„Nigeria Connection“: Von einer Betrogenen zur Tatverdächtigen

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20. Juni 2018

Bis zum 31. März verdoppelt die Sparkasse die Spenden auf der Spendenplattform - Foto: Dominik Ziegler
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Bis zum 31. März verdoppelt die Sparkasse die Spenden auf der Spendenplattform - Foto: Dominik Ziegler

Es war wohl der unumstößliche Glaube an den großen finanziellen Gewinn, der eine 67-Jährige aus Lohr jetzt in das Gefängnis brachte. Eine bereits seit Jahren andauernde Betrugsmasche durch die sogenannte „Nigeria Connection“ hat die Frau dazu gebracht über einen längeren Zeitraum größere Geldbeträge ins Ausland zu überweisen.

Gelder nach Nigeria transferiert

Angefangen hatte alles mit dem Versprechen einer vermeintlichen Auszahlung aus einem UN-Fond (Silicon Valleys) in Höhe von 79.000 Euro. Um das Geld zu erhalten, sollte die Lohrerin immer wieder Vorauszahlungen leisten. Sie ahnte nicht, dass sie Betrügern aufgesessen war und ließ sich dazu bewegen, seit Oktober 2017 einen mittleren sechsstelligen Betrag über verschiedene Bezahldienste nach Nigeria zu transferieren.

„Nigeria Connection“

Bei dem Betrugsmodell „Nigeria Connection“ treten die Täter überwiegend per E-Mail oder Online-Plattformen mit potenziellen Opfern in Kontakt. Im nächsten Schritt werden geldwerte Belohnungen in Aussicht gestellt, sofern die Geschädigten bereit sind, für jeweils angepasste, vorgegebene Situationen vermeintlich notwendige Vorauszahlungen zu leisten.

Bekannte und Freunde betrogen

Nachdem ihre Ersparnisse aufgebraucht waren, ging die 67-Jährige dazu über sich Geld in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis zu leihen, um die geforderten Vorauszahlungen zu leisten. Obwohl die Polizeiinspektion Lohr und das Polizeipräsidium mehrfach vor der Masche der Frau warnten, fand sie immer wieder Menschen die ihr aus Hilfsbereitschaft zum Teil hohe Geldbeträge liehen.

Mittleren sechsstelligen Betrag ins Ausland

Als die 67-Jährige am Dienstag letzter Woche erneut Geld überweisen wollte, nahmen Beamte der Aschaffenburger Polizei die Frau vorläufig fest. Da die regionalen Banken die Überweisungen der Lohrerin nicht mehr ausführten, transferierte sie das Geld über verschiedenen Bargeldtransferdienstleister am Aschaffenburger Hauptbahnhof ins Ausland.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Würzburg führte die Polizei die Beschuldigte am Mittwochnachmittag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Würzburg vor. Dieser erließ wegen des dringenden Tatverdachts des Betruges in mehreren Fällen wegen Wiederholungsgefahr einen Haftbefehl. Anschließend kam sie in eine Justizvollzugsanstalt.

Die weiteren Ermittlungen führt die Polizei Lohr in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Die Auslandsermittlungen erfolgen durch die Kripo Würzburg.

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