Polizeischüler durch Schuss aus Waffe seines Kollegen getötet
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Würzburg erleben
2. März 2019

Die Bereitschaftspolizei in der Sedanstraße in Würzburg Symbolbild: Pascal Höfig
Am Donnerstagabend ist ein Auszubildender der Bereitschaftspolizei in Würzburg durch eine Schussverletzung tödlich verletzt worden. Dem Sachstand nach war es in einem Unterkunftsgebäude der III. Bereitschaftspolizeiabteilung durch einen 19-Jährigen Beamten zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen, die seinen Kollegen erfasste.

Die Bereitschaftspolizei in der Sedanstraße in Würzburg Symbolbild: Pascal Höfig
Unbeabsichtigte Schussabgabe
Um 21.32 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein Notruf aus der Bereitschaftspolizeiabteilung ein. Nach ersten Erkenntnissen befanden sich zwei Auszubildende, kurz vor ihrem Wachantritt, zu zweit in einem Zimmer eines der Unterkunftsgebäude, als ein weiterer Beamter Zeuge eines Schussgeräusches wurde und in der Folge einen seiner beiden Kollegen lebensgefährlich verletzt, den anderen im Schockzustand, vorfand.
Durch den sofort verständigten Rettungsdienst samt Notarzt wurden Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet. Der 20-Jährige Auszubildende wurde in eine Klinik eingeliefert, wo er kurz darauf verstarb.
Landeskriminalamt eingeschaltet
Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahmen Beamte der Kripo Würzburg. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen führt, wie in solchen Fällen üblich, das Bayerische Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Es besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung.
Seelsorger vor Ort
Seitens der Bereitschaftspolizei und des Polizeipräsidiums Unterfranken wurden unverzüglich die notwendigen Betreuungsmaßnahmen für die nachvollziehbar erheblich betroffenen weiteren Kolleginnen und Kollegen des Ausbildungsstandortes, sowie für die Angehörigen, organisiert.
Bereits in der vergangenen Woche hatte ein Beamter der Bereitschaftspolizei in Würzburg unbeabsichtigt einen Schuss abgegeben und dabei ein Bürofenster zerschossen.
Herrmann nennt mögliche Ursache
Am Freitag äußerte sich auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München zu dem Vorfall und nennt eine möglichen Ursache.
Als wahrscheinlichen Grund für die Schussabgabe nannte Herrmann eine möglicherweise falsch entladene Dienstwaffe. Die genaue Ursache des tödlichen Vorfalls sei jedoch noch nicht aufgeklärt und wird weiter vom Bayerischen Landeskriminalamt untersucht.
Vermutlich wurde beim Entladen eine Kugel im Lauf der Waffe vergessen und nur das Magazin entnommen, so Innenminister Herrmann.
Die III. Bereitschaftspolizeiabteilung in Würzburg ist ein Standort, in dem sowohl Einsatzeinheiten wie auch Ausbildungsseminare untergebracht sind. Die Einsatzeinheiten werden für Großveranstaltungen, wie z. B. Demonstrationen und Fußballspiele, eingesetzt. Zudem unterstützen sie die Landespolizei bei ihrer Arbeit.

