Rechtsextreme Bilder in WhatsApp: Giemaul Gilde distanziert sich

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Würzburg erleben

13. November 2018

Der Zug setzte sich pünktlich um 11:55 Uhr in Bewegung und war mit insgesamt 153 angemeldeten Zuggruppen auf der Strecke unterwegs. Foto: Pascal Höfig
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Der Würzburger Faschingszug auf seinem Höhepunkt in der Domstraße. Foto: Pascal Höfig

Nach den Vorwürfen gegen ein führendes Mitglied der Heidingsfelder Giemaul Gilde, der rassistische und menschenverachtende Bilder über eine WhatsApp-Gruppe verbreitet haben soll, distanziert sich der Verein bei der Vorstellung des neuen Giemaulpaares nun deutlich von den verschickten Inhalten.

Ermittlungen wegen Volksverhetzung

Weil er Nachrichten mit rechtsextremem Inhalt in einer WhatsApp-Gruppe verbreitet haben soll, hatte die Kripo Würzburg ein Ermittlungsverfahren gegen einen 52-jährigen Würzburger eingeleitet, der auch ein führendes Mitglied des Heidingsfelder Faschingsvereins ist bzw. war. Das Handy des Mannes wurde am Mittwoch im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellt.

Bereits vor einigen Wochen war bei der Kripo Würzburg eine Anzeige eingegangen, nach welcher in einer WhatsApp-Gruppe, der laut Mainpost mehrere Elferräte und ein Vorstandsmitglied der Fastnachtsgesellschaft aus dem Würzburger Stadtteil Heidingsfeld angehören, Nachrichten mit teils rassistischem und menschenverachtendem Inhalt eingestellt worden sein sollen. Das zuständige Kommissariat für Staatsschutzangelegenheiten übernahm daraufhin die weitere Sachbearbeitung.

Ein Bild soll, laut Recherchen der Mainpost, einen Wehrmachtssoldaten zeigen, der mit der Mündung seines Maschinengewehrs auf seinen Betrachter zielt. Der Satz „Das schnellste deutsche Asylverfahren, lehnt bis zu 1400 Anträge in der Minute ab.“ steht unter dem Bild.

Gilde distanziert sich

Nun distanzierte sich die Fasenachtsgilde Giemaul von rechtem Gedankengut und verurteilt die Vorkommnisse.

Der 1. Gesellschaftspräsident, Christian Reusch, machte in seiner Begrüßungsrede in der Schulzenmühle deutlich: „Wir sind Bunt! In unserem Verein haben rechtes Gedankengut, Diskriminierung und rassistische Äußerungen keinen Platz“, so Reusch weiter. „Wir gehen mit den Vorwürfen offen um und wollen diese weiter vereinsintern aufarbeiten. Wir können das Geschehene nicht ungeschehen machen. Das Thema Rassismus war noch nie Thema in unserem Verein. Die Fasenachtsgilde Giemaul bedauert auf allen Vereinsebenen die Vorkommnisse“.

Die Fasenachtsgilde Giemaul Heidingsfeld e.V. setzte beim tradionellen Narrenwecken mit dem Flashmob „Wir zusammen! Wir stehen für einander ein!“ ein deutliches Zeichen. Foto: Lothar Pfützner

Gegen Rechts: Die Fasenachtsgilde Giemaul Heidingsfeld e.V. setzte beim tradionellen Narrenwecken mit dem Flashmob „Wir zusammen! Wir stehen für einander ein!“ ein deutliches Zeichen. Foto: Lothar Pfützner

„Wir sind Bunt!“

Der Beschuldigte, der die Verbreitung mittlerweile eingeräumt hat, ist laut Reusch nicht mehr Mitglied. Alle Aktiven des Fasenachtsvereins verdeutlichen den Zusammenhalt in einem spontanen „Flashmob“ Wir zusammen! Wir stehen für einander ein!

Bereits am Eröffnungsabend der Gilde Giemaul wurde mit den neu eingeführten Buttons „Wir sind Bunt!“ den Mitgliedern der Sachverhalt erläutert und auf die aktuellen Entwicklungen hingewiesen. In der Begrüßungsrede nahm Reusch in aller Deutlichkeit Abstand von rechtem Gedankengut, von jeglichen Nationalismen und Diskriminierung.

„Wir stehen für die Werte – Toleranz, Weltoffenheit, Menschlichkeit, Demokratie, Solidarität und Hilfsbereitschaft. Wir sind seit 52 Jahren ehrenamtlich für die Brauchtumspflege der fränkischen Fasenacht engagiert“, so Reusch weiter. Für seine deutlichen Worte erhielt er Beifall der Mitglieder und der anwesenden Vertreter des Fastnachtsverbandes Franken, dem Präsidenten Marco Anderlik, dem unterfränkischen Bezirkspräsidenten Tobias Brand, Ordenskanzler Norbert Schober und Beisitzer André Köstner.

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