Überschallknall: Eurofighter sorgen für lauten Schlag

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25. August 2018

Zwei Eurofighter. Foto: Luftwaffe
Alarmrotte

Zwei Eurofighter. Foto: Luftwaffe

Zwei extrem laute Schläge hatten am Samstagmorgen in Unterfranken für zahlreiche Anrufe besorgter Bürger bei der Polizei gesorgt.

Die Alarmrotte der Luftwaffe, zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau, hatten die Schallmauer durchbrochen, nachdem sie kurz nach 07:00 Uhr vom Stützpunkt aus gestartet sind. Was genau der Auslöser für den Alarm war oder ob es sich um einen Übungsflug handelt, ist noch unklar. In den meisten Fällen werden die Jets alarmiert, wenn z.B. der Funkkontakt zu einem Passagierflugzeug abbricht oder es seine geplante Flugroute ohne Ankündigung verlässt.

NACHTRAG: Es handelte sich bei dem Einsatz um eine Routineüberprüfung durch Abfangjäger der Bundeswehr, nachdem ein Verkehrsflugzeug über Funk nicht mehr erreichbar war. Hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst.

Was genau ist eine „Alarmrotte“ und wann wird diese alarmiert?

Der Luftraum über Deutschland wird, auch im Frieden, im Auftrag der NATO durch die Luftwaffe geschützt. Hierzu stellt die Luftwaffe an 365 Tagen im Jahr zwei Jagdflugzeuge, deren Besatzungen und dazugehörige Techniker Dienst in einer 24-Stunden-Schicht verrichten.

Sobald zu einem Flugzeug längere Zeit kein Funkkontakt hergestellt werden kann oder es seine geplante Flugroute ohne Ankündigung verlässt, alarmiert der Gefechtstand der Luftverteidigung die „Alarmrotte“ ( im militärischen Sprachgebrauch Quick Reaction Alert „Interceptor“ oder kurz: „QRA“).

Innerhalb von 15 Minuten steigen zwei Kampfflugzeuge der Luftwaffe auf, um die Lage aufzuklären.

Die Alarmrotte nähert sich dem Flugzeug und versucht über Funk oder mittels Zeichen Kontakt zum Piloten aufzunehmen.

Ungefähr ein bis zwei Mal pro Monat steigt die deutsche Alarmrotte laut Bundeswehr auf, weil der Funkkontakt zu zivilen Flugzeugen fehlt. Ein solcher Fall wird dann als „COMLOSS“ bezeichnet – also der Verlust jeglicher Kommunikation mit dem Flugzeug. Solange es dabei bleibt und keine Verschärfung der Lage eintritt, wird die Durchführung prinzipiell in den Händen der NATO belassen.

Nur die Luftwaffe ist mit ihren Eurofighter-Kampfflugzeugen in der Lage, ein hoch und schnell fliegendes Flugzeug abzufangen.

Für die Sicherheit im Luftraum stehen in Deutschland grundsätzlich zwei Alarmrotten bereit: im Norden in Wittmund und im Süden in Neuburg an der Donau. Alternativstandorte der Alarmrotte befinden sich in Nörvenich bei Köln und in Laage bei Rostock. Die Alarmrotte untersteht prinzipiell der NATO. Bei nationalen Einsätzen geht die Führung der Alarmrotte zeitweise an das NLFZ SiLuRa über.

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