Studie: Uni Würzburg sucht Crystal Meth-Konsumenten
Anzeige
Katharina Kraus
22. März 2018

Crystal Meth. Symbolfoto: Pascal Höfig
Das Institut für Psychologie der Universität Würzburg sucht für eine Studie Crystal-Meth-Konsumenten aus Unterfranken. Ziel ist es, spezifische Hilfsangebote anzupassen und neue zu entwickeln, so heißt es in einer Pressemitteilung.
Crystal Meth, Meth, Crystal oder Crystal-Speed: Das alles sind verschiedene Namen für die synthetische Substanz Methamphetamin. Diese illegale Droge wird in kristalliner Form, als Pulver und selten in Kapselform gehandelt.
Methamphetamin sorgt im Gehirn für die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe. Die Konsumenten fühlen sich nach der
Einnahme aufgeputscht und euphorisch, ihre Hunger- und Durstgefühle sind vermindert und auch ihr Schlafbedürfnis ist
gering. „Die Einnahme hat jedoch viele unangenehme Nebenwirkungen, und die Effekte im Gehirn führen bei regelmäßigem
Gebrauch rasch in die Abhängigkeit“, sagt Andrea Kübler, Professorin für Psychologie an der Universität Würzburg.
Ziele der Studie
In Deutschland sei bisher wenig über Crystal Meth geforscht worden. Vor allem über die Verbreitung und den Konsum in einzelnen Regionen gebe es kaum Daten. Das soll sich durch eine Studie ändern, die unter der Federführung von Andrea Kübler angelaufen ist.
„Unser Ziel ist es, Informationen über die Verbreitung des Konsums und die Konsumenten im Raum Unterfranken zu sammeln“, sagt die Professorin. „Durch ihre Mithilfe können wir erfahren, warum, wie, wo und wann Crystal konsumiert wird, wie man in Kontakt mit der Droge kommt und warum Konsumenten davon loskommen wollen.“ Diese Informationen sollen dabei helfen, die vorhandenen Betreuungs- und Behandlungsangebote anzupassen und neue zu entwickeln.
Ablauf der Studie
Dafür sucht Küblers Team Menschen, die Crystal Meth konsumieren, es früher konsumiert oder zumindest einmal ausprobiert
haben. Wer bei der Studie mitmachen will, muss mit einem Zeitaufwand von rund 50 Minuten rechnen. Nach einem Interview mit Fragen zur Person, Konsummustern, Konsumgeschichte und persönlichen Erfahrungen, sind zwei Fragebögen auszufüllen. Danach müssen die Teilnehmer am Computer drei spielerische Aufgaben lösen.
Nach Auskunft von Prof. Kübler werden alle Angaben vollständig anonymisiert behandelt; das Studienteam steht unter Schweigepflicht. Die Studie findet im Institut für Psychologie in Würzburg statt. Für die Teilnahme gibt es eine Vergütung von 20 Euro.
Kontakt
Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich bei Projektleiterin Prof. Dr. Andrea Kübler melden, Lehrstuhl für Psychologie I, Universität Würzburg, andrea.kuebler@uni-wuerzburg.de
Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Universität Würzburg.

