Tattoo-Gipfel im November: Gibt es bald strengere Regeln für Tätowierer?
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Würzburg erleben
1. August 2018

Beim Tattoo stechen. Foto: Pascal Höfig
Die Tattoo Branche in Deutschland boomt. Mittlerweile hat jeder fünfte Deutsche ein Tattoo. Doch weil in Deutschland jeder, der ein Gesundheitszeugnis vorweisen kann, tätowieren darf, passieren auch viele Missgeschicke. Zum einen künstlerischer Art, zum Beispiel wenn das Portrait des Lieblingsmenschen ihm so gar nicht ähnlich sieht oder wenn sich ein Schreibfehler in das Lieblingsmotto eingeschlichen hat. Auch abgesehen von der Ästhetik gibt es Gesundheitsrisiken, wenn beispielsweise mit einer nicht desinfizierten Nadel gestochen wird oder falsche oder ungesunde Farbe benutzt wird, dies berichtet RTL.
Tattoo-Gipfel im November
Damit das nicht mehr so häufig vorkommt, möchte Gitta Connemann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, einen Tattoo Gipfel ins Leben rufen. Im November soll gemeinsam mit Vertretern der Tattoo-Szene, Herstellern von Farben, Wissenschaftlern sowie Behörden und Instituten über mögliche Lösungen nachgedacht werden so RTL in einem Beitrag. Denkbar seien einheitliche Hygienestandards, außerdem könnte der Job des Tätowierers zum Ausbildungsberuf werden.
Was halten Tattoo-Studios in Würzburg davon?
House of Pain
Was haltet ihr vom offiziellen Ausbildungsberuf Tätowierer, ist das notwendig?
House of Pain: „Da bin ich ein bisschen geteilter Meinung. In Bezug auf den Verbraucherschutz halte ich es nicht für notwendig, da auch jeder selbst für sich verantwortlich ist und entscheiden muss, von wem er sich tätowieren lassen möchte und von wem nicht. In Bezug auf Hygienestandards wäre es allerdings sehr sinnvoll. Da gibt es keine klaren Regeln und jedes Studio handhabt das so wie es möchte. Ich glaub in dem Bereich können viele Tätowierer noch was dazu lernen.“
Stichfest Würzburg
Findet ihr, dass Hygienestandards und Gesundheitsrisiken öfters kontrolliert werden sollten?
Stichfest: „Ja, bei uns wird ungefähr einmal im Jahr kontrolliert. Aber um Hygienestandards in allen Studios zu etablieren, wären mehr Kontrollen auf jeden Fall sinnvoll.“
Was haltet ihr vom offiziellen Ausbildungsberuf Tätowierer, ist das notwendig?
Stichfest: „Ich denke nicht, dass es notwendig ist. Seitdem ich tätowiere, hat es ja auch immer ohne geklappt und jeder kann sich das Wissen und Können anders aneignen. Allerdings sollte es mehr Seminare und Schulungen im Bereich Hygiene geben, die Tätowierer besuchen müssen.“
Nach welchen Kriterien stellt ihr Tätowierer ein?
Stichfest: „Bei uns kommt es aufs zeichnerische Talent und natürlich darauf an, ob es menschlich passt. Man braucht aber keinen perfekten Lebenslauf.“

