinen Rucksack.

Völlig gedankenlos stellte der Afghane, seinen Angaben nach, die Verpackung seiner Sendung auf dem Nachhauseweg einfach auf eine Mauer. Dort, in der Nähe des Kulturzentrums einfach liegengeblieben, sorgte der nun offensichtlich herrenlose Karton für Furore.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Würzburg und die Kriminalpolizei Würzburg können die Ermittlungen zu dem Fall in Kürze abschließen. Der reumütige Auszubildende, der von den Folgen seiner Handlung nichts mitbekommen hatte, muss sich nun für seine Unbedachtheit in einem Ermittlungsverfahren verantworten.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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