Fronleichnamsfest in Würzburg

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Katharina Kraus

20. Juni 2019

Fronleichnam 2018: Weihbischof Ulrich Boom trägt die Monstranz. Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß, POW
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Fronleichnam 2018: Weihbischof Ulrich Boom trägt die Monstranz. Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß, POW

Tausende Katholiken haben am Fronleichnamsfest am Donnerstag, 20. Juni, Jesus Christus im eucharistischen Brot durch die Straßen der Städte und Dörfer im Bistum Würzburg begleitet. Erstmals feierte Bischof Dr. Franz Jung Fronleichnam in Würzburg. Die Prozession stand in diesem Jahr unter dem Motto „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit“.

Messe und Prozession

Bischof Jung feierte am Fronleichnamstag um 8.30 Uhr ein Pontifikalamt im Würzburger Kiliansdom. Der Domchor gestaltet die heilige Messe und die Prozession musikalisch. Gegen 9.30 Uhr begann die Prozession der Pfarreiengemeinschaft Würzburg-Innenstadt durch die Straßen Würzburgs.

Der Prozessionsweg führte vom Dom durch die Schönbornstraße, Juliuspromenade und Theaterstraße zum Stationenaltar im Ehrenhof der Residenz. Dort wurden an einem Altar das Evangelium verkündet und die Fürbitten gesprochen. Zum Abschluss der Statio erteilte Bischof Jung den eucharistischen Segen mit der Monstranz. Danach zog die Prozession weiter über die Balthasar-Neumann-Promenade, Neubaustraße, Schönthal- und Plattnerstraße zur Treppe des Neumünsters. Mit dem Segen auf den Treppen des Neumünsters endete die Prozession. Neben den Gläubigen der Innenstadtpfarreien begleiteten die Mitglieder des Domkapitels und Vertreter des öffentlichen Lebens das Allerheiligste durch die Stadt. Ordensleute, Ritter vom Heiligen Grab, Familiaren des Deutschen Ordens, Verbände, Vereine, Studentenverbindungen, Innungen sowie Malteserorden beteiligten sich ebenfalls an der Prozession.

Was ist Fronleichnam?

Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der Lütticher Nonne Juliana im Jahr 1209 zurück. Die Ordensfrau hatte dabei die Kirche als Mondscheibe gesehen, bei der ein schwarzer Fleck das Fehlen eines Festes zu Ehren der heiligen Eucharistie anzeigte. Der Bischof von Lüttich führte 1246 ein solches Fest ein, das unter österlich-freudigen Vorzeichen das Abendmahlgedächtnis vom Gründonnerstag aufgriff. Aus diesem Grund wurde der Termin auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten angesetzt. 1264 ordnete Papst Urban IV., der frühere Archdiakon von Lüttich, den Festtag für die gesamte katholische Kirche an.

Zentrale Aussage

Zentrale Aussage von Fronleichnam ist, dass Jesus seinen Leib und damit sich selbst gibt. Auf diese Weise stiftet er ein fortlebendes Gedächtnismahl, in dem er selbst gegenwärtig ist. Dieses Mahl ist Zentrum des kirchlichen Lebens. Das Fest, vor allem die Prozession, bringt zum Ausdruck, dass Jesus mit seinem Volk zieht. Dabei steht mehr die Freude an Jesu Gegenwart im Mittelpunkt als sein Leidensweg. Zwar steht das eucharistische Brot im Zentrum der Feier, seit der Neuordnung der Liturgie gilt Fronleichnam jedoch gleichzeitig als „Fest des kostbaren Blutes“, das früher am 1. Juli gefeiert wurde. Der eucharistische Leib Christi wird in der oft reich verzierten Monstranz unter einem über vier Stäbe gespannten Tuch, dem sogenannten „Himmel“, durch die Straßen getragen.

Der Ort und seine Bewohner werden gesegnet, daher wird die Prozession auch als öffentliche Veranstaltung gesehen, die das Gemeinwesen betrifft. Die Prozession macht üblicherweise an vier Stationen halt. An jeder Station wird aus dem Evangelium vorgelesen und der eucharistische Segen erteilt. Die Vierzahl bezieht sich auf die vier Himmelsrichtungen. Oft werden in der Prozession Fahnen, Bilder, Figuren und Reliquien mitgetragen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des POW Würzburg.

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