Stadtrat beleidigt Bürgerin – was ist dran an der Geschichte ?

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Katharina Kraus

7. Mai 2018

Behindertenparkplatz. Foto: Pascal Höfig
Parkplatz_Behinderte

Behindertenparkplatz. Foto: Pascal Höfig

CSU-Stadtrat Emanuele La Rosa soll auf einem Würzburger Supermarktparkplatz eine Bürgerin heftig beleidigt haben – so war es in einem Facebook-Posting der besagten Bürgerin, Claudia G., zu lesen. Der Vorfall soll sich am vergangenen Samstag zugetragen haben – allerdings gibt es laut Mainpost zwei Versionen der Geschichte.

Auf Behindertenparkplatz geparkt

Laut Frau G. hat sie den Würzburger Stadtrat Emanuele La Rosa dabei beobachtet, als er auf einem Behindertenparkplatz geparkt hat und ihn daraufhin angesprochen. Sie hätte den Politiker auf seine Vorbildfunktion als Stadtrat hingewiesen, er habe die Kritik aber nicht angenommen, sondern mit der Aussage, er habe Kuchen für behinderte Kinder im Geschäft geholt, gekontert.

Heftige Beleidigungen

„Sie sind ja nicht behindert und hätten auch 10 Meter laufen können!“, antwortete daraufhin Frau G. laut eigener Aussage in ihrem Facebook-Posting. Daraufhin sei Emanuele La Rosa laut geworden und habe ihr Beleidigungen entgegen gerufen. „Halt doch die Fr… Du blöde Kuh!“ und „Du blöde Fo…!“ seien laut Claudia G. gefallen. Sie war mit Schwiegermutter und Kind unterwegs – so schreibt sie in ihrem Posting. Das heißt, es waren Zeugen anwesend. Auch habe Frau G. im Nachhinein die CSU Stadtratsfraktion kontaktiert und den Vorfall auf der Facebook-Seite geschildert, so die Mainpost.

Das sagt die CSU-Stadtratsfraktion

Als Antwort erhielt Frau G. den Hinweis, dass die Schilderung des Vorfalls auf dem Parkplatz an die CSU-Fraktionsvorsitzende, Dr. Christine Bötsch, weitergeleitet werde, so die Mainpost. Eine persönliche Antwort von Emanuele La Rosa habe Frau G. nicht bekommen, heißt es in der Mainpost. Auf Anfrage unserer Redaktion an die Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion, Dr. Christine Bötsch, heißt es, dass sich die Stadtratsfraktion seit dem Vorfall noch nicht getroffen habe, es sich aber um eine private Angelegenheit von Herrn La Rosa handele. „Herr La Rosa ist anwaltlich vertreten und es läuft ein rechtliches Verfahren, auf das ich verweise. Insofern gilt nach rechtsstaatlichen Prinzipien die Unschuldsvermutung“, so Dr. Christine Bötsch.

Auch sind für sie keine Vorwürfe erkennbar, die für sie persönlich einen Ausschluss aus der Fraktion rechtfertigen würden.  „Parken auf einem Behindertenparkplatz ohne Berechtigung ist jedoch nicht zu rechtfertigen und kann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich ziehen. Sollte ein weiteres Fehlverhalten vorliegen, sollte sich Herr La Rosa auch hierfür entschuldigen“, erklärt Dr. Christine Bötsch.

Wie war es wirklich?

Stadtrat Emanuele La Rosa hat der Mainpost gegenüber zugegeben, dass er tatsächlich auf einem Behindertenparkplatz gehalten habe, so die Mainpost. Er habe auch den Fehler eingeräumt, jedoch erklärt, dass sich der Vorfall, nicht wie von Frau G. geschildert, zugetragen habe, so La Rosa gegenüber der Mainpost. Das zitierte vulgäre Schimpfwort habe er nicht verwendet und würde dies gerade als Stadtrat nicht tun, heißt es in der Mainpost. Der Politiker erklärte gegenüber der Mainpost, dass er nie, sofern er nicht vorausgehend selbst beleidigt wurde, jemand anderen beleidigen würde. Laut Mainpost will La Rosa den Vorfall nun einem Anwalt übergeben.

Claudia G. habe laut Mainpost Emanuele La Rosa wegen Beleidigung noch am Samstag bei der Polizei angezeigt.

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