Wenn Boomregionen wie Würzburg schrumpfen
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Würzburg erleben
6. August 2018

Aussicht auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Meist lassen sich die Menschen da nieder, wo ihr Arbeitsplatz ist. In Deutschland und besonders in Würzburg, findet man jedoch genau das Gegenteil: Die Beschäftigung nimmt zu, doch die Bevölkerung geht zurück. Was das insbesondere für die Stadt Würzburg bedeutet, zeigt jetzt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.
Boomregionen mit sinkenden Einwohnerzahlen
Die Studie zeigt, dass immer mehr sogenannte Boomregionen, also Regionen mit einer starken Wirtschaft, von sinkenden Einwohnerzahlen betroffen sind. Dies wirkt auf den ersten Blick verwunderlich, so vermutet man doch meist bei boomender Wirtschaft auch einen Boom bei den Einwohnerzahlen. Dieses Phänomen findet sich laut der Studie in zehn Städten und Kreisen in Deutschland.
Würzburg und Schweinfurt unter Top 10
Von diesen zehn Orten befinden sich sechs im Bundesland Niedersachsen. Die Stadt Würzburg führt allerdings die Liste an. Zwischen 2007 und 2015 nahm die Anzahl der Beschäftigten um 24,4% zu, die Stadt verlor im Gegenzug 7,6 % ihrer Einwohner.
Auch die Stadt Schweinfurt, welche sich auf Platz 7 in diesem Ranking befindet, hat mit der Abwanderung von Einwohnern zu kämpfen. So liegt hier die Zunahme der Beschäftigten bei fast 16 %, die Bevölkerung schrumpfte aber um 3,4 % .
Abwärtsspirale als mögliche Auswirkung
Betrachtet man dies auf lange Sicht, so kann es dadurch zu einer Abwärtsspirale kommen: Die Unternehmen sind gezwungen den Standort zu wechseln, eventuell sogar ins Ausland abzuwandern, da sie keine Arbeitskräfte finden. Damit werden diese Regionen unattraktiver und der Verlust an Einwohnern wird immer höher.
Doch auch wenn es sich im Moment um ein eher punktuelles Problem handelt, so kann sich die Lage langsam aber sicher auf weitere Regionen ausweiten. Immer mehr Landkreise steuern auf eine ähnliche Situation wie in Würzburg und Schweinfurt zu.
Was tun?
Besonders wichtig für diese Regionen ist, dass es gute Ausbildungsmöglichkeiten gibt, damit auch junge Leute in der Region gehalten werden. Ist die Kinderbetreuung ausreichend gedeckt, so wird der Standort auch für Familien attraktiv. Zudem sollten Arbeitsplatzchancen für beide Partner und genügend bezahlbarer Wohnraum vorhanden sein, so das Institut der deutschen Wirtschaft.

